Göttinger Fechthalle

Debütkonzert von Marie von Düring als Song-Komponistin

Die Sopranistin Marie von Düring.

Die Sopranistin Marie von Düring.

Göttingen. Musik prägt Maries Leben seit Langem. In Verden ist sie zur Schule gegangen, aufs Domgymnasium. Dort gab es einen Kammerchor, geführt von einem anspruchsvollen Lehrer, der vor den Proben seine Schüler im Quartettsingen geprüft hat. Dort habe sie viel gelernt, erzählt sie – so viel, dass sie nach dem Abitur eine Sängerinnenlaufbahn eingeschlagen hat. Vor allem die Oper hatte es ihr angetan. Die Tatjana in Tschaikowskys „Eugen Onegin“ hätte sie gern einmal auf der Bühne gesungen, Belcanto, italienische Oper, aber auch gern Mozarts Donna Anna oder Susanna.

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Arien will Marie von Düring nicht mehr singen

Auf diesem Weg hatte die Mutter von drei Kindern – 13, zwölf und dreieinhalb Jahre alt – schon ein gutes Stück zurückgelegt. Doch dann kam eine schwere gesundheitliche Krise, die ihr Leben veränderte. „Der liebe Gott hat auf die Reset-Taste gedrückt, ich kam zurück auf Start“, beschreibt sie ihre Erfahrung. „Er hat mich zum Innehalten gebracht.“ Dabei habe sie sich entschlossen, „ganz und gar ja zu sagen“ zum Leben – mit zum Glück sehr positivem Ergebnis. Aber Arien wollte sie nun nicht mehr singen. Auf ihre Homepage hat sie den Satz gestellt: „Manchmal verändert eine einzige, klitzekleine Bewegung dein komplettes Leben, und du entscheidest dich, einen anderen Weg zu gehen … weil nichts mehr ist, wie es vorher war.“

Nun also schreibt Marie Songs. Sie seien in erster Linie autobiografisch, erzählt sie: „Es geht um Liebe und Abschied, um Erkenntnisse, die ich selbst hatte. Dazwischen gibt es auch ein schottisches Liedchen.“ Oberflächlicher Kram aber liege ihr völlig fern. „Es geht mir ganz viel um Emotionen.“ Ihre Texte hat sie auf Englisch konzipiert, sie möchte sie auch nicht ins Deutsche übersetzen, weil sie dann nicht mehr authentisch wären. „Es kam so raus.“ Außerdem schaffe die englische Sprache eine gewisse Distanz, gerade dann, wenn es um persönlichste Dinge geht.

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Marie von Düring mit zwei Instrumentalisten in Göttingen

Ihr zur Seite stehen zwei Musiker: der Pianist Sam White und der Percussionist Job Verweijen. White hat alle Arrangements der Songs gemacht: von Marie stammen Text und Melodie, der Rest von White. „Er hat sie einfach komplett gemacht.“ Die Percussion-Begleitung sei „sehr, sehr spannend“, berichtet sie über Verweijen: „Er zaubert immer ein bisschen.“

Und wie sieht ihr Stil aus? Auf diese Frage mag Marie nicht mit einem Begriff antworten: „Das weiß ich selber nicht. Ich möchte nicht in eine Schublade gepackt werden. Sicher ist da im Hintergrund immer noch etwas Klassik, auch etwas Folk.“ Auch Vorbilder könne sie nicht benennen. Viel wichtiger sei ihr die Erfahrung beim Schreiben der Songs gewesen: „Hier kann ich etwas ganz Eigenes machen, ich habe Gestaltungsfreiheit. Ich kann jetzt sagen, das ist meins.“ Angst brauchten die Zuhörer nicht zu haben: „Meine Songs sind keine schwere Kost, man geht nicht depressiv raus.“ Mit ihren Songs möchte Marie ein positives Beispiel geben, dass aus schwierigen Situationen etwas Neues entstehen kann. Und zugleich könne man mit Musik etwas ausdrücken, was man nicht in Worte fassen kann.

Einstündiges Programm von Marie von Düring in Göttingen

Ungefähr eine Stunde lang dauert ihr Programm „Nothing really stays the same“. Manche Stücke seien erst vor Kurzem entstanden: „Nix ist fertig, alles wächst immer weiter. Aber es muss jetzt raus.“ Sie ist beim Konzert in einer ungewohnten Situation, weil sie früher nie mit Mikrofon gesungen hat. Umso gespannter ist sie auf das Feedback ihres Publikums.

„Nothing really stays the same“ (Nichts ist mehr, wie es vorher war), Songs von Marie mit Sam White, Piano, und Job Verweijen, Percussion: Sonntag, 15. April, 19.30 Uhr Alte Fechthalle, Geiststraße 6. Karten an der Abendkasse (15 Euro), Einlass 19 Uhr.

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Von Michael Schäfer

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