Weihnachtsgeschenke: Diese klugen Bücher glänzen unterm Baum

Die Auswahl ist groß: Welches Buch kann noch unter den Baum?

Die Auswahl ist groß: Welches Buch kann noch unter den Baum?

Sie hat den talentierten Mr. Ripley in die Welt geworfen und viele weitere Romane und Erzählungen verfasst. Selten aber verriet sie etwas über sich und ihr Leben. Als Patricia Highsmith 1995 starb, war es daher fast ein kleines Wunder, als im Wäscheschrank 18 Tage- und 38 Notizbücher gefunden wurden. Diese Selbstzeugnisse sind nun in einer 1300 Seiten starken Ausgabe zu lesen. Festgehalten sind Party und Persönlichkeiten, Affären und ärgerliche Konflikte mit ihrer Mutter. Dieses Buch ist ein erfrischendes Lesevergnügen, ekstatisch, erotisch, eindrücklich.

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Patricia Highsmith: Tage- und Notizbücher. Herausgegeben von Anna von Planta. Aus dem Amerikanischen von Melanie Walz, Pociao, Anna-Nina Kroll, Marion Hertle und Peter Torberg, Diogenes, 1392 Seiten, 32 Euro.

Ein großer Theatermann blickt zurück

Mit diesem Buch hat sich Günther Rühle noch ein Denkmal gesetzt. In „Ein alter Mann wird älter – ein merkwürdiges Tagebuch“ schreibt der frühere Theaterkritiker der „FAZ“ und spätere Intendant des Frankfurter Schauspiels über (s)einen wachen Geist, der den Verfall des Körpers und vor allem seiner Augen mitbekommt. Ohne Selbstmitleid beobachtet er sich, er erinnert sich aber auch an Jahrzehnte der Kunst und Kultur. Wenige Wochen nach dem Erscheinen des Buchs ist Günther Rühle am 10. Dezember gestorben. So wird dieses Buch zu einem Vermächtnis.

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Günther Rühle: „Ein alter Mann wird älter: Ein merkwürdiges Tagebuch“. Mit einem Nachwort von Gerhard Ahrens. Alexander Verlag. 232 Seiten, 22,90 Euro.

Innensichten auf Innenräume

Welche Bedeutung Innenräume für uns haben können, haben wir spätestens im ersten Corona-Lockdown gemerkt. Die Wissenschaftsjournalistin Emily Anthes beschäftigt sich in ihrem Buch mit Innenräumen – vom Büro über das traute Heim bis hin zu OP-Sälen. Wie Restaurants unsere Essenswahl beeinflussen und was Büros mit unserem Kopf machen, all dies lernen wir in diesem spannenden und höchst aktuellen Buch.

Emily Anthes: „Drinnen. Wie uns Räume verändern“. Aus dem amerikanischen Englisch von Johanna Wais. Harper Collins. 320 Seiten, 20 Euro.

Wichtig ist doch, dass man sich riechen kann

Der Sinn, der sicherlich mit am meisten unterschätzt wird, ist der Geruchssinn. Mit dem Coronavirus, das das Riechen und Schmecken bedroht, ist er aber etwas mehr ins Bewusstsein getreten. Bill Hanson unternimmt nun eine detaillierte und sehr unterhaltsame Reise in die Welt der Nase und Nervenzellen. Wie der Geruchssinn uns beim Essen leitet, ob Vögel riechen können und vieles mehr erfahren wir in diesem Buch, mit dem wir in Zukunft ganz naseweis über das Riechen reden können.

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Bill Hansson: „Die Nase vorn. Eine Reise in die Welt des Geruchssinns.“ Aus dem Englischen von Sebastian Vogel. S. Fischer. 400 Seiten, 24 Euro.

Der Landwehrkanal ist, wie hier Anfang 2021, auch mal zugefroren. Kirsty Bell interessiert er aber vor allem, wenn er fließt.

Der Landwehrkanal ist, wie hier Anfang 2021, auch mal zugefroren. Kirsty Bell interessiert er aber vor allem, wenn er fließt.

