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Ortsrat Weende

Adam-von-Trott-Weg als „doppelte“ Sackgasse?

Neubauten am Adam-von-Trott-Weg: Der Straßenbereich soll neu gestaltet werden.

Neubauten am Adam-von-Trott-Weg: Der Straßenbereich soll neu gestaltet werden.

Göttingen.Was passiert mit dem Adam-von-Trott-Weg? Für einige Diskussionen sorgte die Vorstellung des Planungsstandes zur Neugestaltung der Straße im Weender Ortsrat. So ging es etwa um die Anzahl und Anordnung der Parkplätze sowie eine mögliche Verkehrsberuhigung. Selbst ein Durchfahrtverbot war Thema.

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Eigentlich war laut Tagesordnung der jüngsten Ortsratssitzung im Weender Thiehaus lediglich ein „Bericht der Verwaltung“ zum Planungsstand hinsichtlich der Gestaltung und künftigen Nutzung des Adam-von-Trott-Weges vorgesehen. Nachdem Axel Meinshausen vom Fachdienst Stadt- und Verkehrsplanung der Stadt Göttingen diesen anhand vorliegender Skizzen vorgetragen hatte, ergriff Edgar Culp (SPD) das Wort – und brachte damit eine lebhafte Debatte in Gang.

Anlieger-Interessen nicht berücksichtigt

Culp sah die Interessen der Anlieger in den vorgestellten Plänen nicht ausreichend berücksichtigt. „Das wird eng für die Anwohner“, kommentierte er das Vorhaben, an der Stelle der früheren Garagen einen 2,50 Meter breiten Gehweg und daran anschließend eine 5,50 Meter breite Fahrbahn anzulegen. Der gesamte Bereich werde laut Meinshausen gepflastert. Dies gelte auch für die künftig 32 Parkbuchten – bisher hatten hier 25 Parkplätze zur Verfügung gestanden. Baubeginn könnte im Mai oder Juni sein; die Bauzeit sei mit etwa einem halben Jahr veranschlagt. „Das ist schon jetzt eine Rallye-Strecke“, so Culp, selbst Anwohner des betroffenen Bereiches. Viele würden den Adam-von-Trott-Weg als Umgehungsstraße für die Blitzer-Kreuzung an der B 27 nutzen. „Wenn dort jetzt gepflastert wird, dann wird es noch lauter“, befürchtete Culp, zumal 178 Studierende als neue Anwohner hinzukämen. „Ich halte das für unzumutbar“, betonte er, und warf sodann die Frage in den Raum: „Warum wird das keine Shared-Space-Straße?“ Normalerweise würden solche Straßen asphaltiert werden, entgegnete Meinshausen. Durch die Entscheidung für das Pflaster werde hier aber durchaus eine Art Shared-Space-Charakter erreicht. Unterschiedliche Farbtöne des Pflasters sollen die verschiedenen Bereiche, also Fahrbahn, Parkbuchten und Gehweg, voneinander absetzen. „Das wird nicht wie eine normale Straße aussehen“, versuchte Meinshausen zu beruhigen.

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Rücksicht auf Kinder

Horst Roth (Bündnis 90 / Die Grünen) sprang seinem SPD-Kollegen bei. „Hier sollte eigentlich ein Shared-Space eingerichtet werden. Warum macht man daraus jetzt nicht zumindest eine Wohn- und Spielstraße, also einen verkehrsberuhigten Bereich?“ Die Aufenthaltsqualität für die Anwohner müsse im Vordergrund stehen. Einen verkehrsberuhigten Bereich würde auch Patrick Thegeder (FDP) begrüßen, zumal in dieser Gegend viele Kinder leben würden. Ein Shared-Space-Konzept lehnte er jedoch eher ab – genau wie Hans Otto Arnold (CDU). „Shared-Space ist ein ziemlich anarchistischer Zustand. Ich glaube nicht, dass das im Sinne der Anwohner wäre“, sagte Arnold. Wichtig sei aus seiner Sicht eher die Frage, ob die Stellplatzbreite mit 2,50 Meter nicht zu knapp bemessen sei. Zu diesem Punkt äußerte sich auch Culp kritisch: „Uns Anwohnern ist vor längerer Zeit mal angekündigt worden, dass hier Längsparkplätze gebaut werden sollen“, berichtete er. „Wir können hier jeden Parkplatz gebrauchen“, argumentierte Meinshausen im Hinblick darauf, dass Parkbuchten platzsparender anzulegen seien. Eine Bedarf an zusätzlichen Parkplätzen sah Culp allerdings nicht.

Ob künftig überhaupt noch Durchgangsverkehr zugelassen werden müsse, war ein weiterer Diskussionspunkt. Roth brachte eine Sackgasse von beiden Seiten ins Spiel. „Dies würde zwei Wendehammer erfordern, und der Bebauungsplan müsste geändert werden“, antwortete Meinshausen für die Verwaltung. Eine Beschlussfassung über die Pläne war laut Tagesordnung nicht vorgesehen, aber Ortsbürgermeister Hans-Albert Ludolph (SPD) betonte schließlich: „Die Diskussionen hierzu sind noch nicht beendet, sie sind eher angeschoben worden.“

Von Markus Riese

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