2500 Hektar Fläche

23 Vorranggebiete für Windräder im Landkreis Göttingen

Göttingen. Insgesamt fast 2500 Hektar Vorranggebiete könnten ausgewiesen werden. Dadurch soll, wie es das Land vorgibt, der Windenergie „substantiell“ Raum gegeben werden. In fast jeder Gemeinde sind ein bis zwei Gebiete offenbar möglich. In den Samtgemeinden Dransfeld und Gieboldehausen sind es jeweils vier und im Duderstädter Stadtgebiet fünf. Im Gebiet der Stadt Hann. Münden sind wegen der vielen Waldgebiete nach derzeitigem Stand keine Vorranggebiete möglich.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In Niedersachsen sind derzeit nur in Ausnahmefällen Windräder im Wald möglich und auch nur auf „vorbelasteten“ Flächen wie ehemalige Zechen oder Kasernengelände – anders als in Hessen. Die Region Nordhessen plant etliche große Vorranggebiete an den Grenzen des Landkreises Göttingen auf bewaldeten Bergrücken mit viel Wind wie dem Reinhardswald.

Die neue niedersächsische Landesregierung ändert möglicherweise die Vorgaben, will aber erst eine Potenzialanalyse erstellen.

Die Göttinger Kreisumweltdezernentin Christel Wemheuer ist dafür, dass das Land mehr Möglichkeiten im Wald einräumt. „Wir brauchen am Ende auch Windräder“, so Wemheuer. Sie verweist auf den Kreistagsbeschluss, bis 2040 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie zu setzen. Unter Beachtung aller Vorgaben wie dem Naturschutz könnte es dann möglicherweise sowieso nur zu zwei bis drei Standorten im Wald kommen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Mindestens 20 Hektar und Platz für drei Räder

Im Kreisgebiet gibt es bislang nur rund 30 Windräder. Sie wurden vor rund zehn Jahren gebaut und haben eine Nabenhöhe von rund 50 Metern. Die ersten drei neuen Drei-Megawatt-Anlagen mit fast 200 Metern Höhe sind zurzeit bei Bischhausen im Bau. Die Windenergie-Gesellschaft „Windkraft Diemarden“ baute dafür zwei alte Anlagen bei Diemarden ab.

Das Interesse von Investoren an Standorten im Kreis ist groß, darunter Bürgerwindgesellschaften, Stadtwerke wie die Göttinger und Kasseler, aber auch große Energiekonzerne wie Vattenfall. Der schwedische Konzern begann bereits 2010 mit einer flächendeckenden Studie in der Region. Mit Grundeigentümern, deren Fläche in Frage kommen, sind bereits Vorverträge unter Dach und Fach.

So will die Firma Lenpower bei Jühnde einen Windpark errichten und vereinbarte bereits eine Option über eine Anlage mit Bürgerbeteiligung. Etliche Flächen sind nicht realisierbar, da unter anderem der geschützte Rotmilan in der Nähe nistet.

Die Gemeinden sind dabei, ihre Flächennutzungspläne zu ändern. Dort ausgewiesene Vorranggebiete verhindern, dass an anderer Stelle Windräder gebaut werden. Das Raumordnungsprogramm des Kreises schließt das nicht aus. Es beschränkt sich auf Standorte mit mindestens 20 Hektar und Platz für drei Räder. Gemeinden könnten auch andere Standorte ausweisen, wenn keine anderen Belange entgegenstünden, erklärt Wemheuer.

Die Kreisverwaltung plant, im Herbst mit dem RROP-Entwurf einschließlich Windvorranggebieten in die Kreistagsgremien zu gehen. Anfang 2014 soll der Entwurf öffentlich ausgelegt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Spiele entdecken