Amtsgericht Northeim verurteilt Ex-Geschäftsführer

Mehr als 50.000 Euro von Feuerwehr-Konten abgezweigt

Northeim. Als Bewährungsauflage müsse der 60-Jährige einen Geldbetrag von 1000 Euro an die Jugendfeuerwehr Northeim zahlen, teilte ein Gerichtssprecher mit. Das Gericht hielt die von der Staatsanwaltschaft Göttingen erhobenen Vorwürfe für erwiesen. Demnach hatte der Angeklagte zwischen Februar und Oktober 2016 fünfmal jeweils 10000 Euro vom Konto der Sterbekasse abgehoben und auf ein Privatkonto überwiesen. Außerdem habe er von einem weiteren Konto 1700 Euro in bar abgehoben und privat verwendet.

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60-Jähriger wehrt sich gegen das Urteil

Die Verteidigung hatte dagegen auf Freispruch plädiert. Nach Angaben des Gerichtssprechers hat der Angeklagte in der Verhandlung die Vorwürfe bestritten. Der 60-Jährige habe inzwischen Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.

Zu der Verhandlung war es gekommen, weil der Angeklagte einen ursprünglich auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassenen Strafbefehl nicht hinnehmen wollte. Der Einspruch hatte zur Folge, dass sich das Gericht in öffentlicher Verhandlung mit dem Fall befassen musste. Nachdem ein erster Prozess im März geplatzt war, fand nun fünf Monate später ein neuer Termin statt.

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Bank erstattet Anzeige

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der heute 60-Jährige ab dem Jahr 2000 gewähltes Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Sterbekasse der Feuerwehr im Kreisfeuerwehrverband Northeim gewesen. In dieser Funktion sei er für alle Konten verfügungsberechtigt gewesen. 2016 geriet der Angeklagte dann ins Visier der Strafverfolger, nachdem ein Geldinstitut Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Geldwäschegesetz erstattet hatte.

Nach Bekanntwerden der Untreue-Vorwürfe hatte die Feuerwehr im Kreis Northeim alle Konten der Sterbekasse für den Geschäftsführer gesperrt. Außerdem habe man den 60-Jährigen von allen Feuerwehrtätigkeiten freigestellt und ihm Hausverbot für die Geschäftsräume des Kreisfeuerwehrverbandes erteilt, teilte Kreisbrandmeister Bernd Kühle damals mit.

Auch Untreue-Fall in Osterode

Kurz zuvor hatte es bereits einen anderen Untreue-Fall bei den Feuerwehren in Südniedersachsen gegeben. Im Frühjahr 2016 verurteilte das Landgericht Göttingen den früheren Geschäftsführer des Kreisfeuerwehrverbandes Osterode zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der 65-Jährige hatte zwischen 2011 und 2014 jährlich etwa 20000 Euro aus der Sterbekasse der Wehren für eigene Zwecke abgezweigt. Zahlreiche weitere Taten waren bereits verjährt. Insgesamt sollen auf den Feuerwehrkonten 275000 Euro gefehlt haben.

Aufgedeckt hatte die Unregelmäßigkeiten das Finanzamt: Dort war man stutzig geworden, weil der Geschäftsführer Geld vom Konto des Osteroder Kreisfeuerwehrverbandes für die Begleichung privater Steuerschulden verwendet hatte. Auch der Ex-Geschäftsführer der Feuerwehr-Sterbekasse in Northeim soll den Ermittlungen zufolge Schulden gehabt haben.

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Von Heidi Niemann

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