Bauausschuss

Mehr Schutz für Villen im Göttinger Ostviertel

Typische Ostviertel-Villa.

Typische Ostviertel-Villa.

Göttingen. Es musste schnell gehen am Donnerstag in der Bauausschusssitzung. Trotz eines angemeldeten Beratungsbedarfes bei der FDP hat der Bauausschuss bei zwei Gegenstimmen von FDP und der Partei der Aufstellung einer sogenannten Erhaltungssatzung für das Ostviertel zugestimmt. Zudem sprach sich der Ausschuss einstimmig für eine Veränderungssperre für das Gebiet „Westlich Friedländer Weg“ aus. Für diesen Bereich zwischen Friedländer Weg und Stadthalle soll ein Bebauungsplan erstellt werden. Einzig die Helena Arndt von der Partei stimmte dagegen.

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„Wir brauchen diese Beschlüsse, um einen geplanten Abriss zu verhindern“, mahnte Stadtbaurat Thomas Dienberg. Auch der Vorsitzende des Bauausschusses Hans Otto Arnold (CDU) drängte: „Wir haben keine Zeit.“ Die Tradition, einen Tagesordnungspunkt zu vertagen, wenn eine Partei Beratungsbedarf anmeldet, hatte am Donnerstag keinen Bestand. Das Ansinnen von FDP-Ratsfrau Felicitas Oldenburg wurde abgelehnt.

Ostviertel-Villa

Ostviertel-Villa

Grund der Eile ist ein Bauvorhaben am Friedländer Weg. Nach Tageblatt-Informationen ist dort ein der Abriss eines Altbaus und ein Neubau mit mindestens zwölf Wohnungen vorgesehen. Auch wenn Verwaltungssprecher Dominik Kimyon die Informationen nicht im Detail bestätigen will, so sei Dringlichkeit aber gegeben, „da aktuell in einem konkreten Vorhaben deutliche Hinweise vorliegen, dass mit einem geplanten Abriss Fakten geschaffen werden sollen“. Die Veränderungssperre soll das unterbinden.

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„Ungewünschte Ergebnisse“ in „sensiblen Umfeld“

Der ebenfalls auf den Weg gebrachte Bebauungsplan umfasst „einen der wenigen Bereiche des schützenswerten Ostviertels, der noch nicht durch einen Bebauungsplan überplant wurde“, erläutert die Verwaltung. Das soll nun nachgeholt werden, „da es, wie auch in anderen Teilen des Stadtgebiets, immer wieder zu Eigentümerwechseln kommt, die in Verbindung mit den hohen Grundstückswerten zu einem hohen Nutzungs- und Nachverdichtungsdruck führen“, heißt es weiter. Die Rechtsgrundlage ohne Bebauungsplan führe „häufig zu ungewünschten Ergebnissen, die dem sensiblen Umfeld nicht gerecht werden“. Der Plan soll nun etwa die Gebäudehöhe und die Anzahl der erlaubten Geschosse ebenso wie die Gestaltung von Dächern und Fassaden regeln.

Gebiet der Erhaltungsschutzsatzung

„Deutliche Tendenz“

„Mit Blick auf die Niedrigzinssituation und der nach wie vor hohen Nachfrage nach Wohnraum und Baugrundstücken gibt es eine deutliche Tendenz, in hochpreisigen Wohngebieten stadtbildprägende, schützenswerte Bausubstanz zu beseitigen und durch Neubebauung höhere Renditen zu erzielen“, erläutert Kimyon. „Vielfach handelt es sich um quartiersbildende Gründerzeitgebäude und -villen. Abrisse sind allerdings – sofern kein Denkmalschutz besteht – genehmigungsfrei.“

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38 Hektar im Ostviertel

Mit einer sogenannten Erhaltungsschutzsatzung soll dem entgegengewirkt werden. Zielsetzung ist, die städtebauliche Eigenart des gut 38 Hektar großen Areals im Ostviertel und seiner historischen Gebäude einschließlich Gärten zu erhalten. Die Satzung diene deshalb der Erhaltung stadtbildprägender Quartiere, erläutert Kimyon. "Das hat den Vorteil, dass mit der Erhaltungssatzung der Abriss von Gebäuden unter Genehmigungsvorbehalt gestellt werden kann." Für das im Gebiet der Erhaltungssatzung liegende Quartier lägen aktuell sechs Anträge vor, erläutert Kimyon.

Weitere Themen im Bauausschuss:

Zimmermannstraße

Nikolausberger Weg

Innenstadtparkern

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Von Michael Brakemeier

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