Seeburger See

Runder Tisch zu Wasserqualität

Scon Mitte August waren die Blaualgen im Seeburger See deutlich sichtbar.

Scon Mitte August waren die Blaualgen im Seeburger See deutlich sichtbar.

Göttingen/Seeburg. Einen entsprechenden Antrag hat die Gruppe für die Kreistagssitzung am 5. September eingebracht. Das Badeverbot für den Seeburger See „hat den Handlungsbedarf deutlich gemacht“, erklärt Rieke Wolters („Die Partei“). Wolters vertritt die die Gruppe im Umweltausschuss des Landkreises Göttingen. „Wahrscheinlich müssen wir uns auf extreme Sommer einstellen. Im vergangenen Jahr war es der tagelange Regen, und in diesem Jahr ist es die wochenlange Dürre, die zu einer drastischen Erwärmung des Sees geführt hat“, so Wolters weiter.

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Ständige Messstation gefordert

Bereits im Frühjahr hatte die Gruppe Linke-Piraten-Die Partei einen Antrag zur Verbesserung der Situation am Seeburger See eingebracht. Darin forderte sie eine ständige Messstation für Temperatur und Sauerstoffgehalt und eine Steuerung des Wasser, das in den Seeanger fließt und sich damit zusätzlich erwärmt. Das kalte Auewasser soll über den Altarm direkt in den See fließen. Die Gruppe wollte damit erreichen, dass mehr kaltes und sauerstoffhaltiges Wasser im See ankommt. Dieser Gruppenantrag war damals von den anderen Fraktionen mit dem Hinweis abgelehnt worden, dass noch weitere Messergebnisse abgewartet werden sollten.

Das sei wenig sinnvoll, meint Kreistagsmitglied Hans-Georg Schwedhelm: „Für uns müssen jetzt die Eigentümer, die Landwirte, die Gemeinden am Seeburger See und der Landkreis Göttingen als zuständige Umweltbehörde an einen Tisch, um einen Maßnahmenkatalog zum Schutz des Sees zu verabreden“, so Hans Georg Schwedhelm. Damit soll die Zukunft des flachen Sees, des Seeangers und der Aue langfristig gesichert werden.

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An diesem Runden Tisch sollen die Samtgemeinde Ebergötzen, Gemeinde Seeburg/Bernshausen, Landvolk Göttingen, der Verein Adele, die Realgemeinden Seeburg und Bernshausen, der Angelverein, der Zweckverband Seeburger See, interessierte Bürger, die Kreistagsfraktionen und die Verwaltung des Landkreises sitzen.

Geringe Tiefe, Phosphor und Nitrat

Der See, meinen die Initiatoren des Runden Tisches, leide „unter der geringen Tiefe, unter Schadstoffen wie Phosphor und Nitrat, die ständig eingetragen werden und solche, die bereits auf dem Seegrund liegen. Zu viel Phosphor und Nitrat, zu wenig Sauerstoff im Wasser des Seeangers, Seeburger Sees und der Aue, das beschreibt kurz die Situation am See.“ Es drohten häufige Algenblüte und Fischsterben. Um diese Probleme anzugehen, sei gemeinsames Beraten und Handeln notwendig.

Ab Beginn der Badesaison wird alle drei Wochen eine Wasserprobe gezogen, um die Badeeignung zu überprüfen. Seit Ende Juli hatte am Seeburger See drei Wochen lang ein Badeverbot gegolten. Schon zwei Wochen zuvor hatten sich Blaualgen auf dem See gezeigt.

Erst vor einigen Tagen hatte das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen anhand der jüngsten Wasserproben entschieden, das Badeverbot wieder aufzuheben. Die Blaualgen-Konzentration habe sich deutlich reduziert und die Sichttiefe merklich verbessert.

„Blaualgen sind giftig und können gesundheitliche Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Quaddeln hervorrufen“, so Dr. Eckart Mayr, Leiter des Gesundheitsamts. Dies gelte insbesondere für Kinder und Kleinkinder beim Spielen im Strandbereich oder am Ufer. Hunde und andere warmblütige Tiere seien ebenfalls gefährdet.

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Von Matthias Heinzel

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