Hakenkreuz

Erneut Nazi-Schmierereien in Hemmingen

Wieder Hemmingen: Die Polizei ermittelt nach Nazi-Schmierereien an einem Briefkasten.

Wieder Hemmingen: Die Polizei ermittelt nach Nazi-Schmierereien an einem Briefkasten.

Hannover/Hemmingen. Der Briefträger hat die in den Postkasten eingeritzten Zeichen am Sonnabend entdeckt und alarmiert: Es handelt sich dabei um ein spiegelverkehrtes Hakenkreuz und ein SS-Zeichen. Die Polizei überklebte die verbotenen verfassungsfeindlichen Zeichen zunächst.

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Der Briefkasten befindet sich an der Straßenecke Schmedesstraße / In der Klewert. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Postmitarbeiter das spiegelverkehrte Symbol sowie die beiden Buchstaben in der rechten Seitenwand des Briefkastens gegen 10:30 Uhr bemerkt und der Polizei gemeldet.

Die Beamten leiteten ein Verfahren wegen des Verwendens von Abzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen unbekannt ein. Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst Hannover unter der Rufnummer (05 11) 1 09 55 55 entgegen.

Zweiter Fall nach antisemitischem Angriff

Der Vorfall erhält besondere Brisanz, weil erst vor wenigen Tagen ein antisemitischer Übergriff in Hemmingen große Bestürzung und Sorge ausgelöst hatte: Unbekannte Täter hatten die Fußmatte vor der Eingangstür eines Hauses angezündet, in dem ein älteres jüdisches Ehepaar wohnt. Auf die Tür und eine nahe Gartenpforte hatten sie jeweils das Wort „Jude“ in roter Farbe gesprüht. Die Flammen erloschen von allein, allerdings entstand der Polizei zufolge ein Schaden von 2000 Euro.

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Keine Erkenntnisse zu den Tätern

Einen Tatverdächtigen haben die Ermittler noch nicht gefunden. „Bislang gibt es keine neuen Erkenntnisse“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Sonntag. „Dem ersten Anschein nach dürfte der Vorfall antisemitisch motiviert gewesen sein“, sagte Klinge. Aber auch einen persönlichen Hintergrund könnten die Ermittler nicht ausschließen.

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Im vergangenen Jahr war in Niedersachsen die Zahl der antisemitischen Straftaten laut Innenministerium von 128 auf 99 gesunken. Bundesweit hatte die Zahl dagegen um 9,4 Prozent zugenommen. 2018 wurden bundesweit 1644 antisemitische Straftaten erfasst.

Am Wochenende hatte der der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer viel beachteten Warnung für Aufsehen gesorgt: "Ich kann Juden nicht empfehlen, jederzeit überall in Deutschland die Kippa zu tragen. Das muss ich leider so sagen", sagte Felix Klein.

Von Volker Wiedersheim

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