Projekt „ZukunftGeflüchtete“

Landkreis Northeim ist Untersuchungsregion

Tobias Weidinger und Stefan Kordel von der Universität Erlangen-Nürnberg diskutieren mit ihrem Co-Forscher Mahmoud Alokla.

Tobias Weidinger und Stefan Kordel von der Universität Erlangen-Nürnberg diskutieren mit ihrem Co-Forscher Mahmoud Alokla.

Northeim. Für das Projekt "Zukunft für Geflüchtete in ländlichen Räumen Deutschlands" sind Bürger aus fünf Kommunen des Landkreises aufgerufen, an einer Befragung teilzunehmen. Hintergrund der Befragung ist eine Studie der Technischen Universität Chemnitz (TU). Zusammen mit der Universität Erlangen-Nürnberg, der Universität Hildesheim und dem Thünen-Institut für Ländliche Räume wollen die Forscherinnen und Forscher untersuchen, wie Geflüchtete in ländlichen Regionen ankommen und welche Perspektiven auf die Zukunft sie dort haben.

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„Mittlerweise setzen sich immer mehr ländliche Regionen mit Flüchtlingshilfe und Integrationsaufgaben auseinander – nachdem die Großstädte und Ballungsregionen nicht mehr alleiniger Anlaufpunkt sind“, heißt es in der Pressemitteilung des Thünen-Instituts aus Braunschweig. Wissenschaftliche Arbeiten dazu gebe es bisher nur für städtische Gebiete.

Herausforderungen und Chancen für Geflüchtete

Das Projekt möchte die spezifischen Herausforderungen für Geflüchtete heraus kristallisieren, die Bewertung der lokalen Bevölkerung einholen und die Geflüchteten dazu befragen, wie das Leben in ländlichen Gebieten für sie ist. Außerdem befragen sie die Lokalpolitik und -verwaltung zu ihrer Rolle.

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Neben dem Landkreis Northeim beteiligen sich sieben weitere Landkreise in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Sachsen an dem dreijährigen Projekt, das im März 2018 gestartet ist. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Von Nothilfe bis Integrationskonzept

Die ländlichen Regionen Deutschlands sind ganz unterschiedlich mit den neuen Herausforderungen umgegangen. „Die Reaktionen variieren erheblich und reichen von kurzfristig orientierter Nothilfe bis hin zu langfristig angelegten Integrationskonzepten“, erläutert Projektleiter Dr. Peter Mehl vom Thünen-Institut für Ländliche Räume, „einige Kommunen und Landkreise in ländlichen Regionen sehen die flüchtlingsbedingte Zuwanderung nicht nur als humanitäre Aufgabe, sondern auch als eine Chance im Kontext von Abwanderung, Alterung und Fachkräftemangel.“

Die Projektergebnisse sollen sich nicht allein an Wissenschaftler richten. Praxisnahe Integrationsempfehlungen für die Politik und die kommunalen Verwaltungen erhoffen sich die Forscher. „Wir beobachten oft, dass jeder Landkreis für sich eigene Lösungswege entwickelt und etabliert hat“, sagt Prof. Dr. Birgit Glorius (TU). Diese Lösungswege abzubilden und für die Politik sowie für andere Landkreise und Kommunen aufzuzeigen, sei ein weiteres wichtiges Projektziel.

Befragung ab Mitte März

Neben Gesprächen mit Vertretern der Kommunen und Landkreise, Bildungseinrichtungen, ehrenamtlicher Initiativen sowie Wirtschaftsverbänden ist eine schriftliche Befragung der Lokalbevölkerung geplant. Ab Mitte März 2019 sollen 500 Bürger im Landkreis zur schriftlichen Befragung eingeladen werden. Mehr Informationen sind unter www.gefluechtete-in-laendlichen-raeumen.de zu finden.

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Von Lea Lang / r

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