Raubüberfall auf 78-jährigen Rentner

Polizei klärt auf: Zwei mutmaßliche Auftraggeber in Untersuchungshaft

Gegen den 29-Jährigen ist bereits seit November 2017 eine Anklage anhängig, die Verhandlung vor dem Landgericht Göttingen steht jedoch immer noch aus.

Gegen den 29-Jährigen ist bereits seit November 2017 eine Anklage anhängig, die Verhandlung vor dem Landgericht Göttingen steht jedoch immer noch aus.

Göttingen. Zweieinhalb Monate nach einem brutalen Raubüberfall auf einen 78-jährigen Rentner im Kalefelder Ortsteil Oldershausen (Kreis Northeim) hat die Polizei vier Tatverdächtige ermittelt. Drahtzieher des Überfalls sollen eine 30-jährige Frau aus Kalefeld und ein 29-jähriger Mann aus dem Raum Duderstadt sein. Beide befänden sich aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Osterode in Untersuchungshaft, teilte am Mittwoch die Staatsanwaltschaft Göttingen mit. Den Überfall selbst sollen zwei 18-Jährige aus Kalefeld verübt haben.

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Damals hatten zwei maskierte Täter abends an der Haustür des 78-Jährigen geklingelt und waren dann in das Haus eingedrungen. Dort sollen sie ihn unter Vorhalt eines Messers zur Herausgabe von Bargeld aufgefordert und mit Faustschlägen schwer verletzt haben. Dem 78-Jährigen gelang es, unbemerkt den Hausnotruf zu betätigen. Als eine 19-jährige Mitarbeiterin des alarmierten Pflegedienstes eintraf, schlugen die beiden Täter sie nieder und flohen anschließend mit einigen wenigen erbeuteten Gegenständen.

18-Jährige räumen Tat ein und belasten älteren Mittäter

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft haben die beiden 18-Jährigen die Tat eingeräumt und die beiden älteren Mittäter belastet. Der 29-Jährige ist bereits einschlägig bekannt. Er soll unter anderem Auftraggeber eines anderen aufsehenerregenden Überfalls auf eine 84-jährige Frau in Osterode gewesen sein. Im Juni 2017 war ein 24 Jahre alter Mann nachts in ihr Wohnhaus eingebrochen und hatte sie durch massive Schläge auf den Kopf schwer verletzt. Das Landgericht Göttingen hatte ihn deshalb zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Der Vorsitzende Richter erklärte damals, dass der 29-Jährige der Initiator gewesen sei und der Angeklagte für ihn die „Drecksarbeit“ gemacht habe.

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Insgesamt 19 Straftaten

Gegen den 29-Jährigen ist bereits seit November 2017 eine Anklage anhängig, die Verhandlung vor dem Landgericht Göttingen steht jedoch immer noch aus. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm insgesamt 19 Straftaten vor, unter anderem Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, gewerbsmäßigen Betrug sowie Erpressung und Körperverletzung. Laut Anklage soll er einen größeren Personenkreis kostenlos mit Drogen versorgt und dafür verlangt haben, dass sie für ihn Einbrüche begehen. Er habe auch die An- und Abfahrten zu den ausbaldowerten Objekten in Gieboldehausen, Schwiegershausen, Wulften, Bilshausen, Nörten-Hardenberg und Katlenburg organisiert.

Die 30-Jährige ist ebenfalls bereits wegen insgesamt 17 Taten angeklagt. Sie soll unter dem Namen und dem Konto einer anderen Person Handy-Verträge abgeschlossen, im Internet eingekauft und an Glückspielen teilgenommen haben.

Von Heidi Niemann

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