Delta-Variante: Wie gut schützt der Impfstoff von Moderna?

Das Vakzin von Moderna ist ein mRNA-Impfstoff.

Das Vakzin von Moderna ist ein mRNA-Impfstoff.

Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich derzeit rasant in Europa aus. In Deutschland macht die zuerst in Indien nachgewiesene Virusvariante inzwischen 37 Prozent aller Neuinfektionen aus, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen. Innerhalb einer Woche hat sich ihr Anteil mehr als verdoppelt.

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Virologinnen und Virologen hatten ein derartiges Tempo der Ausbreitung bereits befürchtet. Denn Delta hat eine deutlich erhöhte Ansteckungsfähigkeit und verringert die Wirksamkeit der Impfungen. Der Impfschutz wird bei den europaweit zugelassenen Mitteln – laut einer aktuellen Untersuchung der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) – nur leicht herabgesetzt. Allerdings gibt es Unterschiede bei den einzelnen Impfstoffen. Wie hoch fällt der Schutz bei Moderna aus? Ein Überblick.

Ähnliche Ergebnisse wie bei Biontech zu erwarten

Die Wirkung der Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson hatte die PHE nicht ausgewertet. Eine amerikanische Studie deutet aber darauf hin, dass auch bei Moderna eine Schutzwirkung gegen die Delta-Variante zu erwarten ist.

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Der US-amerikanische Virologe Anthony Fauci sagte gegenüber der „The Washington Post“, dass auch beim Moderna-Vakzin mit einer ähnlich hohen Effektivitätsrate wie beim mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer zu rechnen sei. Er geht von einer rund 88-prozentigen Wirksamkeit aus. Daten aus Israel legen jetzt jedoch nahe, dass es nur 60 bis 80 Prozent sein könnten.

Moderna selbst hat die Wirksamkeit seines Vakzins gegen die Delta-Variante untersucht. Dafür wurden Blutseren von acht Personen, die mit dem mRNA-Impfstoff vollständig geimpft wurden, näher betrachtet. Es zeigte sich eine geringfügige Reduktion der neutralisierenden Titer (2,1-fach) gegen die Delta-Variante. Der Impfstoff bilde aber weiterhin ausreichend neutralisierende Antikörper gegen die Mutante, teilte der Impfstoffhersteller mit.

Unklar ist, wie lange der Impfschutz gegen die Delta-Variante anhält. Da sich in Laborversuchen gezeigt hatte, dass Geimpfte weniger Antikörper gegen diese Virusvariante bilden, lässt die Schutzwirkung womöglich schneller wieder nach. Moderna entwickelt nach eigenen Angaben bereits einen Booster-Kandidaten für eine mögliche Auffrischung.

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Dieser sei eine 50:50-Mischung aus mRNA-1273, Modernas zugelassenem Impfstoff gegen das ursprüngliche Virus, und mRNA-1273.351, einem an Varianten angepassten Impfstoffkandidaten. Dieser Impfstoff werde derzeit in verschiedenen Dosisstufen im Rahmen einer laufenden klinischen Studie getestet.

Ansteckungsgefahr trotz Impfung

Weiterhin gilt: Grundsätzlich angesteckt werden können auch Geimpfte – und das bei der Delta-Variante wohl etwas leichter als noch bei Alpha. Setzt sich die Delta-Variante hierzulande durch, bedeutet das also: Geimpfte können trotz Impfung wahrscheinlicher milde Symptome entwickeln – und auch eine größere Gefahr für Nichtgeimpfte darstellen.

Vollständig geimpft sind hierzulande erst knapp 40 Prozent der Bevölkerung – das heißt, es gibt noch viele Millionen Menschen, die nicht oder nur teilweise vor Delta geschützt sind. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff, für die Zwölf- bis 18-Jährigen empfiehlt die Ständige Impfkommission in Deutschland die Immunisierung nur bei Vorerkrankungen.

Wie geht es im Herbst weiter?

Die Schwelle, um Herdenimmunität zu erreichen, ist durch die Delta-Variante deutlich höher geworden: Je nach Altersgruppe müssten mindestens 85 Prozent der Menschen vollständig geimpft sein, wie aktuelle Modellierungen des RKI zeigen. Eine hohe Impfquote ist auch angesichts einer vierten Infektionswelle im Herbst entscheidend, die Expertinnen und Experten prognostizieren. Durch die Impfungen dürfte die Sterblichkeit aber wahrscheinlich nicht mehr so hoch ausfallen wie noch im vergangenen Jahr.

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Dieser Artikel wurde am 6. Juli aktualisiert.

RND/dpa/kb/she/lb

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