Autos in der Innenstadt

Diskussion um Verkehr in der Fußgängerzone in Duderstadt

Autoverkehr in der Duderstädter Fußgängerzone

Autoverkehr in der Duderstädter Fußgängerzone

Duderstadt. „Das Hauptärgernis in der Fußgängerzone ist und bleibt der unberechtigte Fahrzeugverkehr mit den übermäßig vielen Ausnahmeregelungen“, schrieb BI-Sprecher Wilfried Dierkes in einem Brief an Bürgermeister Wolfgang Nolte, den Ortsrat und den Stadtrat. Er kritisierte, dass Kontrollen seitens des Ordnungsamtes und der Polizei „so gut wie nicht“ stattfinden. Tagsüber gleiche die Marktstraße einer viel befahrenen Straße, in den Abendstunden und am Wochenende einem Großraumparkplatz.

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Schrittgeschwindigkeit

„Wir verstehen nicht, warum die Verwaltung nichts unternimmt“, sagte Dierkes. Schließlich habe deren Seitenradarmessung ergeben, dass 92 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell fahren. Erlaubt sei Schrittgeschwindigkeit mit einem Richtwert von fünf bis sieben Stundenkilometern. Mit Tempo 20 fahre man bereits das Drei- bis Vierfache des Erlaubten. „30 bis 40 Stundenkilometer sind ein Unding“, so Dierkes.

Autoverkehr in der Duderstädter Fußgängerzone

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Kontrollen

Die BI fordert mehr Kontrollen. "Wir kontrollieren punktuell, aber nicht schwerpunktmäßig", sagt Polizeihauptkommissar Hermann Niesen, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Duderstadt. "Mindestens 80 Prozent der kontrollierten Fahrer dürfen durch die Fußgängerzone fahren." Allerdings sprechen sich Kontrollen in Zeiten von Facebook auch schnell rum, so Niesen. Auch Sabine Holste-Hoffmann, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Duderstadt, weist den Vorwurf von fehlenden Kontrollen ab. "Wir sind mindestens dreimal in der Woche in der Fußgängerzone unterwegs und kontrollieren den ruhenden Verkehr." Dabei gehen die Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten mal morgens, mal nachmittags und auch abends auf ihre Tour. Darüber hinaus gebe es in Duderstadt aber noch zahlreiche weitere "Hot-Spots", die es zu kontrollieren gelte.

„Die Zeiten haben sich geändert“

Hubertus Werner, Vorsitzender des Treffpunkt Stadtmarketing und ehemaliger Ortsbürgermeister, verweist auf die unterschiedlichen Meinungen der Händler. Andere Städte allerdings würden ihre Fußgängerzonen zurückbauen. Persönlich plädiert er für eine Öffnung. „Die Zeiten haben sich geändert“, sagt er. Der Postbote komme nicht mehr nur einmal am Tag, sondern mehrere Lieferdienste kommen mehrfach um Lieferungen zu bringen und abzuholen. Jeder habe andere Arbeitszeiten. „Deshalb kann ich es nicht in feste Regeln fassen“, so Werner. „Um die Innenstadt aufzuwerten und zu beleben, halte ich eine geregelte Durchfahrt für notwendig.“ Er könne sich gut eine Einbahnstraßenregelung vorstellen.

Autoverkehr in der Duderstädter Fußgängerzone

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„Altes Ärgernis“

"Die Autos in der Innenstadt sind ein altes Ärgernis", sagt die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Glahn. "Es gibt zu viele Ausnahmen, dass es für die Polizei schwer ist." Sie schlägt feste Lieferzeiten wie in anderen Städten sowie Plaketten für Anwohner als Beispiele vor, um die Situation zu verbessern.

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„Pflaumenweiche Satzung“

Die „pflaumenweiche Satzung“ sieht Thomas Rössing-Schmalbach (CDU), Vorsitzender der Arbeitsgruppe Innenstadt im Ortsrat Duderstadt als Ursache. Ein weiteres Problem sei, dass viele Autofahrer sich nicht an die Vorschriften halten. Mit Schrittgeschwindigkeit sei die Durchfahrt für viele nicht mehr interessant. Feste Regeln, mit denen alle leben können wünscht sich auch Bürgermeister Wolfgang Nolte. Er könne sich auch vorstellen, dass beispielsweise von 10 bis 20 Uhr Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden.

Von Rüdiger Franke

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