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Modell für ländliche Regionen

Vier Ärzte teilen sich Grundversorgung in Seeburg

Besichtigung der alten Schule in Seeburg (v.l.): Dr. Uta Annweiler, Dr. Renate Lingen, Dr. Melanie Nettelmann, Bürgermeister Martin Bereszynski, Jann-Olav Backhaus.

Besichtigung der alten Schule in Seeburg (v.l.): Dr. Uta Annweiler, Dr. Renate Lingen, Dr. Melanie Nettelmann, Bürgermeister Martin Bereszynski, Jann-Olav Backhaus.

Seeburg. Vier Ärzte haben gemeinsam mit Seeburgs Bürgermeister Martin Bereszynski (CDU) an einer Lösung gearbeitet. Die Allgemeinmedizinerinnen Dr. Uta Annweiler und Dr. Renate Lingen aus Waake sowie die Allgemeinmedizinerin Dr. Melanie Nettelmann und Jann-Olav Backhaus, Facharzt für Innere Medizin, aus Seulingen werden in einer Kooperation eine gemeinsame Praxis eröffnen. Der Start ist nach den Sommerferien geplant. Denn zuvor muss das alte Schulgebäude umgebaut werden.

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Erste Gedanken

Vor zwei Jahren kurz vor Weihnachten sei er als neuer Bürgermeister gefragt worden, was er mit der alten Schule machen wolle, berichtet Bereszynski von der Entstehung der Idee. Ein Dorfgemeinschaftshaus mache keinen Sinn, habe er damals gesagt. Die Gemeinde brauche keinen fünften Saal, denn im Ort gebe es ja noch mehrere Gastronomiebetriebe. Auch könne er verstehen, wenn es in Seeburg keine vollständige Arztpraxis mehr geben werde. Aber vielleicht bestünde ja die Möglichkeit, eine Filiale zu eröffnen.

Modellsuche

Nur wenige Tage später habe sich Jann-Olav Backhaus bei ihm gemeldet, berichtet der Bürgermeister weiter. „Kurz vor Silvester haben wir uns bei eisigen Temperaturen zusammengesetzt und überlegt, was wir machen können“, sagt Bereszynski. Backhaus habe erklärt, wenn man es realisieren könne, könne er sich vorstellen, vielleicht mit anderen eine Filiale einzurichten. „Ich habe mich mal umgeschaut, ob es irgendwo schon ein ähnliches Modell gibt“, berichtet Backhaus. Fündig wurde er in einem dünn besiedelten Gebiet in Schleswig-Holstein. In Alt Duvenstedt, Ascheffel und Groß Wittensee hatten sich Ärzte zu einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) zusammengeschlossen.

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Gemeinsame Nutzung

"Das von uns gewählte Modell ist scheinbar neu", sagt Backhaus. "Wir bilden eine Praxisgemeinschaft mit gemeinsamer Nutzung der Lokalitäten und Geräte." Dabei werden die Praxis Backhaus in Seulingen und die Gemeinschaftspraxis Waake eigenständig bleiben. Montags bis donnerstags werde jeweils einer der vier Ärzte einen halben Tag lang eine Sprechstunde der alten Schule in Seeburg anbieten, erläutert Lingen das Modell. Je nachdem, wie die Sprechstunden von den Seeburgern angenommen werden, könne das Angebot vielleicht auch noch ausgebaut werden. Die Patienten wären weiterhin bei ihrem Arzt, Kontrollen könnten aber auch von der jeweils anderen Praxis übernommen werden.

Vorabplanungen

Seeburgs Bürgermeister Martin Bereszynski (2. v.r.) bespricht mit Dr. Melanie Nettelmann, Dr. Renate Lingen, Dr. Uta Annweiler und Jann-Olav Backhaus (v.l.) die Aufteilung der Räume in der alten Schule.

Seeburgs Bürgermeister Martin Bereszynski (2. v.r.) bespricht mit Dr. Melanie Nettelmann, Dr. Renate Lingen, Dr. Uta Annweiler und Jann-Olav Backhaus (v.l.) die Aufteilung der Räume in der alten Schule.

Geplant seien ein Sprechzimmer, ein Behandlungsraum und ein kleines Labor, ergänzt Annweiler. Auch bestehe die Option, ein zweites Sprechzimmer einzurichten. In Seeburg wären dann unter anderem EKG, Ultraschall und Akkupunktur möglich. Für manche Behandlungen müssten die Patienten aber auch weiterhin in die Hauptpraxen nach Seulingen oder Waake fahren. „Über die Hauptstandorte wird auch die Hauptlogistik wie zum Beispiel die Terminvergabe laufen“, sagt Backhaus.

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Mietvertrag einstimmig beschlossen

Der Rat der Gemeinde Seeburg habe dem ausgehandelten Mietvertrag bereits einstimmig zugestimmt, berichtet Bereszynski. "Das Projekt wird gestützt vom gesamten Rat. Jetzt müssen noch der Umbau und einzelne Ausschreibungen beschlossen werden." Auch die Gemeindeverwaltung werde in die alte Schule einziehen, fügt der Bürgermeister hinzu. In den ehemaligen Klassenräumen sollen das Gemeindebüro, die Bücherei, der Jugendraum, eine Werkstatt für den Bauhof und ein Sitzungszimmer eingerichtet werden. "Nachdem das Schulgebäude wieder in Gemeindebesitz übergegangen ist (hier der Bericht), können wir es nun einer sinnvollen Nutzung zuführen und auch die medizinische Grundversorgung in der Gemeinde ist wieder gewährleistet."

Von Rüdiger Franke

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