In diesem Buch bekommt man den Kanal nicht voll

Schon wieder ein Berlinbuch, mag man zunächst denken. Aber die Lesewelt wäre ärmer, hätte Kirsty Bell es nicht geschrieben. Die britische Kunsthistorikerin, die seit 20 Jahren in der Hauptstadt lebt, folgt den Wasserstraßen Berlins. Sie erschließt sich die Stadt und deren Geschichte über Fakten und Geschichten rund um die Spree oder den Landwehrkanal. Flussgeschwindigkeiten, aber auch Frauenschicksale interessieren sie mehr als Potentaten und Paläste. Ein wunderbarer Fließtext.

Kirsty Bell: „Gezeiten der Stadt. Eine Geschichte Berlins“. Aus dem Englischen von Laura Su Bischoff und Michael Bischoff. Kanon-Verlag. 333 Seiten, 28 Euro.

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Dieser Zug ist noch lange nicht abgefahren

Die Bahn sollte als Alternative zum Auto und zum Flugzeug noch viel beliebter werden. Irgendwann müssen doch alle Witze über Verspätungen und gegenüberliegende Bahnsteige gemacht sein. Mit seiner „Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen“ legt Jaroslav Rudiš eine wunderbare Liebeserklärung ans Bahnreisen vor. Durch seinen Körper laufen sicherlich Schienen statt Adern, denn sein Großvater war Weichensteller, sein Onkel Fahrdienstleiter und sein Cousin Lokführer. Seine Leserinnen und Leser nimmt er mit auf eine Reise durch Europa. Und erzählt wundervolle Geschichten.

Jaroslav Rudiš: „Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen“. Piper. 256 Seiten, 15 Euro.

Das alte Rom, neu erzählt

Für Geschichtsfans: Noch immer ist der Aufstieg dieses riesigen Reiches am Mittelmeer eine unglaublich spannende Sache. Der Althistoriker Michael Sommer hat ihn in seiner Römischen Geschichte packend und auf dem aktuellen Stand aufgeschrieben. Bis zum bitteren Ende.

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Michael Sommer: „Römische Geschichte: Von den Anfängen bis zum Untergang“. Kröner. 912 Seiten, 30 Euro.

Lässt sich der Klimawandel noch aufhalten?

Es wird oft und gern gesagt, dass sich etwas ändern muss, wenn die Folgen des Klimawandels minimiert werden sollen. Elizabeth Kolbert hat sich auf die Suche gemacht nach Leuten, die schon an Lösungen arbeiten. Ihr Buch zeigt mögliche Lösungen auf, wie die Veränderung unseres Planeten vielleicht doch noch aufgehalten werden können.

Elizabeth Kolbert „Wir Klimawandler. Wie der Mensch die Natur der Zukunft erschafft“. Aus dem Englischen von Ulrike Bischoff. Suhrkamp. 239 Seiten, 25 Euro.

Die Ausbeutung der Erde begann schon in der Steinzeit

Was uns Erdenbewohner weltweit in Zukunft massiv interessieren wird, ist das Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Und wenn man in die Zukunft blickt, schadet es nie, die Vergangenheit zu kennen. Die große Studie des US-amerikanische Historiker Daniel R. Headrick zeigt auf, wie sehr der Mensch bereits in der Steinzeit seine Umwelt nach seinem Willen umgeformt und ausgebeutet hat. Der Einfluss des Menschen auf Ökosysteme hat tiefe Spuren hinterlassen. Headricks Umweltgeschichte analysiert moderne Phänomene wie Erderwärmung, Epidemien und Umweltverschmutzung mit dem lange zurückgehenden Blick des Historikers. Ein wichtiges, ein spannendes Werk.

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Daniel R. Headrick: „Macht euch die Erde untertan. Die Umweltgeschichte des Anthropozäns“. Aus dem Amerikanischen von Martin Richter. WBG Theiss. 640 Seiten, 50 Euro.

