Rückblick auf fünf Jahre

Südniedersachsenprogramm hat Region voran gebracht

Mit dem Südniedersachsenprogramm soll die vom demografischen Wandel betroffene Region Südniedersachsen mit den Landkreisen Göttingen, Goslar, Northeim, Holzminden und der Stadt Göttingen gefördert werden.

Mit dem Südniedersachsenprogramm soll die vom demografischen Wandel betroffene Region Südniedersachsen mit den Landkreisen Göttingen, Goslar, Northeim, Holzminden und der Stadt Göttingen gefördert werden.

Einbeck / Göttingen. Fünf Jahre nach dem Start des Südniedersachsenplans ziehen Landesregierung und Region ein überwiegend positives Fazit des 100-Millionen-Euro-Förderprogramms. Dutzende Projekte zur Belebung der strukturschwachen Region wurden angeschoben und die angestrebte Fördersumme inzwischen übertroffen. Zwar konnte der Bevölkerungsrückgang nicht gestoppt werden, wichtige Wirtschaftsindikatoren wie die Arbeitslosenquote und die Bruttowertschöpfung aber verbesserten sich.

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Was ist das Ziel des Südniedersachsenprogramms?

Das von der damaligen rot-grünen Landesregierung 2017 mit der Region angeschobene Südniedersachsenprogramm hat das Ziel, die Wirtschaftsstruktur zu stärken, zukunftsfähige Dörfer zu erhalten und die kulturelle und landschaftliche Attraktivität der Region als Wohnort, Wirtschaftsstandort und Tourismusziel zu fördern. Mit landkreisübergreifenden Projekten sollen Impulse gegeben werden, die zur Entwicklung der gesamten Region beitragen. Es gehe um die Umsetzung einer auf die Bedürfnisse der Region ausgerichteten Landespolitik, sagt die Ministerin für Regionalentwicklung, Birgit Honé (SPD). „Mit dem Südniedersachsenprogramm löst die Landesregierung ein zentrales Versprechen ein, allen Regionen Perspektiven zu eröffnen.“

Strukturschwache Landstriche gibt es etliche. Was war der Grund, Südniedersachsen besonders in den Fokus zu nehmen?

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Das südliche Niedersachsen steht nach Einschätzung der Landesregierung vor Herausforderungen, die in dieser Ausprägung in Niedersachsen einmalig sind. Die Region ist vom demografischen Wandel besonders betroffen, vor allem begründet durch Abwanderung und Überalterung der Bevölkerung. Außerdem sind viele Teile Südniedersachsens von großen, dynamischen Wachstumszentren weit entfernt. Das alles hat dazu geführt, dass Südniedersachsen im Laufe der Zeit zurückgefallen ist.

Woher stammt die 100-Millionen-Euro-Finanzspritze?

Das Geld stammt aus Fördermitteln des Europäischen Struktur- und Investitionsfonds, Förderprogrammen von Bund und Land und einer Kofinanzierung der Kommunen.

Wie viele Projekte mit welcher Fördersumme wurden inzwischen bewilligt?

Insgesamt wurden 37 Projekte in Landkreisen Göttingen, Northeim, Holzminden und Goslar im Gesamtvolumen von knapp 106 Millionen Euro bewilligt. Dabei geht es um Mobilität, Innovationsförderung sowie das Intensivieren des Wissensaustauschs und des Technologietransfers, die Steigerung der Wirtschaftskraft des Tourismus, die Sicherung der Lebensqualität und der Daseinsvorsorge und das Entfalten von Arbeitskräftepotenzialen.

Fünf Jahre Südniedersachsenprogramm: Zu den Projekten bisher gehörten der Ecobus, ein Innovationscampus geschaffen, der die vier Hochschulen der Region vernetzt, das Welcome Centre und ein Gesundheitscampus.

Fünf Jahre Südniedersachsenprogramm: Zu den Projekten bisher gehörten der Ecobus, ein Innovationscampus geschaffen, der die vier Hochschulen der Region vernetzt, das Welcome Centre und ein Gesundheitscampus.

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Wobei geht es da konkret?

Es wurde etwa ein Innovationscampus geschaffen, der die vier Hochschulen der Region vernetzt. Die Einrichtung dient dem Wissenstransfer aus der Forschung in die Wirtschaft, Nutznießer ist vor allem der Mittelstand. Angeschoben wurde das Projekt „Ecobus“ für einen computergesteuerten Nahverkehr mit Kleinbussen und ein Gesundheits-Campus mit neuen Ausbildungsgängen für Pflege und Gesundheit. Auch soll ein Welcome Centre internationalen Wissenschaftlern sowie Fach- und Führungskräften aus dem In- und Ausland helfen, in Südniedersachsen Fuß zu fassen.

Gab es Vorbilder für das Südniedersachsenprogramm, und werden inzwischen weitere Regionen gefördert?

Legendär ist in Niedersachsen der in den Nachkriegsjahren aufgelegte Emslandplan, der in der Region zu einem beispiellosen Wachstum geführt hat. Vor einem Jahr kündete das Land einen Ostfrieslandplan zur Stärkung der Region an, die mit verschiedenen wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen hat. 15 Millionen Euro Förderung wurden bislang zugesagt.

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Von einem guten Erfolg spricht der Grünen-Fraktionsvize Christian Meyer. Die Koordination von zusätzlichen Fördermitteln habe die sozialökologische Transformation der Region vorangebracht. Wichtig bleibe es, an einer gezielten Förderung mit klarer Ausrichtung an Nachhaltigkeitszielen für die unterschiedlichen Regionen des Landes festzuhalten, und zwar nicht nach dem Gießkannenprinzip. „Wir bedauern, dass die große Koalition aus SPD und CDU die Schwerpunktförderung für Südostniedersachsen im EU-Programm für die ländlichen Räume wieder zurückgenommen hat“, so Meyer.

Von Michael Evers, dpa

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