Naturschutz

70000 Quadratmeter Blühstreifen rund um Göttingen

Blühstreifen in Groß Ellershausen: Landwirt Ralf Bartens mit Blühstreifen-Saatgut.

Blühstreifen in Groß Ellershausen: Landwirt Ralf Bartens mit Blühstreifen-Saatgut.

Göttingen/Sieboldshausen. Noch sieht der Acker wie ein Acker aus: Ralf Bartens aus Groß Ellerhausen kniet auf dem Boden und schaut nach den Blumen. Noch ist nicht wirklich viel zu sehen auf seinem Land an der B3 zwischen Kaufpark und Groß Ellerhausen. Aber bald.

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Bartens ist einer der Landwirte, die sich an dem Blühsteifen-Projekt des Landvolkverbandes Göttingen beteiligen. Dort, wo er im vergangenen Jahr noch Mais geerntet hat, sollen in diesem Sommer auf rund 8000 Quadratmetern etwa 15 Blumenarten blühen. Bartens hat die „Zuckerrübenmischung“ gesät, eine Blumenmischung, die sich gut mit dem Rübenanbau verträgt. Ringelblume, Öllein, Sonnenblume, Tagetes, Kornblume und Klatschmohn sind nur einige der Sorten, die dort im Sommer unter anderem als Insektenfutter dienen sollen. Bartens hat vor wenigen Tagen die Blühstreifen-Saat in die Erde gedrillt.

1500 Quadratmeter Blumen

Im März hat das Landvolk die Aktion gestartet. Als einer der ersten Landwirte, die sich beteiligt haben, ist Albrecht Trieselmann hinaus gefahren und hat einen Blühstreifen angelegt. Sein Rübenacker am Ortsrand von Sieboldshausen ist bereits von einem grünen Teppich bewachsen – Phacelia, Sommerwicke und Co haben bereits ihre Blätter entwickelt. „Ich habe schon seit einigen Jahren Blühstreifen“, sagt Trieslemann. Jetzt macht er beim Landvolk-Projekt mit, rund 1500 Quadratmeter seines Ackers ist mit Blumen bestellt.

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Blühstreifen-Projekt

Blühstreifen-Projekt

Freude über Spenden

Mit 20 Cent können Sponsoren einen Quadratmeter Blumenacker fördern. „Für diese Saison haben wir jetzt abgeschlossen“, sagt Hübner. Bislang seien 14000 Euro zusammengekommen. „Das reicht für etwa 70000 Quadratmeter Blühstreifen. „Derzeit arbeiten wir an einer digitalen Karte“, erklärt er. Wenn sie fertig ist, können Interessenten nachschauen, wo überall im Landkreis Blühstreifen zu finden sind. „Wenn sich jemand ein paar Blumen pflückt, ist das in Ordnung“, sagt Bartens. „Und wir freuen uns dann über eine Spende“, sagt Hübner.

Zuckerrübenmischung

Zuckerrübenmischung.

Mit dem Blühstreifenprojekt wollen die Landwirte rund um Göttingen einen Beitrag gegen das Insektensterben und für den Umweltschutz leisten. Rund 30 Bauern aus verschiedenen Kommunen beteiligen sich. „In sechs bis acht Wochen sollte die Blüte beginnen“, erklärt Trieselmann für seinen Blühstreifen. Auch er hat die Zuckerrübenmischung gewählt. „Welche Blumen sie wählen, das bleibt den Bauern überlassen“, sagt Hübner.

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Blüten bis in den Herbst

„Wir wollen ein Paradies für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten entstehen lassen. Dafür können wir die Äcker unserer Landwirte nutzen“, hatte Hübner zu Beginn der Kampagne erklärt. Auch aus EU-Programmen werden Blühstreifen gefördert. Aber: „Alle diese Blühstreifen werden zusätzlich zu anderen Projekten angelegt“, so Kreislandwirt Hubert Kellner. Die Blumen sollen bis in den Herbst hinein blühen und Insekten Nahrung und Lebensraum bieten. Und: „Wir machen das ja auch, weil es uns Bauern freut“, sagt Landwirt Trieselmann.

14000 Euro für Göttinger Blühstreifen-Aktion

113 Paten, 14000 Euro und Saat für gut sieben Hektar Blumenwiese. Das ist die Zwischenbilanz beim Blühstreifen-Projekt "Wir machen Göttinger bunter". "Ein Riesenerfolg", schwärmt Achim Hübner, Geschäftsführer beim Landvolk Göttingen. Mitte März hatte der Kreisbauernverband die Aktion gestartet. Von Beginn an waren als Groß-Paten die Sparkasse Göttingen, Sparkasse Duderstadt, Raiffeisen Warengenossenschaft Rosdorf, Landpixel Fotoagentur, Volksbank Mitte, VR-Bank Südniedersachsen, die Gemeinde Rosdorf sowie das Göttinger und Eichsfelder Tageblatt mit im Boot. Jeder dieser Partner hat Saatgutmischungen im Wert von je 1000 Euro erworben. Außerdem unterstützen die Gemeinden und Samtgemeinden Rosdorf, Bovenden, Dransfeld, Radolfshausen und die Städte Göttingen sowie Duderstadt die Aktion. Darüber hinaus haben inzwischen 113 weitere Blühpaten Geld gespendet – die meisten etwa 50 Euro, einzelne bis zu 250 Euro. Es seien überwiegend Privatpersonen, aber auch der Nabu Duderstadt habe sich mit 500 Euro beteiligt. (us)

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