Landgericht Göttingen

Tötungsdelikt an der Karspüle: Anklage gegen 19-Jährigen erhoben

Nach einer tödlichen Messerattacke in der Unteren Karspüle Anfang Dezember hat die Staatsanwaltschaft am Montag Anklage gegen einen 19-Jährigen Mann aus Göttingen erhoben.

Nach einer tödlichen Messerattacke in der Unteren Karspüle Anfang Dezember hat die Staatsanwaltschaft am Montag Anklage gegen einen 19-Jährigen Mann aus Göttingen erhoben.

Göttingen. Nach einer tödlichen Messerattacke in der Unteren Karspüle Anfang Dezember hat die Staatsanwaltschaft am Montag Anklage gegen einen 19-jährigen Mann aus Göttingen erhoben. Ihm wird zur Last gelegt, den Mann getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Der Vorwurf lautet Totschlag, so Andreas Buick, Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen.

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Es geschah in der Nacht zum 1. Dezember: Gegen Mitternacht soll es nach Angaben der Staatsanwaltschaft zunächst zu einem verbalen Streit zwischen dem 19-Jährigen Angeschuldigten und dem 28-Jährigen Opfer an der Oberen Karspüle gekommen sein. Das haben die umfangreichen Ermittlungen ergeben. Die Polizei Göttingen hatte dafür sofort nach dem Verbrechen eine 15-köpfige Mordkommission eingerichtet, die innerhalb von zwei Monaten alle Spuren und Indizien zusammentrug.

Mehrfach auf sein Opfer eingestochen

Demnach, so die Staatsanwaltschaft weiter, hat der 19-jährige Göttinger seinem späteren Opfer im Verlauf des Streits zunächst zweimal ins Gesicht geschlagen. Dann sei der 28-Jährige allein in Richtung Botanischer Garten gelaufen, dann aber wieder zu dem 19-Jährigen und drei weiteren Personen zurückgekehrt. Der Angeschuldigte soll dann ein Klappmesser gezogen und mehrmals auf sein Opfer eingestochen haben. Einer seiner Begleiter habe nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch versucht, ihn davon abzuhalten. Er soll sich aber losgerissen und „in der Absicht, den Geschädigten zu töten“, zugestochen haben. Die Waffe wurde bis heute nicht gefunden.

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Passanten fanden den Mann am Boden liegend in der Oberen Karspüle und alarmierten sofort den Rettungsdienst, zunächst war er noch ansprechbar. Infolge des erheblichen Blutverlustes starb das Opfer dann aber auf der Intensivstation der Universitätsmedizin Göttingen.

Bereits einen Tag nach dem Vorfall hatte die Polizei den 19-Jährigen und drei weitere junge Männer festgenommen. Die vier Männer waren zum Tatzeitpunkt alle 19 Jahre alt, alle lebten in Göttingen, alle haben einen deutschen Pass und wurden in Göttingen geboren. Alle haben zudem einen anderen Migrationshintergrund. Jasmin Kaatz von der Polizei sagte damals: "Jeder von ihnen ist in der Vergangenheit bereits polizeilich in Erscheinung getreten." Unter anderem stehen Drogendelikte in einigen Akten. Dass Drogen auch bei dem Tötungsdelikt eine Rolle spielten, dafür gebe es laut Buick "keine belegbaren Erkenntnisse".

Junger Mann starb an Folgen der Verletzung

Die Vorwürfe gegen die anderen drei jungen Männer stellten sich allerdings schnell als nicht schwer genug heraus. Sie wurden kurze Zeit später wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Leichnam des 28-Jährigen wurde im Institut für Rechtsmedizin obduziert. Die Untersuchung ergab, dass der junge Mann an den Folgen innerer Verletzungen gestorben ist.

Zahlreiche Göttinger hatten in den Tagen nach der Tat ihrer Trauer mit Kerzen am Tatort Ausdruck verliehen. Die Anteilnahme war groß. Drei Wochen nach der Tat kamen etwa 150 Menschen in der St.-Michael-Kirche zusammen, um während einer Gedenkfeier ihr Beileid zu bekunden.

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Der 19-Jährige sitzt seitdem in Untersuchungshaft in der Jugend-Justizvollzugsanstalt Hameln. Er hat sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang nicht zum Tatvorwurf geäußert. Ein Hauptverhandlungstermin steht noch nicht fest.

Von Britta Bielefeld und Verena Schulz

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