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Jägerschaft und Landvolk geben Tipps

Wildtieren beim Mähen die Flucht ermöglichen

Das Rehkitz ist im hohen Gras für den Landwirt bei der Mahd kaum auszumachen.

Das Rehkitz ist im hohen Gras für den Landwirt bei der Mahd kaum auszumachen.

Göttingen. Die warmen Temperaturen haben Gras und Energiepflanzen in den vergangen Tagen sprießen lassen. Vielerorts ist jetzt die Zeit, das Grünland das erste Mal zu mähen. Problem dabei: die Arbeiten fallen zeitlich zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Tiere. Vor allem die Saumbereiche sind beliebte Rückzugszonen für Rehe, Hasen oder diverse Bodenbrüter. Sie verbergen ihren schutzlosen Nachwuchs vor möglichen Räubern.

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"Doch Ducken und Tarnen schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Kreiselmäher", heißt es in einer von Landvolk, Landesjägerschaft und Landwirtschaftskammer veröffentlichten Mitteilung. Die drei Institutionen geben ihren Mitgliedern dezidierte Empfehlungen für die bevorstehenden Mäharbeiten. Ihr erklärtes gemeinsames Ziel ist es, die Wildtiere zu schützen.

Knistertüten, Flatterbänder, Duftlappen

Effektive Wildtierrettung beginne bereits vor der Mahd, sagt auch Thomas Ehbrecht, CDU-Abgeordneter des Niedersächsischen Landtages und Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt. Entscheidend sei, die Grünschnitt-Termine rechtzeitig, mindestens 24 Stunden vorher, mit dem Jagdpächter abzustimmen. Zudem könnten die Bewirtschafter der Flächen selbst erste Maßnahmen zum Vergrämen der Tiere ergreifen.

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Landesjägerschaft Niedersachsen gibt eine Anleitung zum schonenden Mähen.

Landesjägerschaft Niedersachsen gibt eine Anleitung zum schonenden Mähen.

„Als präventive Maßnahme zur Wildrettung hat sich das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden bewährt“, so der Abgeordnete. Sogenannte Knistertüten, Flatterbänder oder auch Duftlappen, die am Vorabend auf dem Feld aufgestellt werden, sind ebenfalls effektive und kostengünstige Möglichkeiten, die Tiere zu vertreiben. Wer sich lieber auf moderne Technik verlässt, der kann auf elektronische Wildscheuchen zurückgreifen, die durch das Aussenden verschiedener Töne dafür sorgen sollen, dass Wildtiere das Weite suchen.

Drohnen als zusätzlicher Schutz

In jüngster Zeit kommen zudem Drohnen als fliegender Tierschutz zum Einsatz. Diese können mit Wärmebildkameras oder auch Infrarottechnik bestückt die Tiere in Feld und Wiese lokalisieren und so vor den Erntemaschinen zu retten. Der Einsatz dieser Geräte ist allerdings noch immer stark von den örtlichen Begebenheiten, von Außentemperaturen oder Windverhältnissen abhängig. „Die bewährten Maßnahmen zur Vermeidung von Wildtierverlusten sind daher weiterhin von essenzieller Bedeutung“, so die Mitteilung der Verbände.

Zu diesen bewährten Maßnahmen gehört auch, den Wildtieren beim Mähen die Flucht durch das noch stehende Gras zu ermöglichen. Daher wird empfohlen, die Flächen von der Mitte aus zu schneiden. An stark befahrenen Straßen sollte einseitig von der Straße her mit der Mahd begonnen werden, so der Expertenrat. „Mähen von außen nach innen fängt Wildtiere in einer Insel und erschwert die Flucht“, gibt die Landwirtschaftskammer den Bauern mit auf den Weg – inklusive grafischer Anleitung.

Licht als zusätzliche Gefahr

Empfohlen wird außerdem, auch die Erntemaschinen mit akustischen Wildrettern auszurüsten und bei Dunkelheit gänzlich auf die Mäharbeiten zu verzichten. Vor hellen Scheinwerfern ducken sich Wildtiere instinktiv, und der Fluchtreflex ist ausgeschaltet. Dann wären Kitz und Co. dem Mähwerk schutzlos ausgeliefert.

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Von Markus Scharf

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