Zeckensaison: Kann man sich nach einer Corona-Impfung direkt gegen FSME impfen lassen?

Gehirnentzündungen können auch durch das von Zecken übertragene FSME-Virus ausgelöst werden. Doch gegen FSME gibt es eine schützende Impfung.

Gehirnentzündungen können auch durch das von Zecken übertragene FSME-Virus ausgelöst werden. Gegen FSME gibt es eine schützende Impfung.

Eine Zecke ist klein, lautlos und gefährlich. Mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer gefährlichen Form der Hirnhautentzündung, und Borreliose überträgt sie jedoch Krankheiten, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sind. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, Sachsen und im südöstlichen Thüringen besteht laut Robert Koch-Institut (RKI) das Risiko, sich mit FSME zu infizieren. Doch auch im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen gibt es einem im März 2020 veröffentlichten Bericht der Behörde nach einzelne Risikogebiete.

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Schutz gegen die Erkrankung bietet eine entsprechende Impfung: Sie immunisiert Menschen seit Jahrzehnten gegen FSME. Jetzt, da sich viele Menschen in Deutschland gegen Covid-19 impfen lassen, stellt sich die Frage: Was gibt es zu beachten, wenn man sich sowohl gegen Covid-19 als auch gegen FSME impfen lassen möchte?

Stiko rät zu Mindestabstand von zwei Wochen zwischen FSME- und Corona-Impfung

Die am RKI angesiedelte Ständige Impfkommission (Stiko) rät im Epidemiologischen Bulletin 18/2020 dazu, zwischen der Impfung gegen das Coronavirus und anderen planbaren Schutzimpfungen einen Mindestabstand von 14 Tagen einzuhalten, sowohl davor als auch danach – das ist auch wegen möglicher Impfreaktionen sinnvoll. Notfallimpfungen seien von der Faustregel jedoch ausgenommen. Auch bei Vorsorgeuntersuchungen sowie Impfungen von Kindern, die Symptome einer Atemwegsinfektion zeigen, sei ein zweiwöchiger Aufschub ratsam.

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Ständige Impfkommission: Bestimmte Impfungen in Pandemiezeiten verabreichen

Eine Schutzimpfung in zeitlicher Nähe beeinflusst die Auseinandersetzung des Immunsystems mit Covid-19 nicht, heißt es in der dazugehörigen Stellungnahme. Vielmehr empfiehlt die Stiko, bestimmte Impfungen gerade in Pandemiezeiten durchzuführen. Das betreffe zum Beispiel die schützende Spritze gegen Pneumokokken: Patientinnen und Patienten mit chronischen Grundleiden sowie Seniorinnen und Senioren rät die Behörde zu einer Impfung, sofern in den letzten sechs Jahren keine erfolgte. Auch Grundimmunisierungen im Säuglingsalter mit dem Sechsfach-Impfstoff und dem Pneumokokken-Impfstoff sowie die erste MMR(V)-Impfung finden sich in den Empfehlungen wieder. Die Stiko rät dazu, sie weiterhin mit Priorität zu behandeln.

Auch andere von der Ständigen Impfkommission empfohlene Impfungen, die fällig sind, etwa die Tdap- oder die Herpes-Zoster-Impfung, finden im besten Fall statt. „Das Vorgehen wird unter Abwägung des individuellen Risikos und der lokalen Gegebenheiten geplant“, heißt es hierzu.

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