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Unterstützung durch Spenden

Straßensozialarbeit: Akute Hilfe mit Geld aus „Keiner soll einsam sein“

„Man nimmt sich Zeit für jeden“ (v.l.): Christian Römer (Küche), Carsten Bromm (Gast), Daniel Rainers (Sozialarbeiter), Mike Wacker, Gerd Reich (Wohnraumvermittlung), Thomas Klaproth, Milena Müller (Praktikantin Soziale Arbeit).

„Man nimmt sich Zeit für jeden“ (v.l.): Christian Römer (Küche), Carsten Bromm (Gast), Daniel Rainers (Sozialarbeiter), Mike Wacker, Gerd Reich (Wohnraumvermittlung), Thomas Klaproth, Milena Müller (Praktikantin Soziale Arbeit).

Göttingen.Akute Hilfe leisten die Mitarbeiter auch durch Bargeld – Spenden aus der Tageblatt-Aktion „Keiner soll einsam sein“.

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„Empathie ist elementare Voraussetzung für Menschen, die mit Menschen arbeiten“, betont Mike Wacker, Leiter der Straso mit Sitz an der Tilsitter Straße. „Professionelle Distanz“ sei die zweite Grundlage für diese Tätigkeit.

Straßensozialarbeit: Einrichtung des Diakonieverbandes Göttingen

Die Straßensozialarbeit Göttingen ist eine Einrichtung des Diakonieverbands im Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Göttingen. Der Verband erhält Spenden von der Tageblatt-Aktion "Keiner soll einsam sein" die er anteilig an die Straso weiterleitet. "Mit dieser Summe leisten wir wichtige Unterstützung", so Wacker. Die Soforthelfer unterstützen mit Zuschüssen Mieter, die schnellstens zahlen müssen oder Besucher, die kein Geld für Medilkamenten-Zuzahlungen haben; sie geben ein paar Euro für den Kauf von Lebensmitteln oder an einen JVA-Gefangenen, den niemand besucht, der gern ein Weihnachtsgeschenk hätte – "zum Beispiel ein Päckchen Tabak", so Wacker.

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„Wir versuchen die Spitze des Eisbergs abzutragen.“

„Wir haben schon jemandem die Ausstellung eines vorläufigen Personalausweise bezahlt. Eine junge Frau mit einem Baby auf dem Arm, die sagte, sie sei von ihren Eltern mittellos vor die Tür gesetzt worden, stand in unserer Tür und bat um anteiliges Geld für einen gebrauchten Kinderwagen. Wir versuchen, die Spitze des Eisbergs abzutragen.“

Versierte Mitarbeiter der Straßensozialarbeit Göttingen

Bevor der 45-Jährige und die Sozialarbeiter Geld geben, wird die jeweilige Situation geprüft. „Wir führen lange Gespräche und möchten zudem einen Nachweis der extremen Notlage, zum Beispiel bei Mietzahlung einen Kontoauszug; oder der Sozialleistungsbescheid. Unsere Leute sind versiert, langjährig erfahren; sie verstehen, wenn jemand in einer verzweifelten Lage steckt.“

Zahlreiche Leistungen der Straso

Zu den Angeboten der Straso zählen Aufenthalt und Sozialkontakte in der Teestube; Frühstücks-, warmes Mittags- und Getränkeangebot; die hygienische Basisversorgung, aufsuchende Arbeit (Streetwork), Wohnraumvermittlung, Unterstützung beim Umgang mit Behörden (Hartz IV, Transparenz bei Schulden, Arbeits- und Wohnraumvermittlung/Notunterkunft), persönliche Beratung, eine Spielegruppe. Carsten Bromm ist nicht wohnungslos, viel unterwegs und wenn er in Göttingen ist regelmäßig bei der Straßensozialarbeit zu Besuch: „Hier fühle ich mich herzlichst aufgenommen“, sagt der 55-Jährige. „Ich habe Kontakt zu andern, und man nimmt sich für jeden Zeit.“

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Arzt Dietrich Galonska bietet zweimal in der Woche Sprechstunde im der Straso an der Tilsiter Straße in Göttingen an

Zweimal in der Woche, jeweils für zwei Stunden, fährt Dietrich Galonska aus dem Vorharz zur Tilsiter Straße und leistet medizinische Notfallversorgung. Die Beschwerden der Patienten seien „wie in der Praxis“, sagt der Arzt für Allgemeinmedizin: „Rücken- und Gelenkschmerzen, Erkältung bis hin zu schweren Leberschäden.“ Die Belastung des Teams der Straßensozialarbeit sei hoch, sagt der 83-Jährige; auch für ihn. „Aber ich habe insofern Glück, dass die Mitarbeiter im Betrieb sich sehr gut verstehen. Der Zusammenhalt stimmt. Sie machen ihren Job mit Hingabe. Sie wissen, wenn sie ihren Job nicht machen, sind die Leute auf der Straße nur noch auf sich allein gestellt.

Berichte des Tageblatts (kleine Auswahl): Plakatversteigerung zugunsten Keiner soll einsam sein; Offener Heiligabend in der Mensa des Studentenwerks; Benefiz-Konzert des Göttinger Symphonie-Orchesters;

Von Stefan Kirchhoff

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