Das Kino als Leben und Welt

Artur Brauner ist bekannt als großer Filmproduzent der Nachkriegszeit. Seine Tochter Alice erzählt in ihrem beeindruckenden Buch die Geschichte des Ehepaares Maria Albert und Artur Brauner, ihrer Eltern. Beide haben die Verfolgung durch die Nationalsozialisten überlebt. Nach dem Krieg begegnen Maria und Artur Brauner einander im Bahnhof von Stettin. Sie lernen sich in den wenigen Stunden, die sie dort gemeinsam haben, kennen und verlieben sich ineinander. Als Marias Zug abfährt, ruft Artur ihr zu: „Also dann in Berlin.“ Alice Brauner erzählt in diesem Buch eine berührenden Lebens- und eine faszinierende Kinogeschichte.

Alice Brauner: „Also dann in Berlin“. S. Fischer. 336 Seiten, 22 Euro.

Filmgröße: Artur Brauner.

Filmgröße: Artur Brauner.

Nebel des Schauens – Caspar David Friedrichs Blick

Das Bild ist bekannt: Caspar David Friedrichs Wanderer steht auf einem Felsen und blickt in die neblige Landschaft. Was nicht bekannt ist: Was sieht der Mann? Diese Frage nimmt der ungarische Essayist László F. Földényi zum Ausgangspunkt seines Langessays, in dem er diesen Blick als Form des Urkinos, als Vorwegnahme der technischen Erweiterungen des menschlichen Blicks, die nach diesem Bild alle noch folgen sollten, versteht. Klar, eine sehr naheliegende Antwort auf die Eingangsfrage wäre: Er sieht die neblige Landschaft, die vor ihm liegt. „Das ist aber keine beruhigende Antwort“, schreibt Földényi. „Durch seine Größe zieht der Wanderer die Aufmerksamkeit des Betrachters von vornherein auf sich und lenkt sie zugleich von der Landschaft ab.“ Der ungarische Autor entführt seine Leserinnen und Leser im Laufe des Buches in viele Winkel der Kulturgeschichte und man geht gern mit.

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László F. Földényi: „Der Maler und der Wanderer. Caspar David Friedrichs Urkino“. Aus dem Ungarischen übersetzt von Akos Doma. Matthes & Seitz. 180 Seiten, 22 Euro.

Moderner Tanz von einer modernen Frau

Sie war Gegnerin des klassischen Balletts und Pionierin des Ausdruckstanz: Die US-Amerikanerin Isadora Duncan revolutionierte den Tanz. Michaela Karl hat der großen Künstlerin nun eine Biografie gewidmet. Mit Geld konnte sie nicht umgehen, die Ehe lehnte sie schon früh ab, sie hat das Gesellschaftsleben ihrer Zeit in Paris, Moskau oder Berlin mitgeprägt. Das Buch ist daher auch ein Spiegel der Zeit, in der sie lebte und tanzte.

Michaela Karl: „Lasst uns tanzen und Champagner trinken – trotz alledem!“ Isadora Duncan. Eine Biografie. btb. 448 Seiten, 24 Euro.

Der schlechte Ruf der Hausfrau

Die einen Frauen arbeiten, die anderen sind nur Hausfrau. Aber warum denn bitte „nur“? Die Kulturwissenschaftlerin Evke Rulffes hat sich mit der Geschichte der Hausfrau beschäftigt. Im Mittelalter waren Frauen noch in allen Zünften zu finden. Doch immer mehr wurden sie an den Rand gedrängt. Erst im 19. Jahrhundert aber entwickelte sich im Bürgertum langsam das Konzept der Frau, die zu Hause bleibt und den Haushalt schmeißt. Juristisch zementiert wurde dies dann im 20. Jahrhundert in der sogenannten Hausfrauenehe. Und heute? Wird immer noch darüber diskutiert, ob Hausarbeit bezahlt werden sollte und wie unterschiedlich die Geschlechter dabei wegkommen. Eine spannende Geschichte eines immer noch verbreiteten Phänomens.

