Autobahnen in und um Göttingen

Bislang keine Hitzeschäden auf Straßen im Landkreis

Sogenannte Blow-ups können für große Gefahr auf Autobahnen sorgen.

Sogenannte Blow-ups können für große Gefahr auf Autobahnen sorgen.

Göttingen. „Wir müssen noch keine entsprechenden Maßnahmen vornehmen“, sagt Udo Othmer, Leiter des Geschäftsbereiches Gandersheim der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. „Das Problem bezieht sich in erster Linie auf Betonfahrbahnen, auf denen sogenannte Blow-ups auftreten.“ Auch sei von Vorteil, dass es am Wochenende durch den Regen kühler geworden sei. „Wenn wir irgendwo ernste Probleme bekommen sollten, müssen wir aber auch die Geschwindigkeit auf der jeweiligen Strecke reduzieren“, so Othmer. Der Asphalt sei aber so konzipiert, dass die aktuellen Temperaturen noch nicht für Schäden sorgen. Eine genaue Gradzahl, wann Schäden auftreten, könne er aber nicht nennen.

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Keine Bundesstraßen aus Beton

Auf den Bundesstraßen im Gandersheimer Geschäftsbereich seien bislang keine Schäden durch Hitze aufgetreten, sagt Othmer. Auch seine Kollegin Carina Eberwein, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereiches Goslar, sieht aktuell in ihrem Bereich noch keinen Handlungsbedarf. „Wir haben keine Bundesstraßen aus Beton“, sagt sie. Das gebe es höchstens noch vereinzelt als Altlast unten drunter. „Im Geschäftsbereich Goslar bauen wir die Bundesstraßen in Asphalt“, so Eberwein. Irgendwann habe die Hitze allerdings auch Auswirkungen auf diese Oberflächen.

Auch in Nordhessen müssen Autofahrer nicht mit den gefürchteten Blow-ups rechnen. „Wir haben in Hessen kaum Abschnitte, auf denen Beton verbaut ist“, berichtet Horst Sinemus, als Pressesprecher zuständig für den Bereich Nordhessen bei Hessen Mobil – Straßen- und Verkehrsmanagement.

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Gefahr von Blow-ups

Die Hessen erklären das Auftreten von Blow-ups. Durch die starke Erwärmung entstehen im Beton sehr hohe Druckspannungen, die nur durch freie Ausdehnung abgebaut werden können. Eine Betonfahrbahn könne diese enormen Kräfte nur über Reibung an der Unterseite abbauen. In einer Hitzeperiode, während der auch nachts nur geringe Abkühlung gegeben sei, können sich diese Spannungen so stark erhöhen, dass an einer Schwachstelle die Fahrbahn breche und der Beton aufplatze.

Die besondere Gefahr durch Blow-ups besteht durch das plötzliche Aufplatzen. Dadurch entsteht auf der Fahrbahn eine Erhebung, die besonders für Motorradfahrer gefährlich wird. Aus diesem Grund wird in den betroffenen Bereichen die erlaubte Höchstgeschwindigkeit herabgesetzt, da die Erhebungen durchaus wie eine Sprungschanze wirken können.

So wirkt Hitze auf Asphaltstraßen

Auf Asphaltstraßen wirke sich die Hitze anders aus, erklären die Experten von Hessen Mobil. Hier komme es zu Verformungen oder Spurrinnenbildungen mit teilweise ausgeprägten Wülsten, insbesondere auf Streckenabschnitten mit hohem Schwerverkehrsanteil. Der Grad der Verformung hänge dabei von der Intensität der Sonneneinstrahlung ab, also von der Dauer, Winkel und der nächtlichen Abkühlung. Ein Schmelzen des Asphalts sei im Straßenbau in der Regel nicht möglich.

Von Rüdiger Franke

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