Kritik an Musikschul-Führung

Leiter-Wechsel an der Kreismusikschule

Tag der offenen Tür bei der Kreismusikschule für Göttingen und Osterode.

Tag der offenen Tür bei der Kreismusikschule für Göttingen und Osterode.

Göttingen. Neuer Leiter ist Ernst Neuhäuser, jahrzehntelang Leiter an verschiedenen Musikschulen. Wegen des vom Göttinger Kreistages beschlossenen Aus für die Kreismusikschule zum Jahresende 2021 handele es sich um „eine provisorische Lösung“, erklärte der Geschäftsführer der Musikschule, Peter Staufenbiel. Ziel sei es, sich ohne eine zeitliche Einengung darüber klarzuwerden, wie es mit der Kreismusikschule weitergehen soll.

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Kritik am Kreis

Unterdessen übt die Kreistagsgruppe aus Linke, Piraten und „Die Partei“ heftige Kritik am Vorgehen der Verwaltung des Landkreises Göttingen und der Geschäftsführung der Kreismusikschule. Im Zusammenhang mit der Kündigung Kirichenkos, die bereits am 6. November gekündigt habe, wirft die Gruppe den Verantwortlichen mangelnde Transparenz vor.

Transparenz aber sei „notwendig, damit die Öffentlichkeit sich ein Bild über die Entwicklung der öffentlichen Angelegenheiten machen kann“. Kirichenko, die erst im April 2018 ihre neue Aufgabe übernahm, „hatte sich vorgenommen, die Kreismusikschule zu neuer Blüte zu entwickeln, sowohl musikalisch wie auch in der Breitenwirkung durch Steigerung der Zahl von aktiv Musizierenden“. Ihre Kündigung zum Jahresende wei „wegen einer blockierten Zukunft der Kreismusikschule“ erfolgt.

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Konsequenzen gezogen

Statt einer Fortführung habe der Göttinger Kreistag „private Musikschulanbieter ins Spiel gebracht, die den Musiklehrern lediglich Honorarverträge anbieten anstelle des mit der Gewerkschaft Verdi geschlossenen Tarifvertrags für öffentliche Dienste“. Es könne jedoch keine gute Musikschule und schlecht bezahlte Lehrer in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen geben: „Beides ist voneinander abhängig. Dies hatte Frau Kirichenko erkannt und jetzt die Konsequenz gezogen.“

Für die Kreistagsgruppe aus Linke, Piraten und „Die Partei“ fordert Konrad Kelm Linke die Aufhebung des Beschlusses zur Schließung der Kreismusikschule: „Sonst wird sich keine geeignete Person finden, die bereit ist, für die Restzeit von drei Jahren bis zur Schließung die Position eines Kreismusikschulleiters zu übernehmen.“ Mit einer gesicherten Zukunft der Schule „könnte im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung eine befähigte Person aus den Bewerbungen gewählt werden. Wir wollen eine Zukunft im Tarif.“

„Lächerlich“

Stattdessen solle jetzt „eine nicht mehr im Arbeitsleben stehende Person mit Erfahrung in der Leitung von Musikschulen stunden- und tageweise aushelfen“, kritisiert Kelm. „An die Stelle einer notwendigen Vollzeitstelle unter Einschluss der Geschäftsführung soll ein Minijob treten. Das ist lächerlich und gefährdet ernsthaft die Kreismusikschule.“

Vielmehr müsse die Förderung öffentlicher Musikschulen zur kommunalen Pflicht werden, meint Kelm: „Außerdem ist eine bessere Landesförderung geboten.“

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Von Matthias Heinzel

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