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Evke Rulffes: „Die Erfindung der Hausfrau – Geschichte einer Entwertung“. Harper Collins. 288 Seiten, 22 Euro

Mach doch das erst mal fertig!

Gefertigte, also fertig gewordene Kunstwerke sind eher die Ausnahme als die Regel. Das vergisst man leicht. Thomas von Steinaecker erinnert in seinem Buch „Ende offen“ auf sehr unterhaltsame Weise daran. Stanley Kubrick hat seinen Napoleon-Film nicht zu Ende gebracht, Robert Musil nicht den „Mann ohne Eigenschaften“ und die Beach Boys nicht ihr Album „Smile“. Auch Leonardo da Vinci war ein Meister im Nichtfertigwerden. Thomas von Steinaecker aber hat es geschafft, sein Kompendium zu vollenden. Glücklicherweise, denn es bereitet viel Freude.

Thomas von Steinaecker: „Ende offen. Das Buch der gescheiterten Kunstwerke“. S. Fischer. 608 Seiten, 35 Euro.

Auch beeinflusst vom Krautrock: Die Red Hot Chili Peppers.

Auch beeinflusst vom Krautrock: Die Red Hot Chili Peppers.

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Der Krautrock und seine Folgen

Der Erneuerungsgeist des Jahres 1968 spülte Innovationen in viele Kanäle. Auch in die Musik. In der Bundesrepublik entstand damals eine neue Richtung, die die Musik in der westlichen Welt nachhaltig verändern sollte: der Krautrock. Ob Blur, Radiohead oder die Red Hot Chili Peppers, alle haben ihre Wurzeln im Krautrock und beziehen sich auf Musiker und Bands wie Holger Czukay und Can, Dieter Moebius (Cluster) oder Klaus Schulze von Tangerine Dream. Mit diesem Buch schreibt der Musikjournalist Christoph Dallach nun die ultimative Geschichte des Krautrock.

Christoph Dallach: „Future Sounds. Wie ein paar Krautrocker die Popwelt revolutionierten“. Suhrkamp. 511 Seiten, 18 Euro.

Die erste Schwarze, die Wimbledon gewann

Die US-Amerikanerin Althea Gibson war die erste schwarze Frau, die das Tennisturnier in Wimbledon gewann. Das war 1957. Sieben Jahre zuvor durfte sie noch nicht gegen Weiße spielen. Bruce Schoenfeld erzählt den steinigen Weg der Sportlerin hin zu ihren Erfolgen, zu denen auch Siege bei den French und den US Open gehörten. Auch Angela Buxton, Engländerin und Enkelin russischer Juden, hatte mit Vorurteilen und Rassismus zu kämpfen. Beide Frauen gewannen in Wimbledon zusammen1956 das Damendoppel. Ein Sieg, der über die Sportwelt hinaus wichtig war. So wie Bruce Schoenfelds keine reine Sportlerinnenbiografie ist, sondern eine Geschichte über Rassismus und Sexismus.

Bruce Schoenfeld: „Althea Gibson – Gegen alle Widerstände. Die Geschichte einer vergessenen Heldin“. Harper Collins. 416 Seiten, 22 Euro.

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Die Renaissance der Grenzen

Die Globalisierung hat einst eine Welt ohne Grenzen versprochen. Der Soziologe Steffen Mau, der durch sein Buch „Lütten Klein“ bekannt geworden ist, beweist in seinem neuen schmalen Werk aber das Gegenteil. Die Grenzen sind mehr geworden, und sie wirken subtiler. Wer einer Gesellschaft – oder noch besser: dem Wirtschaftssystem – nicht nutzt, wird an- und aufgehalten, sozial Schwache, schlecht Qualifizierte – und in den vergangenen zwei Jahren auch Infizierte. Sortiermaschinen nennt Mau die Grenzen. Das Buch regt zum neuen Nachdenken über Grenzziehungen an.

Steffen Mau: „Sortiermaschinen. Die Neuerfindung der Grenze im 21. Jahrhundert“. C. H. Beck. 189 Seiten, 14,95 Euro.

