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Zu langes Revisionsverfahren

Neuer Haftbefehl: Verurteilter Mörder wieder in Untersuchungshaft

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.

Ein wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilter 19-Jähriger, der freigekommen war, weil das Revisionsverfahren zu lange dauerte, befindet sich wieder in Untersuchungshaft (Symbolbild).

Frankenthal. Ein wegen Mordes und Vergewaltigung verurteilter 19-Jähriger, der freigekommen war, weil das Revisionsverfahren zu lange dauerte, befindet sich wieder in Untersuchungshaft. Der Bereitschaftsrichter in Frankenthal habe auf Antrag der Staatsanwaltschaft eine erneute Inhaftierung angeordnet, teilten die Staatsanwaltschaft Frankenthal und das Polizeipräsidium Rheinpfalz gemeinsam am Montag mit. Der Mann sei daraufhin in eine Jugendstrafanstalt gebracht worden.

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Bundesweites Aufsehen: Noch nicht rechtskräftig verurteilter Sexualmörder

Der Fall des noch nicht rechtskräftig verurteilten Sexualmörders, der aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der jugendliche Täter hatte nach Überzeugung des Gerichts im März 2020 eine 17-Jährige an einem Weiher bei Ludwigshafen vergewaltigt und erwürgt. Vor dem Landgericht Frankenthal war dieser im vergangenen August wegen Mordes, Vergewaltigung mit Todesfolge sowie sexuellen Kindesmissbrauchs in drei Fällen zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt worden.

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Dauer der Untersuchungshaft unverhältnismäßig?

Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft Frankenthal legten daraufhin Revision ein, und das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken gab der Haftbeschwerde des Mannes recht. Es hob den Haftbefehl auf und ordnete die Freilassung des Angeklagten an. Als Grund führten die Richter an, dass die Dauer der Untersuchungshaft mit einer Verzögerung von rund sechs Monaten unverhältnismäßig sei. In der mehr als 22 Monate dauernden Hauptverhandlung sei nur an 57 Tagen verhandelt worden, so das Gericht.

Neue Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankenthal und der Kriminalpolizei Ludwigshafen hätten nun neue Hinweise auf eine mögliche Wiederholungsgefahr bei dem Täter ergeben, heißt es. Deshalb sei dieser erneut verhaftet worden. Der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin (FDP) hatte zuvor kritisch angemerkt, die richterliche Entscheidung, den verurteilten Mörder auf freien Fuß zu setzen, könne in der Öffentlichkeit eine „verstörende Wirkung“ haben.

RND/epd

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