Städtischer Schulausschuss

Alle Parteien wollen zügige Sanierung des Hainberg-Gymnasiums

29.11.2018 Schüler, Eltern und Lehrer des Hainberg-Gymnasiums demonstrieren am Neuen Rathaus für die Sanierung ihrer Schule.

29.11.2018 Schüler, Eltern und Lehrer des Hainberg-Gymnasiums demonstrieren am Neuen Rathaus für die Sanierung ihrer Schule.

Göttingen. Unterschrieben haben den Antrag die CDU, die Grünen, SPD, FDP und die Ratsgruppe aus Piraten und „Die Partei“ im Rat der Stadt Göttingen. Darin fordern sie die Verwaltung auf, die Gebäude- Sanierung des Gymnasiums nicht länger hinauszuschieben. Die „Planung der von der Schulleitung des Hainberg-Gymnasiums bereits 2006 beantragten und seit 2008 auf der Liste des Fachbereichs 65 geführten Sanierung des Anbaus am Hauptgebäudes der Schule“ müsse „unverzüglich“ beginnen.

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Eine Verschiebung um weitere zwei Jahre sei weder den Schülern noch ihren Lehrkräften weiter zuzumuten. Dagegen sprächen unter anderem Sicherheitsgründe: Die Fensterelemente seien marode oder gar „durchgammelt“ und müssten von den Hausmeistern aus Sicherheitsgründen gesperrt werden: Beim Öffnen drohten die Fenster aus ihren Rahmen zu fallen.

Auch aus Gesundheitsgründen sei eine zügige Sanierung notwendig: Bei hohen Temperaturen wie im vergangenen Sommer erwärmten sich die Räume schnell. Täglich von 7.50 bis 15.20 Uhr in einem Gebäude konzentriert zu arbeiten, sei auch jungen Menschen auf Dauer nicht zuzumuten. „Im Winter hingegen“, führt der Antrag weiter aus, „ist das Gebäude zu kalt und verursacht hohe Heizkosten. Auch hier kann die Konzentration bei langem stillen Sitzen (gerade bei vier- oder sechsstündigen Klausuren) nicht aufrecht erhalten werden.“ Oft seien Schüler gezwungen, mit Schal und Mütze zu arbeiten. Zwar sei es bislang möglich gewesen, bei schwierigen Situationen in Räume des Altbaus auszuweichen aber: „Mit Einführung von G 9, die auch die Schülerschaft des Hainberg Gymnasiums wachsen lässt, besteht diese Möglichkeit nicht mehr, da keine Räume zur Verfügung stehen.“

Angesichts dieser Argumentation und der Demonstration zuvor geriet die Verwaltung unter erheblichen Rechtfertigungsdruck. Die Stadt müsse sich um „eine Vielzahl von Gebäuden, darunter auch Schulen“ kümmern, erklärte Baudezernent Thomas Dienberg. Trotz eines Rekordbudgets von zehn Millionen Euro allein für Schulen im Jahr 2019 sei darin die Sanierung des Neubaus der Hainbergschule nicht enthalten. Auch weil Fachkräfte im Bauamt und akzeptable Angebote von Baufirmen fehlten, seien Verzögerungen im Sanierungsprogramm möglich.

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Dienberg: „Nur Totalsanierung hilft“

Dienberg räumte allerdings den erheblichen Sanierungsbedarf beim Hainberg-Gymnasium ein. Punktuelle Maßnahmen wie die Reparatur von Fenstern, die nicht mehr geöffnet werden können, hülfen allerdings nicht: Nur eine Totalsanierung sei sinnvoll. Die könne wahrscheinlich im Jahr 2021 angegangen werden. Weil nur während der Sommerferien gearbeitet werden könne, müsse man jedoch mit einer Sanierungszeit von etwa fünf Jahren rechnen.

Hainberg-Schulleiter Georg Bartelt erinnerte daran, dass die Sanierung seines Gymnasiums bereits fest im Haushaltsplan 2018 stehe. Vor sechs Jahren hätten Schule, Lehrer, Schüler und Eltern noch auf die prekäre Finanzsituation der Stadt Rücksicht genommen. Die aber sei mittlerweile Vergangenheit. Bartels: „Wir wollen nicht vorgezogen werden. Wir sind jetzt dran.“

Entsprechend ging der interfraktionelle Antrag problemlos durch: Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus.

Von Matthias Heinzel

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