Literarisches Leben – wild, reich und revolutionär

Peter Handke, Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson – in den Siebzigerjahren erlebte die deutsche Literatur eine besondere Zeit. Dazu kamen Peter Schneider, Rolf-Dieter Brinkmann und Nicolas Born, die sich neue Blicke auf die eigene Subjektivität erlaubten und feministische Autorinnen wie Karin Struck. Es war eine Zeit des Ausprobierens, des Neujustierens und des Modernisierens. Der große Erzähler deutscher Literaturgeschichte, Helmut Böttiger, schreibt über Autorinnen und Autoren, über ihre Bücher natürlich, über Thomas Bernhards Briefwechsel mit seinem Verleger Unseld und er vergisst auch die DDR etwa mit Christa Wolf und Volker Braun nicht. Ein Buch über ein Jahrzehnt, das uns in manchem näher ist, als wir denken.

Helmut Böttiger: „Die Jahre der wahren Empfindung. Die 70er – eine wilde Blütezeit der deutschen Literatur“. Wallstein. 473 Seiten, 32 Euro.

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Eine Briefgeschichte des bundesdeutschen Geisteslebens

Eine Literaturgeschichte der (bundes-)deutschen Nachkriegszeit in besonderer Form bietet der Briefwechsel des Lektors und Publizisten Walter Boehlich. Im Austausch mit Ingeborg Bachmann, Arno Schmidt, Frank Schirrmacher, Ruth Landshoff, Gottfried Benn und vielen anderen zeigt sich die Belesenheit und Klugheit dieses Mannes, der eher im Hintergrund prägend war. Umso mehr erfreut dieser Band, der eine große Lesefreude ist und dazu viele spannende Details mit sich führt – etwa dass Rudi Dutschke sich nach dem Attentat auf ihn 1968 an der Universität San Diego immatrikulieren wollte und der dort lehrende Herbert Marcuse deswegen Morddrohungen erhielt. Zudem sind die Schriftstücke Zeugnisse einer fast schon ausgestorbenen Kulturtradition des Briefeschreibens.

Walter Boehlich: „Ich habe meine Skepsis, meine Kenntnisse und mein Gewissen.“ Briefe 1944 bis 2000. Mit zahlreichen Abbildungen. Herausgegeben von Christoph Kapp und Wolfgang Schopf. Schöffling & Co.. 544 Seiten, 50 Euro.

Schulterpolster rein und dann lesen, lesen, lesen

Wenn die eigene Jugend Stoff historischer Erzählungen wird, kann man schon mal nostalgisch werden. Aber wenn einer wie Jens Balzer seine Rückschau auf die Achtziger so lebendig, abwechslungsreich und detailliert erzählt wie in „High Energy“, fühlt man sich gleich wieder jung. Also Schulterpolsterjacketts anziehen, Blue Curacao schlürfen und dabei „Miami Vice“ anschauen. Oder halt Balzer lesen.

Jens Balzer: „High Energy“. Rowohlt Berlin, 400 Seiten, 28 Euro

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Nicht erst in den Achtzigern modern: Auch Marlene Dietrich trug Schulterpolster. Bei ihr sahen sie aber auch elegant aus.

Nicht erst in den Achtzigern modern: Auch Marlene Dietrich trug Schulterpolster. Bei ihr sahen sie aber auch elegant aus.

Hintergründiges aus den Hinterzimmern der Politik

Es scheint fast, als säße der Dokumentarfilmer und Journalist Stephan Lamby in jeder Hinterzimmersitzung der deutschen Spitzenpolitik. In seinem Buch „Entscheidungstage“ taucht er tief ein in den Bundestagswahlkampf dieses Jahres. Man versteht danach vieles in der deutschen Politik besser und hofft, dass Lamby auch in den kommenden Jahren die Augen und sein Kameraobjektiv offen hält.

Stephan Lamby: „Entscheidungstage“. C. H. Beck, 383 Seiten, 22 Euro.

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