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Rundbunker Weidendamm

Kleinbetrieb muss Musikprojekt weichen

Der Kleinbetrieb Waagen-Dettmar muss das Grundstück nahe der Feuerwache Weidendamm verlassen.

Der Kleinbetrieb Waagen-Dettmar muss das Grundstück nahe der Feuerwache Weidendamm verlassen.

Hannover.Der markante Rundbunker am Weidendamm in der Nordstadt soll in eine Art Museum für Musiktechnik verwandelt werden – doch dafür muss ein kleines Traditionsunternehmen weichen. Thomas Dettmar betreibt gleich neben dem Bunker eine Werkstatt für die Reparatur von Waagen. Die Deutsche Rockmusikstiftung, künftiger Eigentümer des Bunker-Grundstücks, benötigt für ihren millionenschweren Umbau des Turms und für ihre Ausstellungen das gesamte Gelände. Die Stadtverwaltung verspricht jetzt, Waagen-Dettmar zu helfen, ein neues Gewerbegrundstück zu finden. „Wir lassen den Betrieb nicht allein“, sagte Kay de Cassan, Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft, in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am Freitag. Klar sei dabei auch: Die Kommunikation mit Dettmar sei kein „Glanzstück“ der Stadtverwaltung gewesen.

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Tatsächlich erfuhr der Unternehmer erst kürzlich, dass sein Mietvertrag noch in diesem Jahr aufgelöst wird. Das lag unter anderem daran, dass die Rockmusikstiftung nach einigem Hin und Her erst im Spätherbst vergangenen Jahres gegenüber der Stadt erklärte, das gesamte Grundstück kaufen zu wollen. Offenbar versäumte es die Stadt danach, Dettmar rasch in Kenntnis über den anstehenden Eigentümerwechsel und die Auflösung seines Mietvertrags zu setzen.

Eigentlich gehört es zum guten Ton der städtischen Wirtschaftsförderer, bei einem geplanten Verkauf städtischer Immobilien zunächst die Mieter zu fragen, ob sie Interesse haben. „In diesem Fall haben wir der Firma das Grundstück nicht zum Verkauf angeboten, weil eine andere Nutzung vorgesehen ist“, sagt de Cassan in der Ausschusssitzung. Die Stiftung will in dem Bunker und auf dem Gelände rundherum Ausstellungen zur Geschichte der Musiktechnik zeigen. Das Vorhaben wird mit 4,5 Millionen Euro aus Bundesmitteln gefördert. Der runde Bunker wird entkernt und soll unter anderem einige musikhistorisch bedeutsame Stücke aus dem Langenhagener EDC-Presswerk zeigen.

Wie es mit Waagen-Dettmar weitergeht, ist noch unklar. „Wir haben aber ausreichend Zeit, um neue Grundstücke zu finden“, sagt Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne). Die Stadt könne Kontakte herstellen und Türen öffnen, einen neuen Mietvertrag müsse das Unternehmen selbst schließen. „Wir haben kein Interesse daran, einer Firma durch eine Miet-Kündigung die Existenz zu erschweren“, bekräftigt Tegtmeyer-Dette. Die Ratspolitik begrüßt das Engagement. „Wichtig ist, dem Betrieb möglichst frühzeitig Planungssicherheit zu geben“, sagt SPD-Wirtschaftspolitiker Florian Spiegelhauer.

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Von Andreas Schinkel

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