Jack the Ripper im Feenreich - So ist die Fantasyserie “Carnival Row”

Stars des Fantasyspektakels "Carnival Row": Orlando Bloom und Cara Delevingne bei der Berliner Premiere der Amazon-Prime-Serie,

Stars des Fantasyspektakels "Carnival Row": Orlando Bloom und Cara Delevingne bei der Berliner Premiere der Amazon-Prime-Serie,

Menschen sind Ausbeuter – immer, überall. Sind in die legendäre Lande der Feen und Pucks eingefallen. Haben Krieg geführt, Gleichgewichte zerstört, Unterdrückung beschert. Sieben Jahre ist das nun her, und die überlebenden Feen, werden gejagt wie Tiere.

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Eindrucksvoll ist die Auftaktszene der neuen Amazon-Prime-Serie „Carnival Row“ (Amazon Prime, streambar ab 30. August) - eine grausame Feenhatz mit Flinten und hyänenartigen Hunden in durchnebelten Wäldern. Fluchtpunkt für verfolgte Fabelwesen aller Völker ist The Burgue, eine Menschenrepublik, die im Krieg auf ihrer Seite stand.

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Wie jedoch zu allen Zeiten, wenn Flüchtlinge in Not zuhauf um Aufnahme suchen - und damit hat die Serie deutlichen Gegenwartsbezug - verfällt die Nächstenliebe, blühen Hoffart, Intoleranz, Hass und Rassismus. Hier in The Burgue wird die jungenhafte Vignette Stonemoss (Cara Delvingne) bei einem Schiffbruch angespült, eine Art Freiheitskämpferin der Feen im Peter-Pan-Look.

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Und hier lebt der aufrechte Inspektor Rycroft Philostrate (Orlando Bloom), der einst im Feenreich Tir na Nog Vignettes Geliebter war, den sie tot glaubte und den sie nun zornentbrannt in seinem Bett überfällt. Stück für Stück wird dem Zuschauer beider dramatische Geschichte enthüllt, während Philostrate zugleich dem Jack the Ripper seiner Welt nachspürt, einem Feenmörder von unfasslicher Grausamkeit.

"Carnival Row" ist eine Fantasyserie für Fans der Serien "Ripper Street" und "The Alienist"

In einem alternativen London, einem liebevoll designten Steampunk-Fantasia, wird der Betrachter so souverän gethrillt wie in den Historienserien „Ripper Street“ und „The Alienist“. Nur dass hier manche der Passanten unter den trüben Gaslichtlaternen eben Flügel haben, andere Hörner tragen.

Die Lücke von „Game of Thrones“ klafft in der Serienwelt wie ein Krater und muss dringend gefüllt werden. „Carnival Row“, bis zum 22. November nur in englischer Sprache, danach auchsynchronisiert, gehört visuell, erzählerisch und darstellerisch zu den hoffnungsvollen Aspiranten auf die Fantasykrone.

"Carnival Row" zeigt äußerst sinnlich inszenierten Feensex

Langsam kommt diese neue Serie auf Touren, so langsam wie eine der Dampfbahnen über den Straßen des viktorianisch anmutenden The Burgue. Aber am Ende kann man die zweite Staffel kaum erwarten. „Carnival Row“ von Travis Beacham und René Echevarri ist durch und durch ein Werk der Liebe, was sich durchaus auch auf den äußerst sinnlich inszenierten Feensex bezieht.

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Von Matthias Halbig/RND

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