Jugendfreizeitheim Silberborn

SPD rechtfertigt Silberborn-Verkauf

Ausstattungsstandard der 1980/90er Jahre, meint die SPD.

Ausstattungsstandard der 1980/90er Jahre, meint die SPD.

Northeim/Silberborn. In einer ausführlichen Mitteilung legt die Northeimer SPD die Gründe für den Kreistagsbeschluss dar: Das Jugendfreizeitheim liegt im Landkreis Holzminden, werde aber ausschließlich vom Landkreis Northeim als Träger finanziert. Andere Landkreise lehnten eine Beteiligung ab. Zudem kämen 80 Prozent der Besucher gar nicht aus dem Landkreis Northeim, erklärt die SPD.

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Besucherzahlen rückläufig

Deren Aufenthalt werde jedoch über das Defizit von den Steuerzahlern des Landkreises mit 25 Euro pro Übernachtung bezuschusst. Trotz aller Bemühungen seien die Besucherzahlen seit Jahren stark rückläufig.

Außerdem befinde sich der Zimmerstandard des Jugendfreizeitheim auf dem Stand der 1980/90er Jahre: „Sanitäre Anlagen befinden sich als Sammelanlagen auf den Fluren“, erläutert die SPD. „In den Zimmern gibt es keine Sanitärmöglichkeiten.“

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Ein barrierefreier Zugang fehle gänzlich „und verhindert die Nutzungsmöglichkeiten für behinderte oder beeinträchtigte Menschen. Für Klassen und Gruppen mit Teilnehmern aus diesen Bevölkerungsgruppen ist die Einrichtung nicht nutzbar.“ Überdies gebe es zur Freizeitgestaltung und zum Genießen der Landschaft unter anderem für Schulklassen und Vereine in Silberborn weiterhin die wenige hundert Meter entfernte Jugendherberge.

Ausgaben in Millionenhöhe

Bei einem Weiterbetrieb des Jugendfreizeitheimes müsste der Landkreis Northeim in Millionenhöhe investieren. Zusätzlich betrage der Zuschuss des Landkreises für den laufenden Betrieb schon heute 290000 Euro pro Jahr. Alle Versuche, in den vergangenen Jahren weitere Mittel einzuwerben, sei es bei den Nachbarlandkreisen, der Gemeinde Silberborn, Firmen oder anderen Zuschussgebern, seien erfolglos geblieben.

Darüber hinaus sei eine endgültige Schließung nicht das Ziel des Landkreises. Vielmehr habe der Kreistag beschlossen, das Gebäude vorrangig an einen Erwerber zu verkaufen, der einen Weiterbetrieb als Einrichtung für Kinder und Jugendliche ermöglicht.

Sparen an anderer Stelle

Da Geld nur einmal ausgeben werden kann, müsste es bei einem Weiterbetrieb des Jugendfreizeitheims in Landkreis-Regie an anderer Stelle eingespart werden, „zum Beispiel bei Jugendveranstaltungen, Jugendfreizeiten oder durch die Streichung der hälftigen Finanzierung der Jugendpflegerstellen in unseren Gemeinden“, erklärt die SPD. „Deshalb wollen wir mit unseren knappen Finanzmitteln nicht Nachbarlandkreise und deren Kommunen von ihren Aufgaben entlasten, sondern haben mit einer breiten Mehrheit des Kreistages dafür gestimmt, die Einrichtung nicht mehr in Trägerschaft des Landkreises Northeim fortzuführen. Wir möchten das Geld lieber direkt für die Jugendlichen aus unserem Landkreis Northeim einsetzen.“ Daher bittet die SPD die Bewohner des Landkreises, beim Bürgerentscheid am 27. Januar mit „Nein“ zu stimmen.

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Von Matthias Heinzel

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