Trotz Wohnungsknappheit

Protest gegen neue Wohnblöcke in Göttingen

Die Häuser 140 bis 144 am Nikolausberger Weg sollen für die Neubauten weichen.

Die Häuser 140 bis 144 am Nikolausberger Weg sollen für die Neubauten weichen.

Göttingen. Die Göttinger Wohnungsgenossenschaft (WG) will auf einem knapp 15 000 Quadratmeter großen Gelände am oberen Nikolausberger Weg 81 Wohnungen unterschiedlicher Größe bauen. Geplant sind sechs neue Gebäude mit bis zu fünf Vollgeschossen sowie mit optisch auflockernden Staffelgeschossen. Ihre Struktur ist das Ergebnis eines Architekten- und Planerwettbewerbes. Seit der Jury-Entscheidung habe es einige kleinere Änderungen gegeben, sagte Stadtbaurat Thomas Dienberg im Ausschuss. Darüber hinaus warb er für das Projekt, mit dem in Göttingen dringend notwendiger Wohnraum geschaffen werde.

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80 Jahre alte Häuser marode

Drei alte Mehrfamilienhäuser mit insgesamt zwölf Wohnungen und 30 Garagen auf dem großzügigen Gelände sollen im Gegenzug abgerissen werden. Die fast 80 Jahre alten Häuser sind nach Angaben der WG und Stadtverwaltung in einem schlechten baulichen Zustand und nicht mehr erhaltenswert. Nur ein alter Wohnblock soll stehen bleiben und saniert werden. Für die meisten betroffenen Mieter seien inzwischen im Einvernehmen geeignete andere Wohnungen in WG-Objekten gefunden worden, versicherte im Bauausschuss des Rates ein Sprecher der Genossenschaft.

Der Siegerentwurf nach dem Architektenwettbewerb

Der Siegerentwurf nach dem Architektenwettbewerb.

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Ein großer und von vielen alten Bäumen beschatteter Spiel- und Bolzplatz soll ebenfalls überbaut werden. Stattdessen soll an anderer Stelle innerhalb des Wohngebietes ein neuer, kleinerer Spielplatz entstehen. Er soll – wie bisher – auch für Kinder aus der weiteren Nachbarschaft zugänglich sein.

Bürger kämpfen um alten Spielplatz.

Genau das aber erregt Anlieger des Areals. Sie haben bereits Protestunterschriften gesammelt und jetzt auch im Ratsausschuss ihren Unmut geäußert. Ihre Forderung: Der beliebte Bolz- und Spielplatz müsse in voller Größe erhalten bleiben. Darüber hinaus beklagen sie auch, dass in diesem Bereich die Hälfte von 80 alten Bäumen fallen sollen. Sie appellierten an die WG, auf eines der sechs neuen Gebäude zu verzichten.

Andere sorgen sich um Schäden an benachbarten Häusern, wenn auf dem Gelände - voraussichtlich ab 2021 – massiv gebaut wird. Hydrogeologische Gutachten bestätigten einen besonders problematischen Untergrund. Diese Ergebnisse müssten berücksichtigt werden, forderten sie.

Im nächsten Planungsschritt gebe es ausreichend Möglichkeiten, solche Einwände einzubringen, versicherte Dienberg. Denn der Bauausschuss hat jetzt mit großer Mehrheit nur dem Entwurf für einen Bebauungsplan zugestimmt. Dieser werde öffentlich ausgelegt und weiter diskutiert. Erst dann folge eine endgültige Entscheidung.

Von Ulrich Schubert

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