Gegen Ausbau der israelischen Siedlung

Bei Protesten im Westjordanland: 16-Jähriger erliegt nach Schüssen seinen Verletzungen

Palästinensische Autonomiegebiete, Ramallah: Ein palästinensischer Demonstrant schlägt einen israelischen Siedler während einer Auseinandersetzung zwischen beiden Seiten.

Palästinensische Autonomiegebiete, Ramallah: Ein palästinensischer Demonstrant schlägt einen israelischen Siedler während einer Auseinandersetzung zwischen beiden Seiten.

Israelische Soldaten haben im Westjordanland nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums einen jungen Palästinenser erschossen. Die Soldaten hätten am Freitag auf Demonstranten nördlich von Ramallah geschossen und den 16-Jährigen in die Brust getroffen, teilte das Ministerium mit.

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Augenzeugen erklärten, dass bei dem Vorfall in Al-Mughajir auch bewaffnete israelische Siedler beteiligt gewesen seien. Wer den tödlichen Schuss abfeuerte, war zunächst unklar. Das Dorf liegt in der Nähe einer jüdischen Siedlung. Fünf weitere Menschen hätten Verletzungen erlitten.

Der Jugendliche wurde den Angaben zufolge ins Krankenhaus gebracht und dort für tot erklärt. Er hatte gemeinsam mit etwa 250 weiteren Palästinensern gegen den Ausbau der israelischen Siedlung im Dorf Mughajer protestiert. Das israelische Militär äußerte sich nicht umgehend zu dem Zwischenfall.

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Die Demonstranten hatten eine von Siedlern genutzte Straße mit brennenden Reifen blockiert, woraufhin es zu Handgemengen mit den Siedlern kam, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Das israelische Militär feuerte Blendgranaten und Tränengas ab, um die Teilnehmer der Protestaktion zu vertreiben. Den Angaben nach kam es zudem zu einer gewaltsamen Konfrontation zwischen Israelis und Palästinensern.

Von beiden Seiten seien Steine geworfen worden, teilte die Armee mit. Kurz darauf gaben sowohl die Siedler als auch die Soldaten scharfe Schüsse ab, wie die staatliche palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete. Berichte über einen Toten seien dem Militär bekannt. Weitere Details wurden jedoch nicht genannt.

Zwei Palästinenser bei Razzia israelischer Sicherheitskräfte erschossen

Die israelische Polizei teilte mit, Einsatzkräfte seien bei dem Versuch, Verdächtige in einem Haus festzunehmen, unter Beschuss gekommen.

Der 16-Jährige wurde getroffen, als er mit einer Gruppe Demonstranten davon lief. Nach Angaben des Ministeriums wurden fünf Demonstranten verwundet, drei durch scharfe Munition und zwei durch Gummigeschosse. In Teilen des Westjordanlandes, das Israel im Nahostkrieg 1967 besetzte, demonstrieren Palästinenser wöchentlich gegen den Ausbau der israelischen Siedlungen.

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland, Ost-Jerusalem und die Golanhöhen erobert. Die UN stufen die Gebiete als besetzt ein. Im Westjordanland und Ost-Jerusalem leben mittlerweile Hunderttausende israelische Siedler. Die Palästinenser fordern die Gebiete für einen eigenen Staat - mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

RND/AP/dpa

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