Bioabfall „Voll Gut“

Göttingen startet Bio-Power-Bewegung für besseren Kompost

Mit der Kampagne "Wir wollen die Trenn-Wende - Jetzt" wollen die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) für sauber getrennte Biotonnen werben.

Mit der Kampagne "Wir wollen die Trenn-Wende - Jetzt" wollen die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) für sauber getrennte Biotonnen werben.

Göttingen. s sind Slogans, die vielen irgendwie bekannt vorkommen: „Let the tonn’ shine“, „Wir wollen die Trenn-Wende - Jetzt“, „Wer zweimal falsch trennt, gehört noch zum Establishment“. Bio-Power statt Flower-Power lautet die Devise der GEB und ihrer Kampagnen-Agentur Amaretis etwa 50 Jahre nach Beginn der Flower-Power Bewegung. Jetzt geht es aber nicht um Frieden, sondern um Umweltschutz.

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Etwa 8500 Tonnen Abfall sammeln die

Göttinger Entsorgungsbetriebe

in jedem Jahr über die grünen Mülltonnen ein - Reste aus Küchen und Gärten. Etwa 1000 Tonnen und damit ein Achtel davon seien allerdings Fremdprodukte - sogenannte Fehlwürfe - die nicht in die Komposttonne gehören, erklärt Peter Loris, Leiter des städtischen Bioenergiezentrums.

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Mitarbeiter der Agentur Amaretis stellen die Kampagne vor

Mitarbeiter der Agentur Amaretis stellen die Kampagne vor.

Und das seien oft sehr ungewöhnliche und unerwartete Dinge, ergänzt die GEW-Kampagnenleiterin Annekathrin Köhler. Windeln, Glas, Coffee-to-go-Becher sowie Plastiktüten und Behälter seien ebenso darunter wie Glas und jährlich bis zu 300 Kilo Altbatterien.

Oft würden die Produkte wohl aus Unachtsamkeit in die Biotonne geworfen, vermutet Köhler, vielfach aber auch aus Unwissenheit. Sehr oft seien es auch bewusst genutzte kompostierbare Plastiktüten. Aber auch diese seien Gift für Biomüll und den angestrebte Kompost: „Sie verrotten sehr viel langsamer als Biomüll und Grüngut und entwerten den Kompost“, erklärt Köhler.

Warum die Stadt Göttingen jetzt eine Bio-Power-Bewegung anstößt, erklärt GEB-Chef Dirk Brandenburg im Video:

Dirk Brandenburg über Bio-Power

Dirk Brandenburg über Bio-Power

Auch darüber wollen die Initiatoren mit der Kampagne "Voll Gut" in Anlehnung an eine nur gut und sauber gefüllte Biotonne aufklären. Und über den Wert von Bioabfall sowie Kompost für einen grünen nachhaltigen Öko-Kreislauf. Bioabfall könne zu 100 Prozent recycelt werden, erklären die GEB in ihren Kampagne-Flyern. Zu Kompost verarbeitet gelte er als einer der besten und umweltschonendsten Dünger. Als Kompost gebe Bioabfall der Erde zurück, was sie braucht: Besten Humus und wichtige Nährstoffe für gesunde und starke Böden.

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„Deutschland ist Weltmeister im Recycling, das gilt auch für die Göttinger Bevölkerung“, sagt der kaufmännische Betriebsleiter der GEB, Dirk Brandenburg. „Doch aus­gerechnet bei dem Abfall, wo sich gutes Trennen am meisten lohnt, ­hapert es“, fügt er an. Der ge­sammelte Kompost werde zwar ­gesiebt und Fremdstoffe würden weitgehend herausgezogen, ergänzt Loris: „Aber das ist mit ­großem Aufwand und Kosten verbunden.“ Und kleine Tütenfetzen sowie Scherben von Gläsern zum Beispiel würden „durchs Sieb fallen“. Folge: Das hochwertige Produkt Kompost müsse umfangreich aufbereitet werden, bevor es den Bürgern auf Äckern und Gartenbeeten zugute komme.

Das gehört in die Biotonne

Obst- und Gemüsereste, Speisereste (auch gekocht), Knochen/Gräten (nicht roh), Tee- und Kaffeefilter, Restinhalte von Konserven, Fleisch- und Fischreste (gekocht), Brotreste, Zitrusfrüchte, Eier- und Nussschalen, Rasenschnitt, Laub, Moos, verwelkte Blumen, Topfpflanzen (ohne Topf), Küchentücher, Papierservietten, Papiertüten, Zweige.

Auf zunächst drei Jahre ist die Kampagne angelegt - begleitet von Aktionen, Aufklebern auf den Tonnen und Plakatwerbung. Enden soll sie, wenn das neue Kompostwerk am Königsbühl in Betrieb genommen wird. Die alte Anlage war 2016 abgebrannt. Zurzeit wird eine neue geplant. Der Göttinger Bioabfall wird in anderen Werken außerhalb der Stadt kompostiert.

Von Ulrich Schubert

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