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„UrbanRural Solution“

Projekt untersucht Daseinsvorsorge im ländlichen Raum

Stellten die Ergebnisse des Projekts "UrbanRural Solutions" vor: Kreisrat Marcel Riethig, Dr. Wolf Junker, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Landrat Tjark Bartels, Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover, Stephan Löb, Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung und Sarah Schreiber, Regionale Projektkoordinatorin von „UrbanRural Solutions“ (v.li.).

Stellten die Ergebnisse des Projekts "UrbanRural Solutions" vor: Kreisrat Marcel Riethig, Dr. Wolf Junker, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Landrat Tjark Bartels, Netzwerk Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover, Stephan Löb, Niedersächsisches Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung und Sarah Schreiber, Regionale Projektkoordinatorin von „UrbanRural Solutions“ (v.li.).

Göttingen. Wie kann trotz des demografischen Wandels dafür gesorgt werden, dass die Infrastruktur in Bereichen wie ärztlicher Versorgung, Bildung, Einzelhandel, Mobilität oder Freizeitgestaltung im ländlichen Raum erhalten bleibt und dort, wo es nötig ist, verbessert wird? Mit dieser Frage hat sich in den vergangenen vier Jahren das Projekt "UrbanRural Solutions" befasst, das nun ausläuft. Die Ergebnisse wurden am Dienstagvormittag auf einer Abschlusskonferenz mit etwa 160 Gästen aus Wissenschaft und Praxis in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz vorgestellt.

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Gemeinsam mit der Stadt Köln, ihrem Umland und dem erweiterten Wirtschaftsraum Hannover gehörte der Landkreis Göttingen zu einer von drei Projektregionen. Eine 13-köpfige Gruppe aus Raum- und Verkehrsplanern, Wirtschaftswissenschaftlern und Praktikern entwickelte unter anderem in regionalen Workshops mit lokalen Akteuren wie Kommunalverwaltungen, den Kassenärztlichen Vereinigungen und Einzelhandelsbetrieben Ideen, die helfen sollen, die Versorgung vor Ort zu sichern.

Digitaler Daseinsvorsorgeatlas

"Wir hatten noch nie ein Projekt, aus dem wir mehr Honig gesaugt haben", sagte Kreisrat Marcel Riethig in einem Pressegespräch, das der Konferenz vorausging. Als wichtige Ergebnisse nannte er die Einrichtung einer Statistikstelle im Landkreis Göttingen, die Entwicklung eines digitalen Daseinsvorsorgeatlas, die Erhebung einer Pflegebedarfsprognose und regionale Angebote wie den "rollenden Markt" in Bad Grund.

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So werde der Daseinsvorsorgeatlas die Versorgung in der Region in Form von Karten und anderen Darstellungen veranschaulichen, indem Einrichtungen wie Arztpraxen, Lebensmittelmärkte oder Schulen vermerkt und deren Erreichbarkeit analysiert wird. Ein zentrales Thema im Bereich der Daseinsvorsorge sei dabei die Mobilität. So habe sich beispielsweise gezeigt, dass die Zielgruppen Jung und Alt die gleichen Bedürfnisse hätten: Für die älteren Einwohner sei die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wichtig, um zu Ärzten und zum Einkaufen zu gelangen, wohingegen jüngere Leute für Freizeitangebote auf eine gute Busverbindung angewiesen seien. Um das ÖPNV-Angebot dementsprechend zu gestalten, dafür biete der Daseinsvorsorge-Atlas eine bessere Planungsgrundlage als bisher. Denn die Untersuchung habe zum Beispiel gezeigt, dass es Bereiche im ländlichen Raum gibt, in denen Menschen einen Hausarzt nicht mehr mit dem ÖPNV erreichen können.

Statistikstelle im Landkreis

Eine zentrale Stelle, an der Daten erhoben werden, habe es bislang ebenfalls nicht gegeben, sondern jede Einrichtung hätte selbst Daten ausgewertet, berichtete Riehtig. Mit der Statistikstelle im Landkreis, die unter anderem die Zahl der Einwohner ermitteln wird, sei auch ein Service für die Gemeinden geschaffen worden.

Dass sich die Situation im ländlichen Bereich in einigen Regionen schwierig darstelle, sei zum Teil auch selbst verschuldet. Zu lange habe man auf Zentralisierung und die Entwicklung der Oberzentren gesetzt, sagte Tjark Bartels, Vorsitzender des Netzwerks Erweiterter Wirtschaftsraum Hannover und Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont. „Wir verkennen damit die enormen Chancen, die wir haben.“ Sei doch der ländliche Raum eine der stärksten Ressourcen und die Vorstellung, dass alle in der Stadt leben wollten, eine „irrwitzige Idee“.

Man habe bisher kein Projekt begleitet, „was so praxisrelevant und zukunftsweisend ist“, betonte Stephan Löb vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung. So soll der im Pilotprojekt entwickelte Ansatz nun auch mit einem Daseinsvorsorgeatlas für Niedersachsen auf das ganze Bundesland ausgeweitet werden.

„UrbanRural Solutions“

Die Projektgruppe „UrbanRural Solutions“ wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit vier Millionen Euro gefördert. Ziel der Innovationsgruppe war es, Lösungen für die regionale und interkommunale Daseinsvorsorge zu finden. Dafür haben 13 Wissenschaftler und Praktiker vier Jahre untersucht, wie eine zukunftssichere Versorgung der Menschen im ländlichen Raum gewährleistet werden kann. Zudem wurden in regionalen Workshops in den Landkreisen Nienburg/Weser, Heidekreis, Hameln-Pyrmont, Schaumburg, Göttingen und Osterode am Harz sowie der Stadtregion Köln Anbieter und Fachleute der Daseinsvorsorge wie Kommunalverwaltungen, Betriebe des Einzelhandels sowie medizinische Tätige aus den Regionen mit einbezogen. Die dabei entwickelten Ansätze sollen nun von regionalen Akteuren weiter umgesetzt werden.

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Von Nora Garben

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