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Ausflug in Osterode

Kultur erleben und Kondition trainieren bei einer Wanderung an der Sösetalsperre

Blick über die Staumauer der Sösetalsperre.

Blick über die Staumauer der Sösetalsperre.

Osterode. Ideal zum Wandern, gern genutzt zum Joggen, beliebt als Walkingstrecke – so hatte sich in der Vergangenheit der Jugendwerkstattpfad in Osterode etabliert. Leider ist der naturbelassene Rundweg immer am See entlang aktuell nicht durchgängig nutzbar. Zahlreiche Streckenabschnitte sind gesperrt, Ausweichmöglichkeiten vom Routenverlauf aus gibt es zwar einige, aber nicht überall. Und das Wandern entlang der Bundesstraße ist leider nicht eben erholsam, gerade dann, wenn an den Wochenenden viele Autos unterwegs sind.

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Liebesbekundung an der Sösetalsperre.

Liebesbekundung an der Sösetalsperre.

Welche Alternative gibt es also dann für eine Wanderung am Sösestausee? Die Strecke, die wir Ihnen heute vorstellen möchten, bietet eine prima Gelegenheit, die Kondition zu trainieren und gleichzeitig Kultur zu erleben. Denn auf Sightseeing folgt ein bisschen Anstrengung, zum Schluss ist ein softes „Ausrollen“ zum Startpunkt angesagt. Wer die Strecke nachwandern möchte, sollte eine Grundfitness mitbringen, die ausreicht, um knapp 14 Kilometer inklusive einer kleinen „Bergetappe“ zu absolvieren. Wanderneulingen und Familien sei empfohlen, lieber zunächst eine halbe Runde am See entlang zu drehen und dann umzukehren und in die Stadt zu fahren, statt zu laufen. Die leichte Variante erfordert auch keine Navigationskenntnisse: Einfach die Bushaltestelle oder den Parkplatz an der Talsperre ansteuern, die Staumauer queren und so weit entlang des Sees gehen, dass auch der Rückweg noch machbar ist.

Start an der Stadthalle

Für Fortgeschrittene empfehlen wir den Schlenker über den Butterberg. Und damit wir nicht direkt einen Kaltstart hinlegen müssen, sondern Gelegenheit zum Warmlaufen haben, starten wir an der Stadthalle. Dort befinden sich eine Bahnstation, Bushaltestellen und ein Parkplatz. Der ideale Anreisepunkt also. Von dort aus unternehmen wir zunächst einen kleinen Stadtbummel, überqueren den Marktplatz und steuern den Friedhof an.

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Die Alte Burg auf dem Osteroder Friedhof.

Die Alte Burg auf dem Osteroder Friedhof.

Dort besichtigen wir die Alte Burg – oder das, was davon übrig ist. Die kleine Ruine hat Charme, nicht nur, weil sie sich mitten auf dem parkähnlichen Gelände des Friedhofs befindet, sondern auch aufgrund ihres Alters: Einer Infotafel zufolge wurde sie erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt.

Weiter geht es Richtung Harzer Hexenstieg in Richtung Lerbach/Buntenbock. Dazu queren wir den Friedhof und folgen der Straße Am Friedhof. An deren Ende befindet sich eine Beschilderung, die uns den übrigen Weg über leiten wird. Kaum haben wir die letzten Wohnhäuser hinter uns gelassen, nähern wir uns dem Butterberg – und, wie der Name schon vermuten lässt, geht die Strecke gemächlich immer bergauf. Mithilfe von Infotafeln begeben wir uns auf die Spuren Heinrich Heines und werfen einen Blick auf die Ausstellung einer Keramik-Manufaktur. Dann ist Sport angesagt, und das in absoluter Ruhe und toller Landschaft.

Stausee, Lost Place und Wildvogelstation

Nach etwa sechs Kilometern erreichen wir die Staumauer und genießen den Blick. Wie entlang der gesamten Strecke und überall im Harz sind auch hier die Folgen des Waldwechsels unverkennbar, dennoch hat der Staussee einen ganz eigenen Zauber, besonders bei Sonnenschein. Nach kurzer Rast setzen wir die Wanderung fort, allerdings nicht am See entlang – die oben beschriebene Route ließe sich an dieser Stelle allerdings nahtlos anfügen, falls mehr Kilometer gemacht werden sollen – sondern über die Schussrinne in Richtung Stadt.

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Lost Place auf dem Weg: das ehemalige Blindenheim.

Lost Place auf dem Weg: das ehemalige Blindenheim.

Unterwegs begegnen wir einem sogenannten Lost Place, dem ehemaligen Blindenheim „Aura Hotel“, das seit einigen Jahren ungenutzt ist. Akkurat hängende Gardinen inmitten eines ansonsten so langsam verwildernden Geländes dürften ein beliebtes Fotomotiv bei Lost-Places-Jägerinnen und -Jägern sein.

Der Schneiderteich

Der Schneiderteich

Am Schneiderteich und der Wildvogelstation vorbei setzen wir den Weg fort, folgen immer dem Waldweg, der parallel zur Scherenberger Straße verläuft. Achtung, der kleine, steile Weg in Richtung Mühlengraben ist leicht zu übersehen. Dort müssen wir allerdings entlang, um die Söse zu überqueren und auf der gegenüberliegenden Seite den weiteren Weg in die Stadt zu nehmen. Über die Bleichestelle gelangen wir wieder in die Innenstadt und von dort aus zum Ausgangspunkt.

Tipp: Unterwäsche als Museumsstück

Wer noch ein wenig Kultur erleben möchte, dem sei die aktuelle Sonderausstellung im Museum im Ritterhaus empfohlen: „Drunter und Drüber – zur Geschichte der Leibwäsche“. Sie läuft noch bis 2. Oktober und beschäftigt sich mit der Unterwäsche als Dokument der Zeitgeschichte, von der Schnürbrust zum Korsett, vom Strumpfhalter zum „Vatermörder“ und vom Hüfthalter zum String-Tanga. Geöffnet ist dienstags bis freitags von 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene vier Euro, Kinder ab sechs Jahren zahlen zwei Euro. Die Dauerausstellung ist kostenfrei zugänglich.

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