Grenzlandmuseum Eichsfeld

30 Jahre friedliche Revolution

Präsentieren das neue Halbjahresprogramm (von links): Georg Baumert, wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter des Grenzlandmuseums, die Vorstandsmitglieder Horst Dornieden und Wolfgang Nolte sowie Geschäftsführerin Mira Keune.

Präsentieren das neue Halbjahresprogramm (von links): Georg Baumert, wissenschaftlich-pädagogischer Mitarbeiter des Grenzlandmuseums, die Vorstandsmitglieder Horst Dornieden und Wolfgang Nolte sowie Geschäftsführerin Mira Keune.

Teistungen. Vorstand und Geschäftsführung des Grenzlandmuseums Eichsfeld haben am Donnerstag über eine gute Entwicklung im vergangenen Jahr mit steigenden Besucherzahlen berichtet und das neue Halbjahresprogramm vorgestellt. Dieses steht ganz im Zeichen der Entwicklungen vor 30 Jahren: der friedlichen Revolution und den Fall des „Eisernen Vorhangs“, der Europa mehr als 40 Jahre getrennt hat.

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Grenzöffnung hat im Eichsfeld eine besondere Rolle gespielt

Gerade im Eichsfeld habe die Grenzöffnung und die daraus resultierenden Begegnungen eine besondere Rolle gespielt. Mit Blick auf das besondere Datum sei es eine Herausforderung, das Programm daran auszurichten, sagte Horst Dornieden (Teistungen), zusammen mit Wolfgang Nolte (Duderstadt) Vorsitzender des Trägervereins Grenzlandmuseum Eichsfeld. Das Programm reflektiere die Entwicklungen und blicke in die Zukunft, etwa bei der Frage „was ist aus der Grenze geworden?“

Vierteilige Vortragsreihe zum Europäischen Grünen Band

Die zehn Veranstaltungen zwischen Februar und Juli umfassen Mira Keune zufolge das Themenspektrum „Aufarbeitung der SED-Diktatur“, „Demokratie in Deutschland“ sowie „Ökologie und Umwelt“, so die Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums. Eine vierteilige Vortragsreihe unter dem Titel „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ widmet sich den vier Abschnitten des 12500 Kilometer langen Europäischen Grünen Bandes – vom Balkan (28. Februar) über den Abschnitt in Zentraleuropa (26. Mai) und das Baltikum (13. August) bis hin zum nördlichsten Abschnitt an der finnisch-russischen Grenze. Die interdisziplinäre Vortragsreihe werde durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert, so Keune.

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Treuhand und Nestwärme

„Die Treuhand: Idee - Praxis - Erfahrung 1990 bis 1994“ ist der Titel eines Buches von Dr. Marcus Böick, das 2018 im Göttinger Wallstein Verlag erschienen ist. Der Historiker der Ruhr-Universität in Bochum wird am 7. März im Grenzlandmuseum über seine Analysen sprechen. Ebenfalls im März stellt der Naturschützer und „Kultautor der ostdeutschen Umweltbewegung“, Ernst Paul Dörfler, sein neues Buch „Nestwärme - Was wir von Vögeln lernen können“ vor. Dabei handle es sich zum eine Kooperationsveranstaltung mit der Stiftung Leben und Umwelt/ Heinrich-Boll-Stiftung Niedersachsen, so Keune.

Informationstag zur Stasi-Akteneinsicht

Über das Thema Akteneinsicht können sich Interessierte beim Informationstag zur Stasi-Akteneinsicht am 11. April vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Erfurt beraten lassen. Außerdem ist an diesem Tag der Vortrag „Mythos Schwedt: DDR-Militärstrafvollzug und NVA-Disziplinareinheit aus dem Blick der Staatssicherheit“ von dem Historiker Arno Polzin im Grenzlandmuseum zu hören. Über die Geschichte von der früheren Wanderarbeit zum heutigen Berufspendler im Eichsfeld wird Gerold Wucherpfennig vom Heimatvereins Goldene Mark (Untereichsfeld) referieren.

Wanderung von Heinz-Sielmann-Stiftung zum Grenzlandmuseum

Eine Gedenkwanderung veranstalten das Grenzlandmuseum und die Heinz-Sielmann-Stiftung am 26. Mai. Das sei der weithin unbekannte Tag, an dem im Jahr 1952 mit der Abriegelung der 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze begonnen wurde, erläutert Keune. Eine Fachtagung mit dem Titel „(Auf)Brüche zur Demokratie?!“ veranstalten die Landeszentralen für politische Bildung in Niedersachsen und Thüringen am 13. Juni gemeinsam mit dem Grenzlandmuseum. Und schließlich wird der Thüringer Gedenktag für die Opfer des SED-Unrechts am 17. Juni am Grenzlandmuseum mit einer Kranzniederlegung und einer Buchvorstellung gedacht.

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Institutionelle Förderung durch Niedersachsen noch im ersten Halbjahr?

Wolfgang Nolte äußerte die Hoffnung, dass es im 30. Jahr der Grenzöffnung, "noch im ersten Halbjahr, eine verbindliche Zusage des Landes Niedersachsen gebe. Diese war 2018 in Aussicht gestellt worden. Nolte betonte am Donnerstag, wie wichtig eine "Sicherung für die Zukunft", sprich eine institutionelle Förderung für die Arbeit des Grenzlandmuseums sei. Auf niedersächsischer Seite habe es bisher das Bekenntnis zum Grenzlandmuseum Eichsfeld gegeben und eine "institutionelle Anerkennung vor einigen Jahren, aber ohne Finanzzusage", erinnerte Nolte. Das Land Niedersachsen habe projektbezogen gefördert und stelle Lehrerstunden zur Verfügung.

Informationen zum Thema Grenzlandmuseum

Mehr Informationen über das Grenzlandmuseum Eichsfeld auf der Tageblatt-Themenseite. Das Programm 2019 gibt es auf der Internetseite der Einrichtung.

„Ein gutes Jahr 2018“

Eine leichte Steigerung bei den Besucherzahlen vermeldet das Grenzlandmuseum für das Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr. 52 718 Menschen (2017: 52 585) besuchten Veranstaltungen oder Ausstellung beziehungsweise waren auf dem Grenzlandweg unterwegs. Ein Plus gab es auch bei den Führungen: von 413 im Jahr 2017 auf 476 im vergangenen Jahr. Außerdem besuchten insgesamt 4500 Schüler – jeweils etwa zur Hälfte aus Thüringen und Niedersachsen – das Grenzlandmuseum zu Führungen oder Workshops.

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Von Britta Eichner-Ramm

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