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Wurst-Achim und Aal-Ole

So preisen die Marktschreier ihre Ware am Steintor an

Duell der lauten Organe: Der Blumenholländer vs. Wurst-Achim.

Duell der lauten Organe: Der Blumenholländer vs. Wurst-Achim.

Hannover.Es gibt wohl kaum einen Ort, an dem Menschen sich so gerne anschreien lassen, wie auf dem Markt. Besonders dann, wenn Wurst-Achim wieder auf dem Steintorplatz zu Besuch ist. „In Hannover kennt den jeder“, sagt Mel-Kelly Kühn von der Eventagentur Jobo, die die Veranstaltungen der Echten Gilde der Marktschreier organisiert. Seit 32 Jahren kommen die Marktschreier jedes Jahr nach Hannover – seit einigen Jahren sogar zweimal im Jahr.

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Am Mittwoch haben Käse-Maxx, Aal-Ole und Naschkram-Ben ihre Stände auf dem Steintorplatz aufgebaut, dort bleiben sie bis Sonntag, 17. März. Am Freitag können Besucher ihren Lieblingsmarktschreier wählen, die Stimmzettel werden am Sonntag um 11 Uhr ausgezählt. Unter den Besuchern werden Marktgutscheine verlost. Amtierender Sieger ist – wenig überraschend – Wurst-Achim. Der gebürtige Bissendorfer hat in Hannover eben einen Heimvorteil.

Marktschreier ohne Stimme

Doch ganz so leicht fällt dem dienstältesten Mitglied der Marktschreiergilde die Titelverteidigung in diesem Jahr nicht. „Ich denke, dass ich Knoten auf den Stimmbändern habe – da kann nur noch der Arzt helfen“, sagt Wurst-Achim, der eigentlich Joachim Pfaff heißt und mit seinem 110-Dezibel-Gebrüll schon Rekorde aufgestellt hat. Doch das macht die Stimme in diesem Jahr nicht mit. „Aber dann erzähle ich einfach ein bisschen lauter – man muss ja nicht immer nur schreien“, sagt der 59-Jährige.

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So preisen die Marktschreier ihre Ware am Steintor an.

So preisen die Marktschreier ihre Ware am Steintor an.

Überzeugen will Wurst-Achim sowieso mit seiner Ware. „Das beziehe ich von Beginn an alles bei der Firma Sprenger aus Unna“, sagt er. Es sind Restposten von Fleischfabriken, die nicht mehr in den Einzelhandel kommen, weil das Gewicht ein paar Gramm von der Norm abweicht oder das Haltbarkeitsdatum naht. Die Marktbesucher schätzten die Qualität der Wurst, sagt Pfaff. Und sie geben ehrliches Feedback. „Deswegen habe ich zum Beispiel die Blutwurst aussortiert, die ist nicht so beliebt“, sagt er. Für günstige 15 Euro bekommen seine Kunden eine Wursttüte mit drei Kilogramm Schinken, Mettwurst, Leberwurst und mehr.

Neuer Orchideen-Rekord?

Wurst-Achims größter Konkurrent ist der Blumenholländer. Privat seien die beiden gut befreundet, sagt Michel Saarloos aus Amsterdam. „Aber wenn das Geschäft losgeht, dann kann Achim seine Wurst selber aufessen“, sagt der 57-Jährige, der sich selbst nur den „bekloppten Holländer“ nennt. Und selbst wenn es beim Marktschreierwettbewerb am Freitag nicht klappen sollte, hat Saarloos noch ein anderes ambitioniertes Ziel: Er möchte am Sonnabend 1580 Orchideen verkaufen und damit einen neuen Rekord aufstellen.

Der Markt am Steintor ist von Mittwoch bis Sonnabend, 13. bis 16 März, von 10 bis 19 Uhr sowie am Sonntag, 17. März, von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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Von Johanna Stein

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