Infektionen und schwere Verläufe

Gesellschaft für Virologie: Dreimaliger Kontakt mit dem Coronavirus schützt am besten

In Niedersachsen steigt die Zahl der Corona-Infektionen.

Eine Frau macht einen Corona-Test.

Dreimal müssen Menschen mit dem Spikeprotein des Coronavirus in Kontakt kommen, um ausreichend vor Infektionen und schweren Krankheitsverläufen mit dem Krankheitserreger geschützt zu sein. Das schreibt die Gesellschaft für Virologie (GfV) in ihrer dritten, aktualisierten Stellungnahme zur Immunität von Genesenen, die am Montag auf der Internetseite der Vereinigung veröffentlicht wurde. Erst bei einem dreimaligen Kontakt mit dem Oberflächenprotein entstünden qualitativ hochwertige Antikörper, die auch in der Lage seien die immunflüchtige Virusvariante Omikron zu neutralisieren.

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Der Kontakt mit dem Spikeprotein entsteht entweder bei einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zuge einer Impfung. Denn die zur Verfügung stehenden Covid-19-Impfstoffe sorgen dafür, dass der Körper den Bauplan des Proteins erhält, es selbst herstellt und dem Immunsystem präsentiert. Sowohl eine Infektion als auch eine Impfung veranlassen somit, dass der Körper schützende Antikörper gegen den Erreger produziert.

Müssen die 2G- und 3G-Regeln angepasst werden?

Um einen dreimaligen Kontakt mit dem Spikeprotein zu erzielen, muss eine Person entweder dreifach geimpft, zweifach geimpft und einmal genesen oder genesen und zweifach geimpft sein. Ob auch eine dreifache Infektion für einen ausreichenden Schutz vor Infektionen und schweren Verläufen sorgen würde, könne bislang nicht beurteilt werden, schreibt die GfV: „Aktuell kann keine Aussage darüber getroffen werden, wie lange ein Schutz mehrfach Infizierter ohne Impfung besteht.“ Genauso sei unklar, wie lange und in welchem Umfang der Schutz bei Genesenen mit nur einer Impfung bestehe.

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Die Vereinigung spricht sich dafür aus, „deutschlandweit eine pragmatische Regelung anzuwenden, die Personen mit drei Antigenkontakten, unabhängig von der Art der Antigenkontakte (Impfung oder Infektion), gleichsetzt“. Sie verweist auf Bundesländer wie Hamburg und Bayern, wo eine solche Vorgehensweise bei der 2G-plus-Regel bereits Anwendung finde. „Aus diesem Vorgehen ergibt sich, dass Personen, die nur genesen oder nur zweifach geimpft sind, nicht Personen mit drei Antigenkontakten gleichgestellt werden können.“

Genesen mit und ohne Impfung: Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Die GfV reagiert mit dieser Empfehlung auf die vom Robert Koch-Institut veränderte Gültigkeitsdauer des Genesenenstatus. Die Behörde hatte diese Mitte Januar überraschend von 180 auf 90 Tage verkürzt. „Allerdings wurde bei der Umsetzung dieser Regeländerung in der Folge oftmals nicht zwischen Genesenen ohne oder mit Impfung unterschieden“, moniert der Virologenverband.

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Denn Genesene, die sich nach der durchgemachten Infektion nicht impfen lassen, scheinen in der Regel schlechter vor der Omikron-Variante, die in Deutschland das Infektionsgeschehen dominiert, geschützt zu sein. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass Genesene ohne Impfung „eine niedrige, mitunter nicht mehr nachweisbare neutralisierende Aktivität“ von Antikörpern aufweisen, so die GfV. Die Kombination aus Infektion und Impfung führe zu deutlich besseren Immunantworten.

Nicht nur Antikörper, sondern auch T-Zellen schützen vor Covid-19

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Personen ab zwölf Jahren und Kindern zwischen fünf und elf Jahren mit Vorerkrankungen, sich mindestens drei Monate nach der Covid-19-Erkrankung einmal impfen zu lassen – vorausgesetzt, die Infektion wurde mittels PCR-Test nachgewiesen. Bei einem Nachweis mittels Antikörpertest kann eine Impfung schon vier Wochen nach der Labordiagnose erfolgen. Eine weitere Auffrischungsimpfung soll dann mindestens drei Monate nach der vorangegangenen Impfung verabreicht werden.

Die GfV weist ferner darauf hin, dass der Schutz vor einem schweren Covid-19-Krankheitsverlauf nicht nur allein von der Menge der Antikörper im Blut abhängt, sondern auch von den T-Zellen. Diese erkennen infizierte Zellen im Körper und töten sie ab. Es gebe erste Studien, die darauf hindeuten, dass die T-Zell­antworten bei Genesenen und vollständig Geimpften bei einer Infektion mit Omikron weiterhin wirksam seien. „Es ist davon auszugehen, dass diese T-Zellantworten einen guten Schutz gegen schwere Covid-19-Verläufe nach Infektion mit der Omikron-Variante vermitteln können, allerdings liegen hierzu bisher keine Daten vor“, heißt es in der Stellungnahme. Vor einer Infektion mit Omikron würden die T-Zellen aber in der Regel nicht schützen.

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