Regenfälle zeigen Wirkung

Die Pegel steigen wieder: Fachleute rechnen mit rasanten Anstiegen - aber nur von kurzer Dauer

Die Niederschläge lassen auch den Oberrheinpegel allmählich wieder ansteigen (Archivbild).

Die Niederschläge lassen auch den Oberrheinpegel allmählich wieder ansteigen (Archivbild).

Karlsruhe. Dank der Niederschläge der vergangenen Tage hat sich die Niedrigwasserlage vor allem in Süden Deutschlands entspannt. „In der Nordhälfte Baden-Württembergs sind weiterhin kleinere und mittelgroße Fließgewässer, als auch die großen Flüsse wie Neckar und Oberrhein, betroffen“, teilte die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe am Freitag mit. Der Regen ist dem Deutschen Wetterdienst zufolge allerdings nicht von langer Dauer.

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Wohl keine nachhaltige Entspannung

Am Samstag drohen von Westen nach Osten ziehend zwar noch Schauer und Gewitter. Die Temperaturen betragen demnach bis zu 27 Grad am Rhein und 19 Grad im Bergland. Nur noch bewölkt und teilweise windig mit vereinzelt auch starken Böen zeigt sich das Wetter laut den Meteorologen dann am Sonntag. Die Temperaturen sollen ähnlich hoch bleiben. Der Montag hält den Angaben nach voraussichtlich bloß noch vereinzelt Regen bereit. Im Schwarzwald steigen die Temperaturen der Prognose zufolge dabei auf 21 Grad und im Nordosten des Landes auf bis zu 28 Grad. Die Bewölkung nimmt laut Vorhersage wieder ab.

Eine nachhaltige Entspannung der Niedrigwasserlage im Südwesten ist laut der LUBW daher nicht in Sicht. Dafür wären länger andauernde und flächenhaft ergiebigere Niederschläge erforderlich.

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Rekord-Niedrigwasser bedroht Industrie und Energieversorgung in Deutschland

Vor allem den Süden Deutschlands trifft das Niedrigwasser, weil Rohstoffe nur bedingt dorthin befördert werden können.

Experten rechnen mit deutlichen Wasserstandsanstiegen

Derzeit liegen nach Angaben der Behörde die Wasserstände an rund 45 Prozent der Pegel in Baden-Württemberg unterhalb des niedrigsten Wasserstandes in einem durchschnittlichen Jahr. Dieser Kennwert wird als „mittleres Niedrigwasser“ bezeichnet. In den vergangenen Wochen waren zeitweise deutlich mehr Gewässer betroffen.

Wegen örtlich teils mehrstündigen Starkregens erwarteten die Fachleute den Angaben zufolge am Freitag mancherorts sehr rasche und deutliche Wasserstandsanstiege. Betroffen seien voraussichtlich vor allem die östlichen Landesteile Oberschwaben, Allgäu und Ostalb. Im Allgäu seien unwetterartige Mengen von bis zu 60 Litern Niederschlag pro Quadratmeter möglich, teilte ein Sprecher des Wetterdienstes mit.

Isar erholt sich schnell

Wegen des Regens wurden bei der Isar in München bereits am frühen Freitagnachmittag höhere Wasserstände als üblich festgestellt. Aufgrund der bis Samstag andauernden Starkniederschläge soll die Isar weiter ansteigen, wie das Landratsamt München am Freitag mitteilte. Aktuell liegen die Pegel knapp unter der Meldestufe 2 gemäß Hochwassernachrichtendienst.

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Am Samstagvormittag wird den Angaben zufolge eine weitere Erhöhung erwartet. Da mit starker Strömung und vermehrten Aufkommen von Treibgut zu rechnen sei, bestehe für Bootsfahrer und Badende eine erhebliche Gefahr. Bereits am Vormittag riet die Stadt daher dringend davon ab, sich ins oder auf das Wasser zu begeben.

Schifffahrt auf Bodensee wird wieder ausgeweitet

Der aufgrund des Niedrigwassers eingeschränkte Kursverkehr der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) wird wieder ausgeweitet. Aufgrund der geänderten Wetterlage sei es ab Samstag wieder möglich, die beiden Landestellen Iznang (Kreis Konstanz) und Mannenbach (Schweiz) anzufahren, teilte ein Sprecher der BSB am Freitag mit.

Da es an den Landestellen immer noch einen steilen Winkel der Zustiegsrampe gebe, sei es aber nicht möglich, Rollstuhlfahrer oder Fahrradfahrer mitzunehmen. Für sie sei ein sicherer Einstieg nicht gewährleistet. Erst am Donnerstag hatten die BSB mitgeteilt, dass die beiden Landestellen aufgrund des Niedrigwassers nicht mehr angefahren werden.

Der Wasserstand des Bodensees am Pegel Konstanz betrug den Angaben nach am Freitagmorgen aber immer noch nur 307 Zentimeter. Das seien etwa 80 Zentimeter weniger als für die Jahreszeit üblich. Ein niedrigerer Wasserstand an einem 19. August wurde in Konstanz seit dem Jahr 1850 demnach nur in den Jahren 2003 (292 Zentimeter) und 1949 (298 Zentimeter) gemessen.

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RND/nis mit dpa

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