Bürgerbus Adelebsen

Verein befürchtet Scheitern des Projekts

Zwischen Göttingen und Dransfeld gibt es bereits einen Bürgerbus (Foto), der in Adelebsen könnte an der Anschubfinanzierung scheitern.

Zwischen Göttingen und Dransfeld gibt es bereits einen Bürgerbus (Foto), der in Adelebsen könnte an der Anschubfinanzierung scheitern.

Adelebsen. Karl-Heinz Rackebrandt, der Vorsitzende des Adelebser Bürgerbusvereins, versteht die Welt nicht mehr. „Seit November vergangenen Jahres stehen wir mit dem ZVSN in enger Verbindung“, berichtet er. Über jeden Schritt hätten sie den Verband informiert. Sie hätten den Verein gegründet,

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53 Mitglieder geworben und 29 ehrenamtliche Fahrer für das Projekt gewonnen

. Die Ortsräte hätten Gelder bewilligt. Der Abelebser Gemeinderat habe der Übernahme einer Ausfallbürgschaft zugestimmt.

Bürgerbus für Adelebsen

Bürgerbus für Adelebsen: Bereits mehrfach hat der Verein über das Projekt informiert.

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„Jetzt, nach so viel Vorarbeit, wird uns mitgeteilt, dass wir kurzfristig keine Anschubfinanzierung erwarten können“, ärgert sich Rackebrandt. Der Verband müsse die entsprechende Förderrichtlinie überarbeiten, was „mindestens ein Jahr“ dauere. Ohne das Geld vom ZVSN falle aber auch die 75-prozentige Förderung von der Landesnahverkehrsgesellschaft weg. Damit drohe sich das Bürgerbus-Projekt in seiner jetzigen Form zu zerschlagen.

Förderrichtlinie soll bis Spätherbst geändert werden

„Derzeit prüfen die Landkreise Göttingen und Northeim die von uns vorgeschlagene Änderung der Richtlinie, durch die auch Vereine antragsberechtigt würden“, sagt dazu Carl-Michael Wieder, stellvertretender Verbandsgeschäftsführer. Im Anschluss müssten die ZVSN-Gremien darüber abstimmen. Er rechne damit, dass im Spätherbst ein Beschluss vorliege.

Bürgerbus darf dem bestehenden ÖPNV keine Konkurrenz machen

Deutlich macht Wieder allerdings, dass er die bisherigen Routenpläne des Vereins kritisch sieht. Bereits heute würden Busse stündlich durch viele Ortsteile Adelebsens fahren. Würde der Bürgerbus, wie vom Verein geplant, nun mehrfach vormittags und nachmittags alle Dörfer anfahren, würden die bereits eingesetzten Busse Kunden verlieren. Das sei nicht genehmigungsfähig.

Verband will sein Angebot besser bewerben

„Weil viele Bürger offensichtlich das bestehende Angebot nicht ausreichend kennen, wollen wir jetzt mehr Geld in Werbung investieren“, kündigt Wieder an. Der ZVSN prüfe zudem, ob er sein Angebot in einigen Bereichen verdichten könne.

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Dorf- oder Bürgerbus

„Der Verband hat uns empfohlen, statt des Bürgerbusses einen Dorfbus zu realisieren“, sagt Rackebrandt. Ein Dorfbus fahre – anders als ein Bürgerbus – keine festen Linien ab und habe keine festen Haltestellen. Fahrer benötigen keinen Personenbeförderungsschein. Auch gebe es mehr Spielräume bei der Preisgestaltung.

Erschließung nur der Adelebser Siedlungsbereiche mit Hanglage

„Ein Dorfbus-Projekt wirft allerdings viele Fragen auf“, gibt Rackebrandt zu bedenken. So sei unklar, wo ein solcher Bus überhaupt fahren dürfe. Der ZVSN rate, die durch den öffentlichen Personennahverkehr kaum erschlossenen Siedlungsbereiche in Adelebsen, insbesondere in Hanglagen, zu bedienen. Der Charme des Bürgerbus-Projekts – auch im Vergleich zum jetzigen ZVSN-Angebot – liege aber darin, dass er alle Ortsteile nacheinander anfahre. Wenn der Bus dagegen nur in Adelebsen unterwegs sei, würden die Mitglieder aus den umliegenden Dörfern und die dortigen Ortsräte abspringen.

Zielgruppe sind vor allem Senioren

„Wir wollen daher weiter für den Bürgerbus kämpfen“, sagt der Vereinsvorsitzende. Ihre wichtigste Zielgruppe seien Senioren, die nicht weit bis zur nächsten Haltestelle gehen könnten. Für sie wollten sie Niederflurbusse mit Rampen einsetzen. „Solche Busse sind in Adelebsen bereits überwiegend im Einsatz“, so Verbandsgeschäftsführer Wieder. Die Busse könnten allerdings nur dort halten, wo es Hochborde gebe.

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Von Michael Caspar

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