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Kinderintensivmedizin

„Unzumutbar“: Pflegenotstand auch an der UMG

UMG-Pflegedirektorin: Helle Dokken.

UMG-Pflegedirektorin: Helle Dokken.

Göttingen.Nach Diskussionen um einen Pflegenotstand in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bestätigt nun auch die Universitätsmedizin Göttingen "erhebliche Engpässe bei der pflegerischen Versorgung und der Stellenbesetzung in der Kinderintensivmedizin". Zunächst hatte die UMG von "vereinzelten" Fällen gesprochen. Helle Dokken, Pflegedirektorin der UMG, sagt aktuell dazu: "Natürlich haben auch wir einen Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal, insbesondere in der Kinderkrankenpflege." Und weiter: "Nur über die hohe Leistungsbereitschaft der Pflegenden in der Kinderintensivpflege konnten Bettenschließungen in höherer Anzahl vermieden werden", so Dokken. Wenn in der Öffentlichkeit der Eindruck entstanden sei, dass die pflegerische Kapazität in der Kinderintensivmedizin ausreichend sei, bedauere sie das.

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Überlastung der Pflege „nicht verantwortbar“

Auch der Personalrat der UMG sieht „erheblichen Handlungsbedarf“ bei der Personalausstattung der Kinderintensivmedizin: „Überstunden der Pflegekräfte und eine häufig unterbesetzte Station sind bereits Arbeitsalltag“, sagt Erdmuthe Bach-Reinert, Vorsitzende des UMG-Personalrates. Die derzeitigen Arbeitsbedingungen seien für die Pflegekräfte „unzumutbar“. Die damit verbundene dauerhafte Überlastung gefährde die Gesundheit der Pflegekräfte und sei „nicht verantwortbar“. Daher sei es ihrer Ansicht nach nur eine Frage der Zeit, wann es auch an der UMG zu Sperrungen von Betten und zur Abweisung von Patienten kommen wird. „Der Personalrat hält es für erforderlich“, so Bach-Reinert weiter, „dass der weltweite Standard, nach dem auf Intensivstationen eine Pflegekraft höchstens für zwei Patienten zuständig sein soll, zukünftig auch in der UMG eingehalten wird.“

„Bundesweites Problem“ auch an der UMG

Grundsätzlich, so UMG-Sprecher Stefan Weller, handele es sich um ein bundesweites Problem. So seien es neben dem allgemeinen Fachkräftemangel im Pflegebereich insbesondere auch die Vorgaben beim Stellenschlüssel, die die Betreuungssituation in der Kinderintensivmedizin verändert haben. Die geänderten Vorgaben zur Berechnung des Stellenschlüssels für Pflegekräfte in der Neonatologie werden die Situation zudem noch verschärfen.

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Von Britta Bielefeld

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