Als „Columbo“ wurde er berühmt: Vor zehn Jahren starb der Schauspieler Peter Falk

Unvergessen: Peter Falk als Columbo.

Unvergessen: Peter Falk als Columbo.

Er war schon halb aus der Tür raus, hatte dann aber meistens doch noch eine Frage: Inspektor Columbo verwirrte Mordverdächtige stets mit seiner schusselig-freundlichen Art, hinter der sich jedoch ein messerscharfer Verstand gepaart mit großer Zielstrebigkeit verbarg. Gespielt wurde der Mann mit dem Glasauge, der wirren Frisur, dem abgewetzten Trenchcoat und der Rostlaube, mit der er immer zum Tatort fuhr, von Peter Falk.

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Für den New Yorker Schauspieler wurde der Part des Ermittlers mit italienischen Wurzeln, der in Los Angeles auf Mörderjagd geht, zur Rolle seines Lebens. Vor zehn Jahren, am 23. Juni 2011, starb Peter Falk mit 83 Jahren in Beverly Hills. Der in zweiter Ehe verheiratete Vater von zwei Adoptivtöchtern hatte jahrelang an einer Alzheimererkrankung gelitten und zuletzt sogar jede Erinnerung an die US-Serie „Columbo“ verloren, die von 1969 bis 1978 und dann noch einmal von 1989 bis 2003 lief und weltweit erfolgreich war – auch in Deutschland hatte der Cop mit der abgekauten Zigarre zahlreiche Fans.

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Peter Falk hatte auch schon vor „Columbo“ Filmkarriere vorzuweisen

Doch der 1927 in New York geborene Schauspieler mit osteuropäischen Vorfahren hatte auch schon vor „Columbo“ eine beachtliche Filmkarriere vorzuweisen: Für seine Mitwirkung in den Meisterwerken „Unterwelt“ und „Die unteren Zehntausend“ wurde er Anfang der Sechzigerjahre sogar zweimal für den Oscar nominiert. In dem 1967 gedrehten Krimi „Mord nach Rezept“ spielte Falk dann zum ersten Mal den Inspektor, den er in der zwei Jahre später startenden Serie insgesamt noch knapp 70-mal verkörpern sollte und dessen Vorname nie genannt wurde.

Ihren unwiderstehlichen Charme bezog die Krimiserie aus den intelligenten Psychoduellen, die sich die meist arroganten Mörder mit dem von ihnen unterschätzten Ermittler lieferten. Die Fälle spielten fast ausnahmslos in Kreisen der gehobenen Gesellschaft, die Mörder waren Ärzte, Anwälte, renommierte Künstler oder Politiker, die ihre Bluttaten bis ins letzte Detail akribisch planten, kaltblütig ausführten und mit falschen Fährten und scheinbar wasserdichten Alibis raffiniert vertuschten.

Zuschauer kannte den Täter von Anfang an

Der Zuschauer wusste von Anfang an, wer der Täter war, doch auch der geniale Columbo ahnte mit sicherem Instinkt sofort, wer den Mord begangen hatte. Danach ging es dem Inspektor nur darum, den nötigen Beweis für die Untat zu erbringen, wobei er den von einem Gaststar gespielten Tatverdächtigen mit seiner scheinbaren Schusseligkeit in Sicherheit wiegte, um die Schlinge dann mit seiner zwingenden Kombinationsgabe und hartnäckigen Nachfragen immer enger zu ziehen. Dabei begegnete er seinen Gegenspielern, die ihn anfangs voll milder Herablassung behandelten, stets mit einer unerschütterlichen Höflichkeit: Columbo war sich seiner Sache sicher und wusste, dass immer der am besten lacht, der zuletzt lacht – auch wenn er sich ein plattes Siegergehabe oder gar plumpes Triumphieren nie gestattet hätte.

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Als Mörder waren in der Serie unter anderem so berühmte Gaststars wie Johnny Cash, Vincent Price, Faye Dunaway oder Oskar Werner zu sehen. Die tollen Darsteller, gute Drehbücher und liebevolle Details wie Columbos unverwüstlicher beiger Trenchcoat – Peter Falk trug tatsächlich immer denselben Mantel – oder sein antiquierter Peugeot und die Zuneigung zur mysteriösen Mrs. Columbo, die in keiner Folge zu sehen war, machten aus „Columbo“ weltweit eine Kultserie.

An Einstellung vom „Columbo“ 1978 hatte auch Peter Falk seinen Anteil

An deren Einstellung 1978 hatte auch Peter Falk seinen maßgeblichen Anteil: Der Schauspieler soll während der Dreharbeiten zunehmend launisch aufgetreten sein und immer höhere Gagen gefordert haben, sodass die Produzenten schließlich die Notbremse zogen. Doch „Columbo“ kehrte 1989 zurück, gedreht wurden bis 2003 in loser Folge noch einmal einige abendfüllende Fälle mit dem schlitzohrigen Ermittler. Um Peter Falk, der 1987 in Wim Wenders‘ Meisterwerk „Der Himmel über Berlin“ mitgewirkt hatte, wurde es zunehmend ruhiger. 2007 wurde bei ihm Alzheimer diagnostiziert, er starb am 23. Juni 2011 in seinem Haus in Beverly Hills, im selben Jahr wurde ein Asteroid nach ihm benannt. Seine Frau Shera Danese, die in mehreren „Columbo“-Folgen mitgespielt hatte, erbte den Großteil seines beträchtlichen Vermögens.

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