Umweltausschuss Kreistag Göttingen

Bootshaus am Seeburger See muss verschwinden

Das alte Bootshaus am Seeburger See soll abgerissen werden.

Das alte Bootshaus am Seeburger See soll abgerissen werden.

Göttingen / Seeburg. Umweltdezernentin Christel Wemheuer (Grüne) ließ keinen Zweifel: „Wir haben keine rechtlichen Möglichkeiten. Das Bootshaus kann nicht stehen bleiben“, sagte sie am Mittwoch in der Sitzung des Umweltausschusses des Kreises. Vertreter von SPD, CDU und Grünen folgten Wemheuers Ausführungen.

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Einzig die Kreistagsgruppe Linke/Piraten/Partei+ hatte noch versuchen wollen, mit einem Antrag zur "Zukunft des Bootshauses am Seeburger See" die Erhaltung des Gebäudes 1981 gebauten reetgedeckten Holzgebäudes am bisherigen Standort zu erreichen. Nach Wemheuers Erörterung und dem Signal der anderen Parteien zog Rieke Wolters (Die Partei) den Antrag für Umweltausschuss und Kreistag zurück. Die Gruppe nahm in ihrem Antrag Bezug auf eine Onlinepetition, die mehr als 1300 Unterstützer gefunden hatte. "Für eine große Zahl Einwohner und Gäste Seeburgs gehört das reetgedeckte Haus zur gewohnten Silhouette des Sees", argumentieren die Antragsteller.

„Bestandskräftige Entscheidungen“ von 2004

Wemheuer verwies indes auf die Vereinbarung, dass mit dem Bau des Naturinformationszentrums mit integriertem neuen Bootshaus 2004 auch der Abriss des alten Bootshauses als Auflage vereinbart wurde. "Hierbei handelt es sich um bestandskräftige Entscheidungen, die zum damaligen Zeitpunkt die Zustimmung aller Beteiligten (Realgemeinden, Gemeinde, Landkreis, Zweckverband und Näder Familienfonds) fand. Die damaligen Entscheidungen zum Schutz des dortigen Naturschutzgebietes, nämlich die Beeinträchtigungen durch Bebauung so gering wie möglich zu halten, gelten heute gleichwohl und sind daher umzusetzen", heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung.

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Die Ratsgruppe kennt diese Vereinbarungen von 2004 zwar, kontert aber: „Verwaltung und Politik sollten aufgrund des zeitlichen Abstandes auch in der Lage sein, Vereinbarungen beziehungsweise Entscheidungen zu korrigieren. Die Entfernung des alten, reetgedeckten Hauses ist jetzt auch ein Eingriff in die Natur“, heißt es im Antrag.

Neues Quartier für Fledermäuse

Für die Fledermäuse, die das Bootshaus als Sommerquartier nutzen, sei laut Landkreisverwaltung ein Ersatzquartier geschaffen worden – im 20 Meter neuen Seehaus. „Ein vorhandenes Quartier zu erhalten, ist immer besser als eine Umsiedlung der Fledermäuse“, argumentiert die Ratsgruppe.

Bruno Kluge (l.) und Mario Schneemann kämpfen für den Erhalt des alten Bootshauses am Seeburger See.

Bruno Kluge (l.) und Mario Schneemann kämpfen für den Erhalt des alten Bootshauses am Seeburger See.

Zu der Möglichkeit, das Bootshaus unter Denkmalschutz zu stellen, macht die Kreisverwaltung wenig Hoffnung: „Nach den bisher vorliegenden Erkenntnissen und der Tatsache, dass es sich bei dem heutigen Bootshaus um einen vollständigen Neubau aus dem Jahr 1981 handelt, ist auch nach erster Einschätzung des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege als Fachbehörde nicht davon auszugehen, dass eine Denkmaleigenschaft ausreichend begründet werden kann“, teilt die Kreisverwaltung weiter mit.

Thorsten Heinze (SPD), Karin Wode (CDU) und Steffani Wirth (Grüne) folgten der Stellungnahme der Verwaltung. Er könne das "sentimentale Verhalten" und den Einsatz der Bootshaus-Retter verstehen, sagte Heinze. "Die Traurigkeit ist nachzuvollziehen", erklärte Wirth. Dem Antrag der Ratsgruppe zur Erhaltung des Hauses bescheinigte die Grüne aber "nicht ganz koscher" zu sein, wecke er doch Hoffnungen, die er nicht erfüllen könne.

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Von Michael Brakemeier

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