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Max-Planck-Institut

Eco-Bus-Projekt endet – Nachfrage größer als erwartet

Der Eco-Bus war unter anderem auch in Osterode am Harz unterwegs.

Der Eco-Bus war unter anderem auch in Osterode am Harz unterwegs.

Göttingen.Nach einer ersten zweimonatigen Pilotphase im Raum Bad Gandersheim und Kalefeld während der Gandersheimer Domfestspiele im Sommer 2018 sind im vergangenen halben Jahr bis zu zehn Eco-Busse rund um Goslar, Clausthal-Zellerfeld und Osterode am Harz gefahren. Dieser durch Fördermittel aus Niedersachsen und der EU finanziell unterstützte Pilotbetrieb endet nun planmäßig am 28. Februar, teilt das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) mit.

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Mit dem System Eco-Bus erforschten Wissenschaftler des MPIDS flexible Mobilität. Ihre Grundlagenforschung haben sie gemeinsam mit den Aufgabenträgern für den ÖPNV, dem Regionalverband Großraum Braunschweig sowie dem Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) in diesen zwei Pilotversuchen erprobt, um die theoretischen Vorhersagen in der Praxis zu überprüfen.

Mehr als zehn Prozent registrierte Nutzer im Harz

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Pilotprojekte. Die Nachfrage war größer als erwartet, und wir haben sehr viel über Kunden- und Fahrerverhalten in Bedarfsverkehren dieser Art gelernt. Die Fahrgastzahlen haben sich innerhalb weniger Wochen vervielfacht, und im Harz sind mehr als zehn Prozent der Einwohner registrierte Eco-Bus-Nutzer“, berichtet Professor Stephan Herminghaus, Leiter des Eco-Bus-Projektes und Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.

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"Der Eco-Bus wird gut genutzt und findet die Zustimmung der Fahrgäste. Die erforderliche Buchung von Fahrten mittels App oder telefonisch wird von den Fahrgästen angenommen", sagt Fritz Rössig vom Regionalverband Großraum Braunschweig. "Allerdings bietet das System gegenwärtig noch keine verkehrlich und wirtschaftlich hinreichende Verknüpfung mit dem bestehenden Bus- und Bahnverkehr. Hier gilt es dran zu arbeiten, um zukünftig verlässliche Wegeketten zu ermöglichen, Parallelverkehre zu vermeiden und eine gute Erschließungswirkung zu gewährleisten" so Rössig weiter.

Genaue Auswertung steht noch aus

Neben der technischen Anwendbarkeit gehe es auch eine dauerhafte Wirtschaftlichkeit, sagt Christel Wemheuer, Vorsitzende der ZVSN-Verbandsversammlung und Erste Kreisrätin im Landkreis Göttingen. Die entsprechenden Ergebnisse der begleitenden Evaluation stünden noch aus und müssten anschließend mit den zuständigen Fachleuten bewertet werden. „Am Ende muss stehen, welche bezahlbaren, klimafreundlichen Nahverkehrsangebote uns in der ländlichen Region tatsächlich weiterbringen“, so Wemheuer.

Das Projekt Eco-Bus sei „ein großartiger Erfolg“ und habe verdeutlicht, dass der Öffentliche Personennahverkehr vor allem im ländlichen Raum „neuer Impulse bedarf“, resümiert Thomas Brych, Landrat des Landkreises Goslar. Damit habe man auch Erwartungen geweckt, zunächst aber müsse die Auswertungen abgewartet werden. Dann müsse gemeinsam mit allen Akteuren überlegt werden, „ob und wie ein solches Angebot langfristig und nachhaltig etabliert werden könnte.“

Von Nora Garben / R

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