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Einschätzung vom Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Sehr geringes Risiko für stabile Affenpocken-Vorkommen in Tieren

Übertragung nicht ausgeschlossen: Soweit möglich sollten Haustiere aus der direkten Umgebung von an Affenpocken erkrankten Personen ausgeschlossen werden, empfiehlt das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit.

Greifswald. Ein dauerhaftes Vorkommen von Affenpocken in Tieren ist laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Europa sehr unwahrscheinlich. „Es ist fraglich, ob es in Europa überhaupt Tierspezies gibt, die als geeignete Reservoirwirte in Frage kommen“ schreibt das für Tiergesundheit zuständige Bundesforschungsinstitut. Dennoch müsse die weitere Entwicklung beobachtet werden.

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Neben einer erfolgreichen Erstinfektion müsste das Virus innerhalb der Population weitergegeben werden, um sich zu verbreiten. „Es kann zwar sein, dass ein einzelnes Haustier wie eine Katze durch direkten Kontakt zu einem betroffenen Menschen infiziert wird, aber ob dann tatsächlich eine Infektkette in Gang kommt, scheint derzeit eher unwahrscheinlich.“

Nagetiere sind das „natürliche Reservoir des Virus“

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hatte davor gewarnt, dass die Affenpocken endemisch werden könnten, sollte der Erreger von Menschen auf Tiere überspringen und sich in einer Tierpopulation ausbreiten. Die Gefahr wäre dann, dass das Virus immer wieder auf den Menschen überspringen könnte.

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Es sei zu klären, ob und inwieweit Tiere in den Ausbruch involviert sind oder es durch Rückinfektionen ausgehend von Menschen werden könnten, sagte Ralf Bartenschlager, Präsident der Gesellschaft für Virologie, der Deutschen Presse-Agentur. Nagetiere seien das natürliche Reservoir des Virus, weshalb eine Rückübertragung auf bestimmte Haustiere möglich sei, obwohl dies bisher nicht beschrieben wurde.

Das Risiko einer Rückübertragung des Affenpocken-Virus vom Menschen auf Nagetiere in Europa sieht das FLI „als sehr gering an, insbesondere aufgrund des notwendigen sehr engen Kontaktes, um eine effiziente Übertragung überhaupt zu ermöglichen“, teilte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage mit. Dass das Virus über Abwasser vom Menschen wieder zu Nagetieren übertragen werde, sei „als sehr unwahrscheinlich anzusehen, da die Virusausscheidung hauptsächlich direkt über Pockenläsionen stattfindet“.

Fachärzte warnen vor zu viel Aufregung um Affenpocken

Für Deutschland wird ein Anstieg der Fallzahlen des Affenpockenvirus erwartet. Doch Infektiologen und Kinderärzte sagen, es stehe keine neue Pandemie an.

Haustiere: Ansteckung nicht ausgeschlossen

Das FLI schreibt, dass es bisher weder Studien noch gemeldete Fälle gebe, bei denen sich Haustiere wie Katze, Hund oder Hamster infiziert hätten. „Lediglich für Kaninchen konnte experimentell gezeigt werden, dass sie an Affenpocken erkranken.“ Es sei aber nicht auszuschließen, dass auch andere Haustierarten empfänglich sind, schreibt das FLI. „Soweit möglich sollten Haustiere aus der direkten Umgebung von erkrankten Personen ausgeschlossen werden.“

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Affenpocken sind eine Viruserkrankung. Der Erreger wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen – daher der Name Affenpocken. Fachleute vermuten allerdings, dass der Erreger eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert. Affen gelten – wie auch der Mensch – als sogenannte Fehlwirte. Affenpocken-Infektionen beim Menschen waren bislang vor allem aus Regionen West- und Zentralafrikas bekannt.

Anfang Mai war ein Affenpocken-Fall bei einem Menschen in Großbritannien nachgewiesen worden. Seitdem berichten immer mehr Staaten, in denen das Virus bislang eigentlich nicht vorkam, von nachgewiesenen Ansteckungen von Mensch zu Mensch. Auch mehrere Bundesländer in Deutschland meldeten Fälle.

RND/dpa

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