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Berufsschüler sanieren Trabant

Kooperation von BBS Duderstadt und Grenzlandmuseum Eichsfeld

BBS-Schüler haben den Trabant, das Ausstellungsstück vom Grenzlandmuseum, restauriert und zurück zum Museum gebracht.

BBS-Schüler haben den Trabant, das Ausstellungsstück vom Grenzlandmuseum, restauriert und zurück zum Museum gebracht.

Duderstadt/Teistungen.Die Kooperation zwischen dem Grenzlandmuseum Eichsfeld und den BBS existiert schon mehr als zehn Jahre. Verschiedene gemeinsame Projekte hat es bereits gegeben, und auch Fahrzeuge wurden von den angehenden Kfz-Mechatronikern während der Unterrichtseinheiten an den BBS restauriert. Der Trabant 601, Baujahr 1986, der im Grenzlandmuseum in einer historischen Garage zu besichtigen ist, sollte nun ebenfalls überholt werden.

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Übersichtliche Technik im DDR-Auto

„Diese Zweitaktmotoren werden seit Jahrzehnten nicht mehr gebaut. Ich habe das alles noch gelernt, aber für die Jugendlichen waren das ganz neue Einblicke“, sagte BBS-Lehrer Thomas Sattler über die Instandsetzung des alten Trabis. Gemeinsam mit seinem Kollegen Axel Oppermann hat er die Schüler an alte Kfz-Technik herangeführt.

„Die Technik ist viel übersichtlicher als bei heutigen Autos“, stellten die Berufsschüler fest. Selbst automatische Fensterheber gab es vor mehr als 30 Jahren noch nicht, meinten die angehenden Mechatroniker. Doch trotz seines Alters sei der Trabi noch voll funktionstüchtig, bestätigte Sattler. „Wir haben ihn ausprobiert, allerdings haben wir alle Flüssigkeiten wieder ausgelassen, damit da nichts verklumpt“, erklärte der Lehrer.

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Ohne Öl und Sprit musste der Trabi bei der feierlichen Rückgabe ans Grenzlandmuseum dann per Anschub in seine Garage gerollt werden, was die Berufsschüler auch selbst erledigten. „Um den Wagen von den BBS nach Teistungen zu bringen, hat sich Autohaus Abicht bereiterklärt, den Transport kostenlos zu übernehmen“, dankte Oppermann für die Nachbarschaftshilfe. Und BBS-Schulleiterin Sabine Freese lobte das Engagement der Kfz-Schüler, unter denen auch zwei weibliche Azubis waren.

Trabi-Town nach der Grenzöffnung

Horst Dornieden, Vorsitzender des Grenzlandmuseums Eichsfeld, dankte für die andauernde und gute Kooperation der BBS und für die Rückgabe des Trabis in solch gutem Zustand. „Viele von uns haben die Trabi-Welle mitbekommen, die bei der Grenzöffnung nach Duderstadt rollte und auch andere Städte überflutet hat. Der Trabi steht heute als Symbol für die Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie“, sagte Dornieden. Oppermann erinnerte an das übermalte Ortsschild von Duderstadt. „Trabi-Town“ hieß es damals.

Die Berufsschüler sind alle erst weit nach der Grenzöffnung geboren worden. Für sie sei die Trabi-Sanierung auch ein Eintauchen in die deutsche Geschichte, betonte Freese. Den Faden griff Mira Keune, Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums, auf. Als Dank für ihr Engagement dürfen sich die BBS-Schüler einen Workshop im Museum aussuchen, um noch mehr über die neuere Geschichte Deutschlands zu erfahren und selbst zu erarbeiten. "Dabei wird es auch um die Geschichte des Trabis gehen", versprach Keune. Die liebevolle Sanierung des Wagens sei eine tolle Chance gewesen, Technik und Geschichte zu verbinden. Sie hoffe ebenfalls auf weitere gemeinsame Projekte mit den BBS. Für das Grenzlandmuseum sei der Trabant ein wichtiger Anziehungspunkt für die Besucher. Viele würden auch persönliche Erinnerungen mit dem DDR-Auto verbinden.

Der erste Trabant ging 1958 in Zwickau in Serie. 1989 fuhren vor der Grenzöffnung rund 3,8 Millionen private Pkw in der DDR, davon waren etwa zwei Millionen Trabis. „Im Schnitt betrug die Wartezeit auf ein Auto zwölf Jahre“, informierte Keune.

Von Claudia Nachtwey

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