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„Budget für Arbeit“

My.worX begleitet in die Unabhängigkeit

In der Fahrradwerkstatt der gemeinnützigen my.worX GmbH können psychisch erkrankte Menschen in einem geschützten Arbeitsumfeld arbeiten.

In der Fahrradwerkstatt der gemeinnützigen my.worX GmbH können psychisch erkrankte Menschen in einem geschützten Arbeitsumfeld arbeiten.

Göttingen.Die my.worX gGmbH ist als Werkstatt für Menschen mit seelischer Behinderung offiziell anerkannt und hat sich seit 2009 zur Aufgabe gemacht, seelisch beeinträchtigte Menschen beruflich zu rehabilitieren und zur beruflichen Teilhabe am Arbeitsleben zu motivieren. Dafür stehen 100 Plätze zur Verfügung, die speziell auf die Belange psychisch Erkrankter zugeschnitten sind. Sie arbeiten bei my.worX beispielsweise an der Herstellung von Müsliriegeln oder bieten sich als IT-Dienstleister an.

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„Jetzt haben wir mit dem sogenannten Budget für Arbeit ein praktisches Instrument hinzugewonnen, unsere in der Werkstatt Beschäftigten auf dem Weg in die Unabhängigkeit zu begleiten“, erläuterte Ursula Seipold. Schon lange im Unternehmen tätig, hat sie erst seit kurzer Zeit die Leitung der Werkstatt bei my.worX inne. Seipold erläuterte anhand eines Teilnehmers, wie die Teilhabe am Arbeitsleben durch das „Budget für Arbeit“ gelingen kann.

Geschäftsführer Dietmar Thiele, Yvonne Lau und Ursula Seipold (rechts) stellten "Budget für Arbeit" vor. Hier stehen sie im Raum der Müsli Company. Die Riegel werden im Haus erzeugt und an vielen Stellen in Göttingen angeboten.

Geschäftsführer Dietmar Thiele, Yvonne Lau und Ursula Seipold (rechts) stellten "Budget für Arbeit" vor. Hier stehen sie im Raum der Müsli Company. Die Riegel werden im Haus erzeugt und an vielen Stellen in Göttingen angeboten.

„Der Teilnehmer erkrankte während seines Studiums an einer Psychose. Er war stationär in Behandlung, es folgte eine medizinische Rehabilitation. Gering belastbar und mit verminderter Konzentration, war an die Beendigung seines Studiums nicht zu denken, seine berufliche Perspektive ungewiss.“ Die berufliche Rehabilitation habe anschließend bei my.worX gestartet.

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Rehabilitation über berufliche Bildung

Im Rahmen der beruflichen Bildung habe der Teilnehmer über zwei Jahre die Möglichkeit wahrgenommen, sich über die Abteilungen der Werkstatt zu rehabilitieren. Seine Gesundheit habe sich stabilisiert, und er habe eine „betriebliche Belastungserprobung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt in Göttingen“ absolviert, so Ursula Seipold weiter.

Jobcoach und Betriebspate begleiten im Beruf

„Das Unternehmen passte die Arbeitsbedingungen seinen Möglichkeiten an, und das Arbeitsverhältnis konnte langfristig fortgeführt werden.“ Ein „Jobcoach“ von my.worX sowie ein „Betriebspate“ aus dem Unternehmen begleiteten den Teilnehmer. Die Aufgabe der Jobcoaches übernimmt bei myworX Yvonne Lau. Sie betreue engmaschig, sagte sie, und hob die Bedeutung eines Betriebspaten hervor. Die Unternehmen, die diesbezüglich mit my.worX zusammen arbeiten würden, seien unterschiedlich aufgestellt, so Lau. Sie würden Arbeitsplätze in der Verwaltung, der Produktion bereitstellen. Auch die Universität und Bibliotheken seien darunter. „Die Unternehmen haben den Nutzen erkannt“, ergänzte Ursula Seipold. Man wolle langfristige Kooperationen mit Unternehmen aufbauen.

Rückkehr zu my.worX jederzeit möglich

Zurück zu Seipolds Beispiel. Der Teilnehmer habe sich schließlich für einen Werkstattvertrag mit my.worX entschlossen, was die Umwandlung der betrieblichen Kooperation in einen „betriebsbedingten Arbeitsplatz“ mit kontinuierlicher Unterstützung durch Jobcoach Yvonne Lau ermöglicht habe. Gleichzeitig habe der Teilnehmer die Möglichkeit, jederzeit auf den Werkstattarbeitsplatz bei my.worX zurückzukehren.

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Der geschilderte Werdegang sei ein gelungenes Beispiel für die Teilnehmer, die sowohl über psychische Stabilität als auch Kompetenzen für eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsplatz verfügen, so Ursula Seipold. In 2018 hätten drei Teilnehmer mit „Budget für Arbeit“ den Übergang auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gemeistert und sich gleichzeitig eine langfristige Begleitung über einen Jobcoach gesichert. Seipold abschließend: „Mit dem Budget für Arbeit haben wir ein Instrument hinzugewonnen, unsere stabilen Beschäftigten auf ihrem Weg in die Unabhängigkeit zu begleiten.“

Von Markus Hartwig

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