TV-Kritik

Neue Folge aus der ZDF-Krimireihe „München Mord“: die unterhaltsamen Kellerkommissare

Die Kommissare Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier, links), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen, Mitte) und Ludwig Schaller (Alexander Held, rechts) singen Karaoke in einer Münchner Kneipe.

Die Kommissare Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier, links), Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen, Mitte) und Ludwig Schaller (Alexander Held, rechts) singen Karaoke in einer Münchner Kneipe.

Wer die etwas andere ZDF-Krimireihe „München Mord“ schätzt, wird sich zu Anfang verwundert die Augen reiben. Denn die aktuelle Folge „Schwarze Rosen“ (Regie: Jan Fehse) beginnt ganz anders, als man es von der Reihe gewohnt ist. Statt eines heiter tiefsinnigen Prologs über Gott, die Welt und das schöne Bayernland geschieht gleich ein Mord in einem Münchner Club, der gerade dabei ist zu öffnen.

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Die Tat selbst ist merkwürdig dilettantisch ausgeführt. Der Täter fordert von der Kellnerin Bares. Sie gibt ihm das Wechselgeld von 300 Euro. Mehr ist nicht in der Kasse. Als es dann zu einem Handgemenge zwischen ihm und der Clubbesitzerin kommt, löst sich ein Schuss und die Frau ist tot.

Einstieg in den Film klingt nach einem Thriller

Der Einstieg in den Film klingt nach einem Thriller, wie er gerade im Fernsehen so populär ist. Aber keine Angst, auf das originelle Trio Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Ludwig Schaller (Alexander Held) ist Verlass. Genau wie auf das Drehbücher schreibende Ehepaar Friedrich Ani und Ina Jung, das hier zum siebten Mal für die Reihe gearbeitet hat.

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Es gibt also wieder viel Lokalkolorit, witzige Dialoge, eine liebevolle Ausstattung und weise bierphilosophische Betrachtungen („A Helles, a Radler, von mir aus noch a Weizen, a Pils und a Dunkles, mehr brauchst du nicht zum Leben“) aus dem Munde der drei Kommissare, die man in ein Büro im Keller des Kommissariats abgeschoben hat. Vermutlich, weil ihre schrullig versponnene Art dort nicht weiter stört. Dabei sind sie gute Ermittler, wie sie hier mal wieder beweisen dürfen.

Hauptverdächtiger frisch aus der Haft entlassen

Da das eigentlich zuständige K11, aus welchen Gründen auch immer, das Interesse an dem Kneipenmord verliert, landet der Fall auf dem Schreibtisch des Trios. Und alle drei stürzen sich sofort in die Arbeit. Gezeigt wird nun, wie sie versuchen, den Hauptverdächtigen (Eckhard Preuß) zu beschatten. Der Mann ist frisch aus der Haft entlassen, wo er wegen Raubüberfällen auf Nachtclubs gesessen hat. Allerdings geschahen die Überfälle stets kurz nach der Sperrstunde und nicht vor der Öffnung der Lokale. Außerdem hat der Mann ein wasserdichtes Alibi.

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Und dann geschieht noch ein dramatischer Zwischenfall. Als Angelika einen vermeintlich Verdächtigen verfolgt, erhält sie von hinten einen Schlag auf den Kopf und landet mit einer Gehirn­erschütterung im Krankenhaus, woraus sie sich aber nach einem Tag selbst entlässt. Sie meldet sich mit Halskrause zum Dienst und will jetzt verbissen wissen, wer sie niedergeschlagen hat.

Wunderschöne Randepisoden und Gesangsauftritte

Das alles ist ein bisschen kompliziert, und man kann schnell den Überblick verlieren. Das macht aber nichts, weil es wunderschöne Randepisoden und – ja, tatsächlich – Gesangsauftritte gibt. So lernt Schaller eher zufällig Anita Jandl (Jenny Schily) kennen, eine geheimnisvolle bezaubernde Frau ganz in Schwarz und mit imposantem Schlapphut. Sie ist zwar irgendwie über ihren Bruder in den Fall involviert, aber Schaller interessiert sich ganz offensichtlich mehr für das hübsche Wesen als den schnöden Kriminalfall. Und da diese Anita regelmäßig in einer Karaokebar auftritt, begleitet er sie dorthin und singt für seine „schwarze Rose von Giesing“ einen hübsch melancholischen Schlager. Sehr schön. So viel Romantik hat man dem grantigen Kommissar gar nicht zugetraut. Aber am Schluss kommt es sogar noch schöner.

Das alles macht beim Zuschauen viel Spaß. Die Mischung aus ernst gemeintem Krimi und leicht ironischer Komödie stimmt einfach. Und so viel getratscht haben Flierl und Neuhauser selten miteinander, obwohl sie oft aneinander vorbeireden – und sie ihn stets eifersüchtig beobachtet. Man kann ja nie wissen.

„München Mord: Schwarze ­Rosen“ läuft am Samstag, 27. August, ab 20.15 Uhr im ZDF.

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