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Zwei Weltkriege

Erinnerungstafel auf Stadtfriedhof enthüllt

Die Tafel auf dem Stadtfriedhof erinnert an die Göttinger Opfer der beiden Weltkriege.

Die Tafel auf dem Stadtfriedhof erinnert an die Göttinger Opfer der beiden Weltkriege.

Göttingen.Doch die Erinnerungstafel ist viel mehr als nur Erinnerung: Sie bietet umfangreiche Informationen, auch über ausländische Opfer wie alliierte Kriegsgefangene in beiden Weltkriegen oder in die Region verschleppte Menschen, die im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeit leisten mussten. Zusammengestellt haben das Info-Material Schüler des neunten Jahrgangs der Geschwister-Scholl-Gesamtschule unter der Leitung ihres Geschichtslehrers Andreas Laubinger. Ihre Klasse habe unter anderem das einschlägige Material des Göttinger Stadtarchivs in Kleingruppen erschlossen und ausgewertet, sagte Klassensprecherin Carolin Lachmann bei der Enthüllungsfeier: „Und dann haben wir kleine Texte geschrieben und sie uns gegenseitig vorgetragen.“ Schließlich sei diese Materialsammlung für die Texte auf der Tafel komprimiert und zusammengefügt worden.

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Erste Tafel ihrer Art in Göttingen

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) würdigte die engagierte Arbeit der Schüler: Die Tafel auf dem Stadtfriedhof sei die erste ihrer Art in Göttingen. Es sei außerordentlich wichtig, „dass die Erinnerung nicht mit denen stirbt, die das Geschehen erinnern“.

Bei der Arbeit der Schüler handele es sich nicht um Heimattümelei, sondern um eine kritische Auseinandersetzung mit dem historischen Geschehen, sagte Köhler. Kriegsgräber hätten überdies eine andere Bedeutung als „normale“ Familiengräber: Während die dort bestatteten Menschen nach zwei oder spätestens Generationen aus der direkten Erinnerung verschwänden, dienten Kriegsgräber auch weiteren Generationen zur Mahnung, solche Geschehnisse nicht mehr zuzulassen.

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Kriegsgräberfürsorge unterstützt Projekt

Die Initiative zur Errichtung einer Erinnerungstafel ging vom städtischen Fachdienst Friedhöfe aus, der auch die Finanzierung und Aufstellung übernommen hat. Unterstützt wurde das Projekt vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Niedersachsen, der bereits weitere Geschichts- und Erinnerungstafeln auf mehr als 70 niedersächsischen Friedhöfen zusammen mit Schülern aus den jeweiligen Städten erarbeitet hat.

Zur Enthüllung der Tafel auf dem Göttinger Stadtfriedhof erklärte der Braunschweiger Volksbund-Bezirksvorsitzende Walter-Johannes Herrmann, das Engagement der beteiligten Schüler sei um so höher zu bewerten, als sie mit Geschehnissen konfrontiert worden seien, „die sie selbst überhaupt nicht zu verantworten haben“. Die Göttinger Tafel sei das 23. Projekt dieser Art im Bereich des Volksbund-Bezirksverbandes Braunschweig.

Auf der Grababteilung 46 des Göttinger Stadtfriedhofes sind etwa 1700 Opfer des 1. und 2. Weltkriegs bestattet. Dabei handelt es sich nicht nur um deutsche Soldaten, sondern auch um Kriegsgefangene aus vielen anderen Ländern, Zwangsarbeiter und andere Menschen, die in Göttingen während der beiden Weltkriege ums Leben kamen.

Von Matthias Heinzel

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