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Rund 280 Mitarbeiter

FoamPartner-Werk in Duderstadt stockt Belegschaft auf

Verkauft: 2017 trennte sich Ottobock (links) von seiner Kunststoffsparte (rechts)

Verkauft: 2017 trennte sich Ottobock (links) von seiner Kunststoffsparte (rechts)

Duderstadt.Seit Otto Bock Kunststoff 2017 mit der Schweizer FoamPartner-Gruppe zusammengegangen ist, ist die Mitarbeiterzahl im Werk Duderstadt um zehn Prozent gestiegen – auf rund 280 Beschäftigte.

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„Wir wachsen“, sagt Standortleiter Karl-Heinz Koppelmeyer. Durch die Fusion der ungefähr gleich großen Schaumstoff-Unternehmen mit heute gut 1100 Mitarbeitern an 14 Standorten und einem Jahresumsatz von 246 Millionen Euro habe sich ihre Position am Markt „deutlich“ verbessert. Sie tauschten Know-how aus und bündelten ihre Aktivitäten in Forschung und Entwicklung. Mehr als 200 Spezialschaustoffe vertrieben sie heute.

„Unser Werk, das mit 24.000 Quadratmetern Produktionsfläche die größte Niederlassung der Gruppe ist, produziert vor allem für die Automobil-, Möbel- und Matratzenindustrie“, berichtet Koppelmeyer. Sie stellten Rollware her, Schaumstoffbahnen, die zum Beispiel in Fahrzeugtüren und -dächern verbaut würden. Dazu schnitten sie bis zu 2,40 Meter breite und bis zu 1,3 Meter hohe Schaumstoffblöcke zurecht. Die erste Naht komme erst nach 120 Metern, was den Ausschuss beim Kunden verringere. 500 Rollen fertigten sie täglich.

Werk in Rochester Hills

„Im Werk im US-amerikanischen Rochester Hills, das Duderstadt in die Gruppe eingebracht hat, werden Schaumsysteme hergestellt“, führt der Standortleiter aus. Sie fänden zum Beispiel bei der Fertigung von schallschluckenden Bauteilen für den Motorinnenraum Verwendung. Die Schweizer versorgten die Automobilindustrie mit akustischen und thermischen Schaumstofflösungen.

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Hochregallager: In der Halle ist genug Platz für bis zu 3500 Kunststoffblöcke.

Hochregallager: In der Halle ist genug Platz für bis zu 3500 Kunststoffblöcke.

„Derzeit arbeiten wir vereint an Polyurethan-Schäumen, bei denen es kaum noch Ausdünstungen gibt“, berichtet Koppelmeyer. Zudem entwickele die Gruppe sehr leichte Produkte für Elektrofahrzeuge. Verringerungen des Gewichts erhöhten dort die Reichweite. In der Geschäftseinheit Mobilität erwirtschafte die Gruppe heute 40 Prozent des Umsatzes.

Living and Care

„Seit der Übernahme ist bei uns der Bereich Matratzen wichtiger geworden“, sagt Koppelmeyer. Matratzen gehörten zur Geschäftseinheit „Wohnen und Pflege“ (Living and Care), auf die 15 Prozent des Umsatzes entfielen. Das Werk in Duderstadt fertige 800 Matratzen am Tag. Mit dem schweizerischen Know-how stiegen sie in den Premiumbereich ein. Die Gruppe wolle in diesem Bereich in Duderstadt einen sechsstelligen Betrag investieren.

„Eine zunehmende Rolle spielt bei uns in Duderstadt das Geschäftsfeld der Spezialprodukte“, sagt Koppelmeyer. Ganz unterschiedliche Dinge gehörten dazu. So liefere die Gruppe Stoffe zur Herstellung von keramischen Filtern, die dann in Metallgießereien Verwendung fänden. Sie stellten Schaumstoffe für Reinigungsrollen in Laserdruckern her, die sich trotz Reibung nicht elektrisch aufladen würden. Ein anderes Produkt seien Substrate, die sich zur Begrünung von Dächern nutzen ließen.

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Gemeinsames Unternehmen im chinesischen Changzhou

„Ein enger Kontakt zwischen der 1953 gegründeten Otto Bock Kunststoff und FoamPartner kam 2005 zustande, als beide Unternehmen im chinesischen Changzhou eine gemeinsame Produktionsfirma aufbauten“, sagt Marketingchefin Silvia Ziebold vom Schweizer Firmensitz in Wolfhausen. Die Partner hätten sich so die Investitionskosten, einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag, teilen können, ergänzt Koppelmeyer.

Die Dachmarke FoamPartner gibt es seit dem Jahr 2000. Dort bündelt die 1937 gegründeten Fritz Nauer AG, die anfangs mit Naturschwämmen handelte, ihr Schaumstoffgeschäft. Seit 1980 gehört die AG zur Schweizer Unternehmensgruppe Conzzeta. Die Produkte werden in 58 Ländern vertrieben. Neben Europa sind die USA und China die wichtigsten Märkte.

Von Michael Caspar

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