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Awo Göttingen

Neue Tagesstätte in Geismar für psychisch Kranke

Awo investiert 2,8 Millionen Euro: Neue Tagesstätte mit 15 Wohnplätzen an der Kiesseestraße 63a.

Awo investiert 2,8 Millionen Euro: Neue Tagesstätte mit 15 Wohnplätzen an der Kiesseestraße 63a.

Göttingen. „20 Plätze bietet die Tagesstätte, die älteren psychisch Kranken bei der selbstständigen Gestaltung des Alltags helfen möchte“, erklärte der zuständige Awo-Abteilungsleiter, Josef Mörz. Sie können dort soziale Kontakte pflegen, lebenspraktische Fertigkeiten trainieren und gemeinsam ihre Freizeit gestalten. Netzwerkpartner würden Beratungen anbieten. Im ersten Stock gebe es eine Praxis für Ergotherapie, wo Teilnehmer ihre Konzentrationsfähigkeit übten, handwerklich und kreativ arbeiteten.

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15 Wohnplätze für Betroffene

„Im zweiten und dritten Stock sind Wohngruppen und Einzelappartements für insgesamt 15 Personen geschaffen worden“, führte Mörz aus. Hinzu komme eine barrierefreie Wohnung im Erdgeschoss zum Probewohnen. Geplant hat das gemischt genutzte Gebäude der Hildesheimer Architekt Michael Aselmeyer. Die Außenanlagen gestaltete Landschaftsarchitektin Heike Schepelmann aus Hannover. Das ganze Jahr über solle etwas blühen, erklärte sie. Es gebe einen Obstgarten zum Naschen und verschiedene Gemüsebeete.

„Finanziert haben wir das Gebäude über die Sparkasse Göttingen“, berichtete Awo-Geschäftsführer Michael Bonder. Rainer Hald, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, war zum Sommerfest gekommen. Er habe als Junge in Stuttgart an Awo-Sommercamps teilgenommen, erinnerte sich Hald. Seine Mutter habe sich bei der Awo ehrenamtlich engagiert. Der Vorstandsvorsitzende mahnte Unternehmer, nicht alle Mitarbeiter sofort auf die Straße zu setzen, wenn diese nicht mehr die erwünschte Leistung zeigten.

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Druck und Stress können krank machen

Arbeits- und Lebensbedingungen könnten krank machen, warnte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt. Die zunehmende Zahl psychischer Erkrankungen hätten auch mit dem höheren Druck und Stress in der Arbeitswelt zu tun. Ein Bekenntnis zur Inklusion psychisch kranker Menschen in Geismar legte Ortsbürgermeister Thomas Harms (Grüne) im Namen des Ortsrates ab. Im Vorfeld der Eröffnung des ersten Awo-Gebäudes an der Kiesseestraße im Jahr 2011 habe es noch „bizarr anmutende Anmerkungen“ gegeben. Solche Ressentiments seien diesmal nicht geäußert worden, so Harms, der 15 Meter von der Einrichtung entfernt wohnt.

Trialog nenne sich die Tagesstätte, hob Dagmar Freudenberg, die Aufsichtsratsvorsitzende der Awo, hervor. Der Name stehe für eine "neue Form der Beteiligungskultur von psychiatrieerfahrenen Menschen, Angehörigen und in der Psychiatrie tätigen Personen aus. Bereits im Februar habe die Awo, die im ersten Stock Büroräume habe, in das Gebäude eingezogen. Als Teil der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes in Göttingen wollte Freudenberg das Bauprojekt verstanden wissen.

Trialog-Tagesstätte gibt es seit 17 Jahren

Eine Trialog-Tagesstätte gebe es bereits seit 17 Jahren am Stumpfebiel 11, sagte Abteilungsleiter Mörz. Das neue Haus kümmere sich vor allem um ältere psychisch kranke Menschen. Sie hätten andere Bedürfnisse als junge Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Von Michael Caspar

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