Tageblatt-Spendenaktion

Ohne „Keiner soll einsam sein“ hätte diese Göttingerin ihren allerbesten Freund vielleicht verloren

Ihr Gesicht will Sandra Kleinbach (Name geändert) nicht zeigen.

Ihr Gesicht will Sandra Kleinbach (Name geändert) nicht zeigen.

Göttingen. Es ist nicht viel, was Sandra Kleinbach (Name geändert) zum Leben braucht. Aber eines möchte die Frau Mitte 30 auf keinen Fall missen: ihren Kater Mikesch. Als ihr Haustier im vergangenen Winter krank wurde und Schmerzen hatte, wusste sie nicht mehr weiter. Dabei hat sie sonst für alles einen Plan. „Sie kann unheimlich gut mit Geld umgehen und recherchiert viel“, sagt Annette Andresen über ihre Klientin. Andresen arbeitet bei der Stadt Göttingen im Fachbereich Soziale Sicherung und unterstützt Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung.

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Kleinbach leidet an einer Krankheit, die ihr die Sehkraft nimmt. „Auf einem Auge bin ich blind, auf dem anderen sehe ich auch schlecht“, sagt sie. Das Syndrom dahinter sei angeboren, dessen Auswirkungen belasteten die Psyche, führten in die Depression. Als Kleinbach vor etwa 15 Jahren nach Göttingen zog, hatte sie vor, ihr Fachabitur zu machen. „Ich wollte im sozialen Bereich arbeiten“, sagt sie. Doch die Auswirkungen der Krankheit ließen es nicht zu, sie musste die Ausbildung abbrechen.

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Der Kater ist ihr „allerbester Freund“

Kleinbach fällt in Pflegestufe I, bekommt Sozialhilfe. Darüber kam der Kontakt zu Andresen aus der Hilfeplanung der Eingliederungshilfe zustande. Die Miete ihres Ein-Zimmer-Appartements, die Nebenkosten und etwas Geld für Nahrung bekommt Kleinbach vom Amt, für das Katzenfutter macht sie Abstriche bei ihrer eigenen Versorgung. „Er ist mein allerbester Freund“, sagt Kleinbach über den zwölfjährigen Kater, der sich angesichts des Besuchs auf den Schrank geflüchtet hat.

„Ich bin oft einsam“, gibt sie unumwunden zu. Bekannte habe sie – denn Kleinbach ist aktiv. Ehrenamtlich hilft sie am Wochenende in einem Nachbarschaftszentrum beim Kaffee-Ausschank, unter der Woche ist sie täglich vier Stunden in einer Einrichtung mit anderen Menschen zusammen, die psychisch erkrankt sind. Das Problem mit den Augen schränken Kleinbach ein. „Ich laufe nicht gerne im Dunkeln herum – dann sehe ich noch weniger“, sagt sie. Also verbringt sie die Winterabende fast allein in ihrem Zimmer – nur der Kater leistet ihr Gesellschaft.

KSES-Spenden ermöglichen OP

Um den ging es auch, als sich Kleinbach nicht mehr helfen konnte. Mikeschs Zahn hatte sich entzündet, er musste gezogen werden. „160 Euro kostete die Operation“, sagt Kleinbach. Damit hatte sie nicht gerechnet, so viel Geld nicht zurückgelegt. Aber Andresen konnte helfen dank der Spender für „Keiner soll einsam sein“. Die Operation wurde bezahlt, Kleinbachs bester Freund war gerettet.

„Wir geben die Spenden nicht nach dem Gießkannenprinzip weiter, sondern an Menschen, die aktiv an ihrer Lebensgestaltung arbeiten“, sagt Andresen. Kleinbach sei ein sehr gutes Beispiel dafür. „Sie findet so vieles selbst heraus, nimmt Kontakt zu Menschen auf, engagiert sich ehrenamtlich“, sagt die Alltagsunterstützerin.

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„Ich habe ja auch im Krankenhaus, einer Kita und in der Pflege gearbeitet“, sagt Kleinbach. Arbeiten würde sie auch gern wieder – aber acht Stunden täglich könne sie nicht schaffen. „Das geht aufgrund meiner Erkrankung nicht.“

Spende durch KSES – weil Kleinbach nicht alles leisten kann

Viele Bereiche entfielen auch aufgrund der fehlenden Sehkraft. Putzen zum Beispiel. Ein wunder Punkt. „Ich bräuchte dringend jemanden, der mir im Haushalt hilft“, sagt Kleinbach. Die Krankenkasse übernehme die Kosten dafür nur, wenn sich ein Pflegedienst der Aufgabe stelle. „Aber ich finde niemanden.“

Auch wenn ihr viel fehlt, ist Mikesch geblieben. „Ich bin so dankbar, dass mir geholfen wurde“, sagt Kleinbach. Und sie hoffe, dass auch anderen Menschen in Notlagen geholfen werden kann durch weitere Spenden. „Für mich war es sehr wichtig“, sagt sie – ihr Blick wandert dabei den Schrank hoch. Irgendwo da ist Mikesch. Wenn der Besuch weg ist, ist er wieder für Kleinbach da.

So kann man anderen Bedürftigen helfen

Spenden an „Keiner soll einsam sein“ sind möglich an folgende Kontonummern (Empfänger ist „Keiner soll einsam sein e.V.“):

Sparkasse Göttingen: DE 78 2605 0001 0000 0004 22

Sparkasse Duderstadt: DE 94 2605 1260 0000 7711 88

Volksbank Kassel Göttingen: DE72 5209 0000 0043 0425 05

Volksbank Mitte: DE72 5226 0385 0005 0535 44

Weitere Informationen zur Tageblatt-Hilfskation finden Sie online unter gturl.de/kses.

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