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Berufsfindung bei Wulff

Göttinger Schüler kreieren eigene Würste

Antonella Petrovic, Maksut Ardulahi und Celine Siegel (von links) haben das Projekt „Es geht um die Wurst“ bei Fleischwaren Wulff besucht.

Antonella Petrovic, Maksut Ardulahi und Celine Siegel (von links) haben das Projekt „Es geht um die Wurst“ bei Fleischwaren Wulff besucht.

Göttingen.„Ungewöhnliche Situationen verlangen ungewöhnliche Maßnahmen“, sagte Wulff-Geschäftsführer Christoph Hoffmeister bei der Beendigung eines dreitägigen Projekts am Freitag. Dabei stand auch die Verköstigung der Produkte an, für die unter anderem 100 Kilogramm Rindfleisch bereit gestellt wurden.

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„Es geht um die Wurst“, hieß das Projekt, das Fleischwaren Wulff gemeinsam mit der Paderborner Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsgesellschaft entwickelt hat. Dabei konnten die beiden Partner auf eine achtjährige Zusammenarbeit bauen, so Hoffmeister, und erinnerte sich unter anderem an das gemeinsam durchgeführte Projekt „Proper Plus“, das jungen Leuten eine Ausbildung über Projektbausteine ermöglicht hat. Hoffmeister: „Hätte ich das damals nicht gemacht, hätte ich kaum einen Mitarbeiter im Versand.“

Lebensmittelhandwerk kennen lernen

Ganz konkret drehten sich die Tage vom 12. bis 14. Juni um eine Maßnahme, die neun Schüler der Heinrich-Heine-Schule für den Beruf des Fleischers begeistern sollte. Die Schüler erhielten dabei die Möglichkeit, Arbeitsweisen im Lebensmittelhandwerk kennenzulernen.

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An diesen drei aufeinanderfolgenden Tagen haben die neun Teilnehmer zwei eigene Grillwurstspezialitäten entwickelt und hergestellt. Es ging in dieser ungewöhnlichen Berufsorientierungsmaßnahme – die auch von der Agentur für Arbeit unterstützt wurde – um Hygieneregeln im Lebensmittelbetrieb, Gewürzkunde, Haltbarkeit der Produkte, um ein kleines Vermarktungskonzept für das eigene Produkt, und natürlich um die Verarbeitung des Fleisches selbst. Zusätzlich erhielten die Jugendlichen auch ein offizielles Hygiene-Zertifikat.

Herausforderung Fleischverarbeitung

Spätestens als es um die Verarbeitung ging, wurden die Projekttage für einige zur Herausforderung. „Die Auswahl des Darms und das Befüllen mit der Fleischmasse haben schon Überwindung gekostet“, gab beispielsweise Antonella Petrovic zu. „Es war interessant, lustig und nie langweilig“, sagten Maksut Ardulahi und Celine Siegel. Alle Schüler haben in zwei Gruppen an jeweils einer Rezeptur getüftelt. Am Ende lagen zwei Kreationen vor: „Hawaiian Slong“ und „Jambo Wurst“. Während in der einen neben Rindswurst Ananas und Käse verarbeitet waren, setzte die Jambo Wurst mit Tomate und Chili auf einen angenehmen, nicht zu scharfen Geschmack. Alle drei waren überrascht darüber, dass man sich innerhalb der beiden Gruppen so schnell sowohl über die Rezeptur als auch über den Namen der Grillwürste einig war.

Gastronomie verlangt Hygiene-Zertifikat

Auch wenn die drei Schüler den Beruf des Fleischers nicht in die engere Auswahl ziehen, so wissen sie, dass alleine die Bescheinigung über die Teilnahme am Projekt ein gutes Bild im Lebenslauf abgibt. Und soll doch einmal ein Praktikum bei einem Lebensmittler anstehen, kann man sich immer mit dem Zertifikat, das Kenntnisse zur Lebensmittelkunde bescheinigt, bewerben, sagt Christoph Hoffmeister. Besonders wertvoll aber sei das Hygiene-Zertifikat. Bei Ferien- und Nebenjobs in der Gastronomie werde es inzwischen verlangt.

Von Markus Hartwig

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