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Prozess um Sparkassenüberfall

Trio traf sich offenbar vor der Tat in Northeim

Göttingen/Gittelde/Northeim.In dem Prozess müssen sich ein 61-jähriger Mann aus Hanau, ein 49-jähriger Metallbauer aus Bad Oldesloe und ein 44-jähriger Anlagen- und Maschinenführer aus Eisenach verantworten. Die Polizei hatte damals eine Dreiviertelstunde nach dem Überfall am Autohof an der A 7 bei Northeim den 61-Jährigen mit dem Fluchtauto entdeckt und nach kurzer Verfolgung festgenommen. Rund vier Wochen später verhafteten die Fahnder auch seine beiden mutmaßlichen Komplizen.

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Der 61-Jährige hatte damals auf der Flucht vor der Polizei die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war in der Nähe von Edesheim mit dem Auto in einem Gebüsch gelandet. Die Polizisten zogen den verunglückten Fahrer aus dem Wagen und nahmen ihn fest. Bei der anschließenden Durchsuchung stießen sie auf ein Smartphone. Die Auswertung der Daten ergab, dass es in den Stunden vor der Tat Kontakte zu mehreren Handynummern gegeben hatte. Man habe dann die Inhaber dieser Telefonanschlüsse ermittelt und sei dabei unter anderem auf Adressen in Eisenach gestoßen, sagte ein Beamter.

Verräterische Mobiltelefone

Ein Abgleich der Nummern mit den entsprechenden Mobilfunkdaten ergab, dass sich einige dieser Handys am Tattag gegen 5 Uhr morgens innerhalb der Funkzelle des Northeimer Autohofs befunden hatten. Offenbar hatten sich die Täter dort getroffen und waren dann von dort aus in den Südharz gefahren. Der Raubüberfall hatte sich gegen 12.30 Uhr ereignet. Zur Tatzeit und kurz danach seien die Handys ausgeschaltet gewesen, sagte einer der ermittelnden Beamten.

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Bei der Auswertung der ausgetauschten Text- und Sprachnachrichten stießen die Ermittler auch auf einen Zeitungsbericht über einen spektakulären Unfall in Eisenach. Dort hatte sich ein Audi-Fahrer einer Polizeikontrolle zu entziehen versucht und war dann nach einer wilden Verfolgungsjagd mit dem Auto gegen eine Hauswand geprallt. Anschließend war er zu Fuß geflüchtet. Eine Nachfrage bei der Polizei Eisenach ergab, dass der Flüchtige eine Geldbörse mit persönlichen Papieren eines 49-jährigen Mannes aus Bad Oldesloe verloren hatte. Ferner hatten die Thüringer Ermittler eine ec-Karte gefunden, die auf den Namen des 61-jährigen Angeklagten aus Hanau ausgestellt war.

Einschlägig vorbestraft

Die Northeimer Beamten erfuhren außerdem, dass im Zusammenhang mit der Unfallflucht in Eisenach nach einem Opel Vectra mit Hanauer Kennzeichen gefahndet werde. Aus Hanau stammte auch der 61-Jährige, der sich nach dem Banküberfall in Gittelde eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hatte. Sein Fluchtauto war ein Opel Vectra. Wie sich herausstellte, waren die Fahrzeugkennzeichen zuvor entwendet und notdürftig mit schwarzem Kabelbinder befestigt worden.

In der Verhandlung am Freitag wurde außerdem bekannt, dass der 44-jährige Angeklagte aus Eisenach schon einmal gemeinsam mit einem Komplizen eine Sparkasse überfallen hat. Das Landgericht Kassel verurteilte ihn 1999 zu sechs Jahren Freiheitsstrafe.

Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

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